Ausbau und Fassade - Lexikon
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Lexikon für Stuck, Putz, Trockenbau und Wärmedämmung

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Begriff Definition
Gesteinskörnungen

Bestandteil mineralisch und organisch gebundener Putzmörtel.
Mineralische Gesteinskörnungen bilden das tragende Mörtelgerüst und sind für die Porosität, Druckfestigkeit, Wärmedämmung, Wasseraufnahme und Verarbeitbarkeit sowie durch Korngröße und Farbgebung auch für das optische Erscheinungsbild von Oberputzen verantwortlich.

Gipsbinder

Bindemittel nach DIN EN 13279-1 für gipshaltige mineralische Putzmörtel nach DIN 18550-2.
Gipsbinder werden durch Brennen von Gipsstein hergestellt, erhärten unter Wasseraufnahme durch Hydratation und werden gemäß  ihrer Verwendung in folgende Gruppen unterteilt:

Gipsfaserplatten (GF)

Eine der Arten von Trockenbauplatten, die für Fertigteilestriche angewendet werden können. Die Platten bestehen aus einem Kern aus schnell erhärtendem Gipsbinder A3 zur Aufnahme von Druckkräften. Biegezugkräfte werden von einer Armierung aus organischen oder anorganischen Fasern übernommen. Die Platten werden mit den Abmessungen 1,50m x 0,50 m in den Dicken 10 oder 12,5 mm mit und ohne Deckschichten sowie mit Dämmplatten kaschiert auch als Estrichverbundelemente angeboten.

Gipskalkputz

Putzmörtel nach DIN 18550-2 mit Gipsbindern sowie geringeren Anteilen von Luftkalk als Bindemittel für Innenputze.
Die Zugabe von Luftkalk zu Gipsputzen verzögert die Erhärtung, verbessert die „Elastizität“ des Putzes durch Verminderung der Druckfestigkeit und verbessert die Verarbeitbarkeit. Gipskalkputze werden ähnlich wie Gipsputze verwendet.

Gipsplatten (GKF/DFI)

Eine der Arten von Trockenbauplatten, die für Fertigteilestriche angewendet werden können. Die Gipskartonplatten des Typs DFI nach DIN EN 520 bestehen aus einem Kern aus schnell erhärtendem Gipsbinder A3 zur Aufnahme von Druckkräften. Biegezugkräfte werden von der Kartonummantelung übernommen. Die hochfesten Platten weisen höhere Oberflächen-, Druck- und Biegezugfestigkeiten auf als normale Gipsplatten des Typs A auf, sind unbrennbar und gehören zur Brandverhaltensklasse („Euroklasse“) A2-s1,d0.

Gipsputz

Putzmörtel nach DIN 18550-2 mit Gipsbindern als Bindemittel für Innenputze.
Je nach Anforderungen können schwere oder leichte Gesteinskörnungen (Druckfestigkeit bzw. Wärmedämmung) und Zusatzmittel (Wasserrückhaltemittel, Haftmittel) enthalten sein.

Glättputz

Eine der in DIN EN 13914 und DIN 18550 genormten Putzweisen für Oberputze.
Glättputze werden mit Gesteinskörnungen sehr geringer Korngröße aufgebracht und dann mit einer Edelstahltraufel geglättet. Die sehr glatte Oberfläche birgt das Risiko Bildung einer Sinterhaut sowie von Haarrissen auf Grund von Schwindvorgängen.

Gussasphaltestrich (AS)

Eine nach dem verwendeten Bindemittel bezeichnete Estrichart.
Der Estrich wird mit dem schmelzbaren Bindemittel Bitumen, gemischtkörnigen Gesteinskörnungen und Zusatzstoffen gemischt und bis zu einer Einbautemperatur von ca. 250°C erhitzt, wodurch er eine gießfähige Konsistenz erhält. Die Oberfläche wird verstrichen und in noch warmem Zustand mit Sand abgerieben. Der Estrich erhärtet endgültig durch Abkühlung. Er kann durch Pigmentierung, Besandung oder Beschichtung farbig gestaltet werden.

Haftbrücke (Estrich)

Vorbehandlungsmaßnahme zur Verbesserung des Haftverbundes eines Verbundestrichs.
Haftbrücken sind meist kunstharzvergütete mineralische Zementmörtel und werden auf glatten oder schwach saugenden Betonflächen erforderlich, die keine ausreichende Verbund erlauben.

Haftbrücke (Putz)

Maßnahme der Putzgrundvorbehandlung zur Verbesserung der Putzhaftung am Putzgrund.
Haftbrücken werden vollflächig auf glatten oder schwach saugenden Putzgründen aufgetragen und erfordern vor dem Auftragen des Unterputzes eine Standzeit von ≥ 24 Stunden.

Haftmittel

Zusatzmittel für Putzmörtel nach DIN EN 13914.
Die aus Kunstharzverbindungen bestehenden Haftmittel verbessern die Putzhaftung von Spritzbewurf oder Unterputz auf glattem, gering oder stark saugendem Putzgrund. Auf stark saugenden Putzgründen können sie deren Saugfähigkeit reduzieren. Sie dürfen sonstige Eigenschaften des Putzmörtels nicht verändern.

Handputz

Von Hand mit Kelle, Traufel oder Spachtel angeworfener oder aufgezogener Putzmörtel.
Aus wirtschaftlichen Gründen werden Handputze nur bei kleineren Flächen (z.B. Putzfaschen), bei Renovierungs- und Sanierungsarbeiten oder in der Denkmalpflege verwendet.

Hartstoffestrich

Alternative Bezeichnung für Industrieestrich.

Heizestrich (H)

Eine nach der Art der Estrichkonstruktion bezeichnete Estrichart nach DIN 18560-2.
Innerhalb der Estrichkonstruktion sind die Rohre einer Fußbodenheizung verlegt, die die Heizwärme möglichst verlustfrei durch Estrichplatte und Bodenbelag an den Raum abgeben sollen. Zur Begrenzung der Wärmeverluste nach unten ist eine Dämmschicht auf der Rohdecke erfor-derlich. Ein Heizestrich ist daher immer eine Sonderform des Estrichs auf Dämmschicht, bei der aber für Bewegungsfugen kleinere Estrichfelder und Kantenlängen vorzusehen sind.

Holzbalkendecke

Besondere Konstruktionsart einer Rohdecke im Gegensatz zu Massivdecken.
Holzbalkendecken bestehen aus tragenden Holzbalken unter tragenden Holzdielen oder Holzwerkstoffplatten. Auf der Tragschicht sind Deckenauflagen wie Estrich oder Bodenbelag angeordnet, zwischen oder unter den Holzbalken Deckenbekleidungen oder Unterdecken.

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