17. Mai 2017

Sanierungsfahrplan: Diskriminierung der Gebäudeenergieberater im Handwerk

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft, der Zusammenschluss des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks mit 380.000 Betrieben, unterstützt den neuen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) des Bundeswirtschaftsministeriums. „Leider schreibt auch dieses neue Instrument der Energieberatung die bestehende Diskriminierung der Gebäudeenergieberater im Handwerk im BAFA-Förderprogramm der Energieberatung für Wohngebäude (BAFA-Vor-Ort-Beratung) fort“, so der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider.

In der Fortbildungsregelung zum Gebäudeenergieberater HwK ist die Modernisierungsplanung im Sinne eines Sanierungsfahrplans immer schon Bestandteil der Fortbildung. Insofern sind die Gebäudeenergieberater HwK grundsätzlich fachlich geeignet, Sanierungsfahrpläne zu erstellen. Leider ist mit der fachlichen Eignung aber noch nicht die Anerkennung als Berater im Rahmen der BAFA-Vor-Ort-Beratung verbunden, da die entsprechende Richtlinie die Unabhängigkeit des Beraters zur Fördervoraussetzung erhebt. Im Ergebnis dürfen die Gebäudeenergieberater HwK keine BAFA-Vor-Ort-Beratung durchführen, wenn sie in einem Handwerksbetrieb angestellt sind oder einen solchen führen. Auch dürfen Gebäudeenergieberater HwK keine sich an die Beratung anschließenden Effizienzmaßnahmen umsetzen.

Schneider: „Wir setzen uns dafür ein, dass in der Vor-Ort-Beratungsrichtlinie die Diskriminierung der Handwerker beendet wird. Ohne die unabhängige Energieberatung durch das Handwerk wird die Energiewende im Gebäudebereich nicht gelingen.“

Durch den Sanierungsfahrplan ist die Neutralität des Beratungsergebnisses gegeben, da er über alle Gewerke hinweg eine schrittweise Umsetzung von Maßnahmen beinhaltet. Im Regelfall wenden sich Gebäudeeigentümer wegen eines sanierungsbedürftigen Bauteils oder der Anlagentechnik unmittelbar an einen Handwerker. Dieser kann auf die Möglichkeiten und das Potenzial der Energieeinsparung insgesamt hinweisen und über die akut anstehende Maßnahme hinweg den Sanierungsfahrplan für das Gebäude erstellen.

Schneider abschließend: „Eine derartige anlassbezogene Energieberatung muss ebenso unter das Vor-Ort-Beratungsprogramm fallen und gefördert werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die anlassbedingten, vielfachen Kundenkontakte der Handwerker nicht zur Erstellung von Sanierungsfahrplänen und damit zur Sensibilisierung der Hauseigentümer genutzt werden können.“

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