20. Februar 2017

Jeder Zweite erwartet BIM als Standardprozess am Bau

Das Building Information Modeling (BIM) hat Deutschland spät erreicht. Doch jetzt bewegt sich etwas: Denn durch die pannenreichen öffentlichen Bauprojekte ist die Politik unter Druck geraten. Die zuständigen Ministerien haben den Fehlerkosten den Krieg erklärt und forcieren nun BIM in ihren eigenen Projekten. Mit softwarebasierter Prozessplanung soll das Bauen für alle Beteiligten deutlich optimiert werden.

Doch genügt das Vorbild der wenigen Projekte des Bundes wirklich, um BIM am deutschen Bau zu etablieren? Das Marktforschungsunternehmen Bau-Info-Consult will dem BIM-Boom auf den Grund gehen und hat im ersten Schritt Architekten und Bauunternehmer um eine Einschätzung zum flächendeckenden Einsatz von BIM gebeten.

Wichtig ist, wie die Architekten und Fachunternehmen über dieses Thema denken, denn schließlich sind sie es, die mit der Umsetzung betraut werden. Im Rahmen der letzten Jahresanalyse der Marktforscher wurden 180 Architekten und 181 Bauunternehmer in telefonischen Interviews nach ihrer Einschätzung für den langfristigen Erfolg des öffentlichen BIM-Engagements befragt.

Es zeigt sich, dass 71 Prozent der befragten Architekten der Ansicht sind, dass in 10 Jahren auch so gut wie jedes nichtöffentliche Bauprojekt mit BIM realisiert werden wird. Dies ist ein recht deutliches Voting dafür, dass sich BIM in der nächsten Dekade fest in den Bauablauf integrieren wird.

Bei den Bauunternehmen ist der Anteil der Skeptiker – die keine so massiven Durchdringung von BIM im Arbeitsalltag erwarten – mit 29 Prozent etwas größer. Mehrheitlich (zu 57 Prozent) sind sie jedoch bei diesem Thema derselben Meinung wie Ihre planerischen Kollegen.