Ausbau und Fassade - Lexikon - H
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Lexikon für Stuck, Putz, Trockenbau und Wärmedämmung

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Begriff Definition
Haftbrücke (Estrich)

Vorbehandlungsmaßnahme zur Verbesserung des Haftverbundes eines Verbundestrichs.
Haftbrücken sind meist kunstharzvergütete mineralische Zementmörtel und werden auf glatten oder schwach saugenden Betonflächen erforderlich, die keine ausreichende Verbund erlauben.

Haftbrücke (Putz)

Maßnahme der Putzgrundvorbehandlung zur Verbesserung der Putzhaftung am Putzgrund.
Haftbrücken werden vollflächig auf glatten oder schwach saugenden Putzgründen aufgetragen und erfordern vor dem Auftragen des Unterputzes eine Standzeit von ≥ 24 Stunden.

Haftmittel

Zusatzmittel für Putzmörtel nach DIN EN 13914.
Die aus Kunstharzverbindungen bestehenden Haftmittel verbessern die Putzhaftung von Spritzbewurf oder Unterputz auf glattem, gering oder stark saugendem Putzgrund. Auf stark saugenden Putzgründen können sie deren Saugfähigkeit reduzieren. Sie dürfen sonstige Eigenschaften des Putzmörtels nicht verändern.

Handputz

Von Hand mit Kelle, Traufel oder Spachtel angeworfener oder aufgezogener Putzmörtel.
Aus wirtschaftlichen Gründen werden Handputze nur bei kleineren Flächen (z.B. Putzfaschen), bei Renovierungs- und Sanierungsarbeiten oder in der Denkmalpflege verwendet.

Hartstoffestrich

Alternative Bezeichnung für Industrieestrich.

Heizestrich (H)

Eine nach der Art der Estrichkonstruktion bezeichnete Estrichart nach DIN 18560-2.
Innerhalb der Estrichkonstruktion sind die Rohre einer Fußbodenheizung verlegt, die die Heizwärme möglichst verlustfrei durch Estrichplatte und Bodenbelag an den Raum abgeben sollen. Zur Begrenzung der Wärmeverluste nach unten ist eine Dämmschicht auf der Rohdecke erfor-derlich. Ein Heizestrich ist daher immer eine Sonderform des Estrichs auf Dämmschicht, bei der aber für Bewegungsfugen kleinere Estrichfelder und Kantenlängen vorzusehen sind.

Holzbalkendecke

Besondere Konstruktionsart einer Rohdecke im Gegensatz zu Massivdecken.
Holzbalkendecken bestehen aus tragenden Holzbalken unter tragenden Holzdielen oder Holzwerkstoffplatten. Auf der Tragschicht sind Deckenauflagen wie Estrich oder Bodenbelag angeordnet, zwischen oder unter den Holzbalken Deckenbekleidungen oder Unterdecken.

Holzfaserdämmplatte (WF)

Zu den natürlich organischen Dämmstoffen zählende genormte Faserdämmplatte für Wärme- und Schallschutzmaßnahmen.
Die Platte wird aus Nadelholzabfällen meist im Nassverfahren (Wasserzugabe) durch Nutzung des holzeigenen Lignins zur Faserbindung ohne Zugabe künstlicher Bindemittel hergestellt. Je nach Anforderungen werden Zement, Hydrophobierungs- oder Flammschutzmittel beigemischt.

Holzfaserplatte

Zu den Holzwerkstoffplatten zählende genormte Trockenbauplatte.
Die Platten unterscheiden sich in Herstellungsverfahren, Struktur, Rohdichte und Festigkeits-werten sowie den daraus sich ergebenden Verwendungsmöglichkeiten.

Holzspanplatte

Zu den Holzwerkstoffplatten zählende genormte Trockenbauplatte, die für Fertigteilestriche verwendet werden kann.
Holzspäne werden mit Kunstharzbindemitteln, Härtern, Hydrophobierungs- und Flammschutzmitteln gemischt und zu Platten gepresst. Bei Flachpressplatten sind die Späne in 3 - 5 Schichten oder mit immer feiner werdenden Spanstrukturen parallel zur Oberfläche angeordnet. Für Fertigteilestriche sind Platten mit 10 - 38 mm Dicke und Nut-und-Feder-Kanten lieferbar (P3).

Holzwerkstoffplatte

Zu den Trockenbauplatten zählende Platten, die aus in unterschiedlicher Form und Größe zerkleinertem Holz (Massivholz, Furniere, Späne, Fasern) hergestellt werden. Sie können mit holzeigenen, organischen oder mineralischen Bindemitteln gebunden werden.

Hydratation

Chemischer Erhärtungsvorgang mineralischer Putzmörtel mit hydraulischen Bindemitteln (Gipsbinder, hydraulische Kalke, Zemente).
Hydraulische Bindemittel benötigen zu ihrer Erhärtung den Reaktionspartner Wasser (H2O) aus dem Anmachwasser, aus der Luftfeuchtigkeit oder durch zusätzliche Befeuchtung. Hydraulische Kalke erhärten je nach Zusammensetzung durch kombinierte Erhärtungsvorgänge mit unterschiedlichen Anteilen von Hydratation und Karbonatisation.

Hydraulischer Kalkputz

Putzmörtel nach DIN EN 13914 und DIN 18550 mit hydraulischen Kalken als Bindemittel.
Das Mischungsverhältnis der Bindemittelanteile Luftkalk und hydraulische Silikate bestimmt den jeweiligen Anteil der Putzerhärtung durch Karbonatisation oder Hydratation. Höhere hydraulische Anteile bedeuten für den Putzmörtel weniger Wasserrückhaltevermögen und Ge-schmeidigkeit, schnellere Erhärtung, höhere Druckfestigkeit, Wasser- und Säurebeständigkeit.

Hydrophobierungsmittel

Zusatzmittel für mineralische Putzmörtel nach DIN EN 13914.
Mineralische Baustoffe sind durch ihre Porenstruktur unterschiedlich stark kapillar leitfähig für Wassermoleküle. Als Bestandteil von bewitterten Außenputzen benötigen sie eine niedrige kapillare Wasseraufnahme ohne Verschlechterung der Wasserdampfdurchlässigkeit, um das Bauteil vor Durchfeuchtung, Frostschäden und geringerer Wärmedämmfähigkeit zu schützen.

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