13. Dezember 2013

Unangenehmen Gerüchen auf der Spur

13-12-13_Geruchsbelaestigung_PM_VB_131213 Ausbau und Fassade - Unangenehmen Gerüchen auf der Spur
Professionelle Messtechnik - geht Gerüchen auf den Grund. (Foto: Verband Baubiologie)

Jede vierte Innenraumluftuntersuchung wird aufgrund auffälliger Gerüche durchgeführt. Der Verband Baubiologie gibt nützliche Handlungsempfehlungen und rät, drei Fragen auf den Grund zu gehen.

Woher kommt der Geruch?

Die Ursachen für Gerüche sind vielfältig. So können zuvor umgesetzte bauliche Maßnahmen, neue Einrichtungen oder Feuchteschäden verantwortlich sein. Viele Produkte enthalten geruchsaktive Stoffe, die teils angenehm fruchtig, teils sehr unangenehm riechen. Wurden z.B. Lacke, Farben, Kleber und Versiegelungen eingesetzt, belasten erhöhte Lösemittelkonzentrationen insbesondere in den ersten Wochen die Raumluft. Einige Baustoffe, Möbel und Bodenbeläge dünsten jahrzehntelang Schadstoffe aus. Ein grundsätzliches Problem ist auch die Bauweise neuer Häuser. „Gebäude werden aus energetischen Gründen immer dichter und luftundurchlässiger gebaut. Dadurch wird der natürliche Luftaustausch stark eingeschränkt“, erklärt der Verband Baubiologie. Kommen bauliche Mängel hinzu, kann Feuchtigkeit eindringen bzw. nicht abziehen und modrige Gerüche in Wohn-, Keller- sowie Dachräumen verursachen. Schwankungen der Geruchsintensität und -quellen sind auch jahreszeitlich bedingt. In den kalten Monaten kommt die Nutzung von Öl-, Gas-, Kohle- oder Holzheizungen hinzu. Im Sommer hingegen können hohe Temperaturen für eine Geruchsverstärkung sorgen.

Welche Folgen können sich ergeben?

Nicht von jedem üblen Geruch geht ein gesundheitliches Risiko aus. Muffige Gerüche im Haus belasten vor allem die Psyche. Geruchsaktive Verbindungen können an der Kleidung der Bewohner anhaften und so für Geruchsbelästigungen auch außerhalb der Wohnräume sorgen, wie z.B. bei Chloranisolen. Diese riechen muffig-schimmelig, entstehen durch den mikrobiellen Abbau von chlorierten Verbindungen und sind insbesondere in Fertighäusern eine starke Geruchsquelle. Unangenehme Gerüche bei Feuchteschäden ziehen oft hygienische Probleme nach sich. Je nach Ursache können allgemeines Unwohlsein, Haut- und Schleimhautreizungen, Atemwegsprobleme oder andere Symptome auftreten. Zur Abschätzung des gesundheitlichen Risikos müssen die Quelle und deren Ausmaß bekannt sein.

Wie beseitige ich Gerüche?

So banal es klingen mag, die erste Maßnahme zur Geruchsneutralisierung ist häufiges Lüften. Stellt sich jedoch keine merkliche Verbesserung ein, ist kompetente Hilfe gefragt. Die Geruchsquelle sollte identifiziert werden, um die gesundheitliche Gefährdung abschätzen zu können. Der Verband Baubiologie empfiehlt zudem, Materialien vor dem Kauf auf ihren Geruch zu prüfen sowie auf Gütesiegel und schadstoffarme Produkte zu achten. Stehen Sie vor der Entscheidung ein Haus zu kaufen und wollen sicher durchatmen, holen Sie sich besonders bei auffälligen Gerüchen im Vorfeld den Rat eines Experten.