18. April 2017

Erste Frauenfachtagung auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM)

UFH-Bundesvorsitzende Heidi Kluth, stellv. UFH-Bundesvorsitzende Doris Unger, Dr. Monique R. Siegel, Moderatorin Petra Bindl, Bibiana Steinhaus und UFH-Pressesprecherin Margit Niedermaier (v.l.).

Erstmalig fand auf der Internationalen Handwerksmesse München IHM eine Fachtagung des Bundesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) statt. UFH-Bundesvorsitzende Heidi Kluth begrüßte über 100 Zuhörerinnen zur Tagung, die unter dem Motto „Frauen im Handwerk. Zukunft gestalten“ stand.

Kluth dankte der Signal Iduna und der IKK Classic, die durch ihre Unterstützung diese Veranstaltung erst möglich gemacht haben. „Die Tatsache, dass erstmals eine solche Frauen-Fachtagung stattfindet, zeigt, dass die Unternehmerfrauen und unser Verband zunehmend als wichtig erkannt werden“, so Heidi Kluth. Sie sieht das Handwerk vor großen Herausforderungen: es mangele an Fachkräften, Auszubildenden, vor allem aber an Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Vor diesem Hintergrund müsse das Potential der Frauen noch stärker erschlossen werden, und noch mehr Frauen müssten als Vorbilder in die erste Reihe treten.

Als Vorbild wollte Gastrednerin Bibiana Steinhaus eigentlich nie gesehen werden: „Ich wollte nicht nur deshalb interessant sein, weil ich die erste und bislang einzige Schiedsrichterin im deutschen Profifußball der Männer bin“, so Bibiana Steinhaus. Sie habe jedoch gelernt, dass es wichtig sei, sich als Vorbild zu zeigen. Nur so könne man andere junge Frauen dazu motivieren, sich an die Verwirklichung der eigenen Ziele zu machen. Energie und Durchsetzungswille seien dazu nötig, so Bibiana Steinhaus, und sie nutzte die kraftvolle Bildersprache des Fußballs, um dies zu verdeutlichen.

Der zweite Impulsvortrag befasste sich mit dem Megatrend „Female Shift“. Trendforscherin und Wirtschaftsethikerin Dr. Monique R. Siegel erläuterte die Bedeutung dieses Megatrends: weltweit habe die junge Generation von Frauen ihre männlichen Zeitgenossen in Bezug auf Bildung hinter sich gelassen. Keine Generation von Frauen sei bisher so hoch qualifiziert, engagiert und ambitioniert gewesen. Dadurch sei eine langsame, aber irreversible Verlagerung von Kompetenzen, Entscheidungsfunktionen und Verantwortung von den Männern zu den Frauen in Gang gesetzt worden. Diese Entwicklung werde auch das Handwerk nachhaltig verändern. Die Referentin appellierte an die Frauen, diese einzigartige Chance zu nutzen und lobte das Format der Tagung: „Heute steht Ihre Einzigartigkeit im Mittelpunkt!“, so Dr. Siegel.

Der Nachmittag stand im Zeichen eines Podiumsgesprächs.  UFH-Bundesvorsitzenden Heidi Kluth, UFH-Pressesprecherin Margit Niedermaier und MdEP Prof. Angelika Niebler diskutierten darüber, welche Perspektiven man Frauen bieten müsse, um sie dauerhaft an das Handwerk zu binden. Prof. Dr. Niebler gab dabei interessante Einblicke in die europäische Ebene der Familienunternehmen.

www.bv-ufh.de