01. September 2016

Projekt zum Einsatz digitaler Medien in der Ausbildung in Bühl gestartet

Von links: Das Projektteam im Komzet Bau Bühl: Stephan Hielscher, Norbert Kuri und Joachim Herzog.

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft sollen neue Medien und Technologien künftig in der Aus- und Weiterbildung am Bau verstärkt genutzt werden. Zu diesem Zweck haben fünf Verbundpartner das Projekt „Melinda“ – Medienunterstütztes Lernen und Innovation in der handwerklichen Arbeit - ins Leben gerufen, das am 1. Mai 2016 gestartet wurde. Mit dabei sind das Komzet Bau Bühl und das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade Rutesheim.

An dem Vorhaben beteiligen auch das Kompetenzzentrum Versorgungstechnik im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Osnabrück, das Kompetenzzentrum des Zimmerer- und Holzbaugewerbes im Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes, Kassel, sowie das Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre der Technischen Universität Berlin.

Im Komzet Bau Bühl wird ein Teilprojekt unter dem Titel „Digitale Medien als Werkzeug in der Hand von Lernenden“ realisiert. Dort ist das Projektteam, bestehend aus Norbert Kuri (Projektleiter) und den Ausbildungsmeistern Stephan Hielscher sowie Joachim Herzog, intensiv mit der Umsetzung befasst – Erfahrungen aus der Ausbildung können dabei unmittelbar in die Projektarbeit einfließen. „Ziel ist es, die Ausbildung in den Bauberufen für junge Menschen attraktiver, moderner und effizienter zu gestalten“, erklärt Norbert Kuri. Vorgesehen ist, ergänzend zur praktischen Schulung in den Werkhallen für jedes Ausbildungsjahr in den einzelnen Bauberufen ein „virtuelles Klassenzimmer“ als geschlossene Plattform einzurichten. Auf diese Plattform können die Ausbilder und Auszubildenden mit Hilfe ihrer Mobiltelefone, Tablet-Computer oder PCs zugreifen, um zu lernen und miteinander zu kommunizieren. Eingestellt werden können unter anderem kurze Filme, welche die Jugendlichen während der überbetrieblichen Ausbildung im Komzet selbst drehen, um zum Beispiel Lösungsschritte für praktische Aufgaben zu dokumentieren. Die Filme werden von den Ausbildern gesichtet und freigegeben und können im Anschluss von den Nachwuchskräften angesehen und kommentiert werden. Ergänzt um Informationen und Arbeitsaufgaben der Ausbilder entsteht auf diese Weise für den jeweiligen Ausbildungsjahrgang ein Lernarchiv. „Mit der digitalen Lernplattform eröffnen wir den Jugendlichen über die modernen Medien, mit denen sie in der Regel bestens vertraut sind, einen zusätzlichen Zugang zu den Inhalten ihrer Ausbildung“, erläutert Stephan Hielscher. Auf diese Weise soll nicht zuletzt die Eigenmotivation der Auszubildenden erhöht werden.

In der ersten Projektphase geht es derzeit darum, bis zum kommenden Herbst die Programmierung der neuen Plattform abzuschließen. Im Anschluss wird voraussichtlich ab Januar 2017 mit der Umsetzung in einzelnen Klassen begonnen. Ziel ist es, das „virtuelle Klassenzimmer“ für alle Ausbildungsberufe und alle Ausbildungsjahre einzusetzen. Später soll die Plattform auch anderen Ausbildungszentren zur Nutzung angeboten werden.

Das Projekt „Medienunterstütztes Lernen und Innovation in der handwerklichen Arbeit “ wird im Rahmen des Programms „Digitale Medien in der beruflichen Bildung (DIMEBB)“ gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds.