08. Februar 2017

Senior-Stuckateur-Meisterkreis beim Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg

Der Senior-Stuckateur-Meisterkreis zu Besuch bei Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Bacher/Stuckateurverband Baden-Württemberg

Anfang Februar führten die Mitglieder des Senior-Stuckateur-Meisterkreises vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade eine mehrtägige Studienreise durch. Auf dem Programm des bereits 1970 gegründeten Arbeitskreises beim Fachverband standen unter anderem eine Sonderführung des Fernsehturms und der Villa Reitzenstein in Stuttgart.

Arbeitskreistreffen

Neben der praxisgerechten und aktuellen Weiterbildung bieten die Arbeitskreistreffen des Stuckateurverbandes vor allem eine willkommene Plattform, Informationen und Erfahrungen mit gleichgesinnten Kollegen auszutauschen. Die Besonderheit dieser Arbeitskreise besteht darin, dass sich ein fester Stamm von Betrieben jährlich zu einer 2-3 tägigen Schulung (Donnerstag bis Samstagmittag) zusammenfindet. Neben den Schulungsinhalten kommt auch dem kollegialen Miteinander beim Erfahrungsaustausch, aber auch beim abendlichen Zusammensein ein hoher Stellenwert zu. Die Arbeitskreise sind offen für alle in einer Innung organisierte Stuckateure. Kontakt beim Stuckateurverband: Telefon 0711 / 451230

Hoch hinaus ging es zu Beginn in Stuttgart mit einer Sonderführung auf den Fernsehturm. Schon kurz danach folgte eine Führung durch die unweit gelegene Villa Reitzenstein, in dem der baden-württembergische Ministerpräsident seinen Regierungssitz hat und das Staatsministerium beheimatet ist.

Vor dem Staatsministerium wurde die Gruppe von Hannes Wezel begrüßt. Durch den Park führte Ministeriumsmitarbeiter Wezel die Gruppe in das Eugen Bolz Haus. Bei Kaffee und Kuchen berichtete Hannes Wezel dort von der Entstehung des Hauses und seiner unterschiedlichen Nutzung im Laufe von bewegten Zeiten. Groß war die Überraschung bei den Teilnehmern der diesjährigen Studienfahrt, als Ministerpräsident Winfried Kretschmann persönlich die Mitglieder des Senioren-Stuckateur-Meisterkreises begrüßte und sich gemeinsam mit ihnen auf der großen Außentreppe zum Gruppenfoto postierte.

Wolfram Kümmel, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands für Ausbau und Fassade erläuterte dem Ministerpräsidenten, dass die Stuckateur- und Baubranche von großen Nachwuchssorgen geplagt sei und forderte: „Die jungen Leute müssen besser über ihre beruflichen Möglichkeiten informiert werden. Das neue Fach Wirtschaft wird hierzu sicher einen guten Beitrag leisten.“

Kretschmann zeigte sich erfreut über den Besuch der Handwerkssenioren und betonte, dass er sehr viel vom gewachsenen Handwerk, seinen Traditionen und seinen Strukturen halte. „Der Beruf Stuckateur ist bei uns hoch angesehen“, so der Ministerpräsident und „Eine duale Ausbildung kann attraktiver sein als mancher Studiengang, der zum arbeitslosen Akademiker führe“.

Nach dem Gespräch mit dem Regierungschef führte Hannes Wezel die Stuckateurgruppe durch die nach Helene von Reitzenstein benannte Villa. Über ein hochwertiges Bodenmosaik ging es entlang der Ministerpräsidentengalerie zum Blauen Salon, in die Bibliothek und in das Obergeschoss zum Kabinettsraum, in dem sich die Mitglieder der Landesregierung jeden Dienstag zur Kabinettsitzung einfinden. Nach einer spannenden Frage- und Diskussionsrunde am Kabinettstisch endete die Führung durch das Anwesen. Arbeitskreissprecher Gerhard Reiß bedankte sich bei Hannes Wezel für die informative, humorige und kurzweilige Führung.

Weiter führte die Studienfahrt ins Hotel nach Schwäbisch Hall. Hier berichtete am nächsten Tag die erste Bürgermeisterin von der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Handwerk und sowie den Herausforderungen für die Zukunft und Wolfram Kümmel gab einen Einblick in aktuelle Themen rund um das Stuckateurhandwerk. Bei der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft in Wolpertshausen erhielten die Studienfahrtteilnehmer tiefe Einblicke in die Beweggründe, die zur Gründung der Organisation führten, sowie Impulse, was daraus für das Handwerk abgeleitet werden könnte.

Am folgenden Tag endete die Weiterbildung der Senioren nach weiteren Vortragsthemen und einem Ausblick auf kommende Termine und das nächstjährige Programm.