15. April 2019

Formteile und Trockenbau


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Durch den Einsatz von Formteilen im Trockenbau lassen sich auch ausgefallene Formen schnell und ­rationell herstellen. Wer die Elemente nicht in der eigenen Werkstatt herstellen will, kann sie auch über spezialisierte Hersteller beziehen. ausbau + fassade befragte die Anbieter nach den Einsatz­möglichkeiten und ihren Erfahrungen in diesem Markt. Hier die Ergebnisse mit vielen Bildern.

Christoph Hinsch, Ritec, Wiemersdorf:

»Neben der Herstellung von Gipskarton-Winkeln für Rohrverkleidungen, Verkofferungen mit Wartungsöffnungen für Sanitärinstallationen (zum Beispiel Spül­kästen oder anderweitige technische Einrichtungen), Gipskarton-Achtecken zur Verkleidung von Säulen (gegebenenfalls fertig geleimt und aufklappbar) oder U-Form-Elementen zur Verkleidung von Steigleitungen (wahlweise auch mit runden Kanten oder Kantenschutz aus Edelstahl) kommt es in unserem Betrieb vermehrt zu Produktionen und Montagen von Lichtvouten oder Leuchtkästen wahlweise abgewinkelt oder zur indirekten Beleuchtung, beispielsweise mittels LED-Lichttechnik.

  1. 1 – 3 Das Angebot von Formteilen für den Trockenbau ist groß. Mit Hilfe der Fräs- und Falttechnik lassen sich die unterschiedlichsten Formen herstellen, Fotos 1, 2: Ostwald, 3: Fita
  2. 1 – 3 Das Angebot von Formteilen für den Trockenbau ist groß. Mit Hilfe der Fräs- und Falttechnik lassen sich die unterschiedlichsten Formen herstellen, Fotos 1, 2: Ostwald, 3: Fita
  3. 1 – 3 Das Angebot von Formteilen für den Trockenbau ist groß. Mit Hilfe der Fräs- und Falttechnik lassen sich die unterschiedlichsten Formen herstellen, Fotos 1, 2: Ostwald, 3: Fita

 

Eine steigende Nachfrage nach vorgefertigten Elementen für diesen Anwendungsbereich ist deutlich zu spüren. ­Dieses ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass den Möglichkeiten zur Raumgestaltung mit Deckenbekleidungen zur indirekten Beleuchtung kaum Grenzen gesetzt sind.«

Hans-Peter Rottler, Geschäftsführer Fita Baumontage, Wallhausen bei Crailsheim:

»Den Trockenbau haben wir vor etwa zehn Jahren eingestellt, und sind in die Produktion gegangen. Wir produzieren nur und verkaufen die Falt- und Formteile überwiegend an Händler und größere Fachunternehmen. Das Arbeiten mit Form- und Faltteilen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältiger geworden.

Durch Faltungen sind zum Beispiel Abdeckprofile (Lichtensteiner ) überflüssig geworden, Abtreppungen, Deckensprünge lassen sich ohne großen Aufwand erstellen, es werden Zeit und Material gespart. Die Zeit ist im Trockenbau der teuerste Faktor, selbst komplizierte Arbeiten werden mit der Vorfertigung schnell und mühelos durchgeführt. Der Markt wird sich weiter im Aufwärtstrend bewegen.«

  1. Diese abgehängte Decke sorgt für indirekte Beleuchtung. Darin lassen sich auch Einbauleuchten oder auch Einbaulautsprecher integrieren, Foto: Ritec
  2. Diese Deckenbekleidung verleiht den Räumen ein neues Gesicht. Die indirekte Beleuchtung sorgt trotz des dezenten Lichts für interessante Lichteffekte in diesem Badezimmer, Foto: Ritec
  3. Futuristische Deckenskulptur in einem Stuttgarter Szenelokalmit Ästen und Blüten, die die Technik für Sound und Licht aufnehmen. Für dieses Objekt wurde Heinrich Schmid 2016 beim internationalen Trockenbau-Wettbewerb von Rigips ausgezeichnet, Foto: Jose Arjona

 

Sascha Hill, Gipsformteile, Nürnberg:

»Wir stellen seit 2014 Formteile her. Im Jahre 2017 haben wir unsere Produktionsstätte um eine 5-Achs-CNC-Anlage vergrößert. Unser Kundenklientel sind: Baustoffhändler, Fachunternehmer und Industriekunden. Die Anfrage nach Gipsformteilen ist seit 2014 explodiert. Formteile sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Trockenbaus.

Erfinderisch


Bei der Preisübergabe v.l.: Präsident der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern Franz Xaver Peteranderl, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zusammen mit den Preisträgern Bettina und Reiner Schmitt sowie Oliver Freitag und Frank Albert (beide IHKWürzburg-Schweinfurt, Foto: BIHK/Goran Gajanin/Das KraftbildDie Firma Schmitt Formteilbau ist Preisträger des bayerischen Innovationspreises 2018. Das Unternehmen aus Gemünden-Adelsberg erhielt den Sonderpreis in der Kategorie »Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern « für das Gipskartonformteil »Pro Teck« mit integriertem Kantenschutzprofil. Mit dieser Erfindung können beispielsweise Pfeiler, Fensterleibungen oder sichtbar verlegte Leitungen umhüllt werden. Das Setzen separater Eckschutzschienen wird überflüssig und erspart das mehrmalige zeitintensive Verspachteln sowie das Trocknen und Glattschleifen. Holz- und Metallständer, Stahlstützen undWandecken lassen sichmit dem Formteil Pro Teck schnell und exakt ummanteln, Foto: Formteilbau Schmitt

FFür nahtlose Übergänge vonWand und Schräge sowie sofortmalerfertige Oberflächen in Q3-Qualität sorgt das neue Bewegungsfugen-Formteil. Durch das eingearbeitete flexible Profil kann das Element Zugund Scherkräfte sicher aufnehmen, Foto: Formteilbau Schmittormteilbau Schmitt präsentierte auf der BAU 2019 ein Bewegungsfugen-Formteil, das Spachtel- und Schleifarbeiten beim Innenausbau überflüssig macht. Es wird aus Gipsplatten vorgefertigt und lässt sich im Winkel bis 180 Grad an die baulichen Gegebenheiten anpassen. Das Besondere an der Konstruktion ist das flexible Eckprofil, das in handelsübliche Trockenbauplatten integriert wird. Das Formteil bewirkt automatisch eine exakte und geradlinige Kantenausbildung. Es lässt sich beispielsweise am Übergang von Drempel und Dachschräge, an der Kehlbalkendecke in allen flexiblen Knickpunkten sowie an Innenecken zeitsparend montieren.


 

Da die Baustellen großem Zeitdruck unterliegen, helfen hier die vorgefertigten Formteile den Zeitplan einzuhalten. Man könnte sagen: just in time.
Die wichtigsten Vorteile von Gipsformteilen sind:

  • der geringe Spachtelaufwand
  • kurzen Trocknungszeiten
  • Maßanfertigungen

Mit Hilfe unserer 5-Achs-CNC-Fräsmaschine, können wir jegliche Art exklusiver und technisch spezieller Sonderbauteile anfertigen. Hieraus entsteht, edles Design und perfekte Optik. Durch die moderne LED-Beleuchtung werden unsere Gipsformteile zu Leuchten und fügen sich nahtlos in den Baukörper ein.
Unsere Arbeitsmaterialien sind jeg­licher Art von Gipskarton-, Holz-, Alu­dibond- und Forexplatten. Dank unseres hohen Qualitätsanspruches haben wir immer wiederkehrende Kunden. ›Schnelligkeit, Beratung und Qualität‹ ist unser Firmenslogan.«

  1. Die »Blüten« sind aus Gipskartonplatten gefräst und wurden auf der Baustelle von denMonteuren um die Unterkonstruktion gewickelt und verspachtelt, Foto: Fita
  2. Die »Blüten« sind aus Gipskartonplatten gefräst und wurden auf der Baustelle von denMonteuren um die Unterkonstruktion gewickelt und verspachtelt, Foto: Fita
  3. Die »Blüten« sind aus Gipskartonplatten gefräst und wurden auf der Baustelle von denMonteuren um die Unterkonstruktion gewickelt und verspachtelt, Foto: Fita
  4. Die Faltungen der »Verästelung« wurden mit verschiedenen Winkeln in zwei Teilen hergestellt, so dass die Teile nur noch an der Unterkonstruktion befestigt werdenmussten, Foto: Fita

 

Bernd Irrgang, Leiter Abteilung Sonderkalkulation und Objekte, Knauf Gips KG, Iphofen:

»Knauf fertigt Formteile objektbezogen nach individuellen Planungsvorgaben. Spezielle, in verschiedensten Winkeln herstellbare V-Fräsungen schaffen fast unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. So ergänzen Friese, Lamellen, Baffeln, Deckensprünge, Gesimse für indirekte Beleuchtung, Stützen- und Trägerbekleidungen, sowie Säulenkapitelle das gestalterische Repertoire.

Die werkseitig in den gewünschten Radien gebogenen Formteile aus Gipsplatten kommen bei Decken-Designlösungen zum Einsatz und werden entweder bereits fix und fertig an die Baustelle geliefert oder erst vor Ort gebogen. Mit den daraus entstehenden S-Bögen, Segmentbögen, Außen- und Innenbögen sowie solchen mit gerader Verlängerung und Stützenbekleidungen lassen sich beeindruckende Innenraum-Effekte erzielen.

Knauf Kuppeln werden als Bausätze objektbezogen und nach Planungsvorgaben angefertigt. Die Profile sind dabei bereits werkseitig vorgebogen, die Plattenstreifen und Beplankungssegmente sind zugeschnitten. Ein Montageplan rundet das Leistungsspektrum ab. Die Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten mit Formteilen sind extrem vielfältig. Ein eindeutiger Trend hin zu einer bestimmten Formensprache ist aktuell nicht festzustellen. Für Architekten, Planer und Fachunternehmer realisiert Knauf ein breites Spektrum an rechtwinkligen und geschwungenen Formen, verschiedensten Freiformen wie auch Kuppeln, die dann im Werk produziert und auf die Baustelle geliefert werden.

Knauf beliefert die Fachunternehmer ausschließlich über den klassischen Baustoff-Fachhandel. Bei Fragen zu den Knauf Systemen steht ein kompetentes Team an Fachberatern zur Verfügung. Dies bilden die Schnittstelle zur Abteilung »Sonderkalkulation und Objekte«, kurz »SOKO«.

Die vorgefertigten Bauteile werden passgenau auf die Baustelle geliefert. Der hohe Vorfertigungsgrad der gelieferten Formteilelemente ermöglicht eine einfache Montage vor Ort. Dadurch lassen sich auch aufwendige und anspruchsvolle Gestaltungsaufgaben wesentlich leichter verwirklichen. Bauzeiten können minimiert und präziser geplant werden. Ein großer Vorteil bei Terminbaustellen, etwa beim Ausbau von Ladengeschäften, die oft nur sehr eingeschränkte Zeitfenster für die Montage aufweisen. Auch lassen sich Montage und Kosten erheblich einfacher und besser planen.«

  1. Holz Bösl aus Ursensollen,montierte hier Kuppel und Ellipse, beides wurde von Hill-Gipsformteile gefertigt und geliefert. Die Kuppel (Durchmesser 2,6 m) bestehend aus zwei Teilen, die Ellipse ( Maße 3,7 x 1,965 m ) aus vier Teilen, Foto: Hill Trockenbau
  2. Holz Bösl aus Ursensollen,montierte hier Kuppel und Ellipse, beides wurde von Hill-Gipsformteile gefertigt und geliefert. Die Kuppel (Durchmesser 2,6 m) bestehend aus zwei Teilen, die Ellipse ( Maße 3,7 x 1,965 m ) aus vier Teilen, Foto: Hill Trockenbau
  3. Bei diesem privatenWohnhaus lieferte und montierte Hill die Formteile, Foto: Hill Trockenbau
  4. Bei diesem privatenWohnhaus lieferte und montierte Hill die Formteile, Foto: Hill Trockenbau
  5. Bei diesem privatenWohnhaus lieferte und montierte Hill die Formteile, Foto: Hill Trockenbau

 

Guido Penno, GK Formbau, Nauen:

»Formbau steht seit dem Jahr 2011 für kompetente Planung von indirekten Beleuchtungen. Wir sind spezialisiert auf lineare Profile und vertreiben unsere eigenen Lichtvouten die wir im Laufe der Jahre entwickelt haben. Das Kundenspektrum ist sehr vielfältig und vom privaten Wohnzimmer bis zur kompletten Ausstattung von Hotels oder Schulen ist fast alles dabei.

  1. Weitere Beispiele von einem Anbieter aus Karlsruhe: Gebogene Lichtvoute und Verkleidung von einem Unterzug, Foto: Kaform
  2. Weitere Beispiele von einem Anbieter aus Karlsruhe: Gebogene Lichtvoute und Verkleidung von einem Unterzug, Foto: Kaform
  3. Offene Strukturen prägen das Innenleben der neuen Deutschlandzentrale von L
  4. Erst die Vorfertigung ermöglichte diemaßgenaue Kombination verschiedener Materialien, ohne dass Ansätze zu sehen sind, Foto: Knauf/Fabian Linden
  5. Der Frühstücksraum im Hotel Prinzregent, Nürnberg. Die präzise passenden Formteile wurden mithilfe eines Plattenhebers montiert, Foto: Knauf/Stefan Ernst
  6. Der Frühstücksraum im Hotel Prinzregent, Nürnberg. Die präzise passenden Formteile wurden mithilfe eines Plattenhebers montiert, Foto: Knauf/Stefan Ernst
  7. Inszenierung: Wandbeleuchtungmit Deckensegel, Foto: GK Formbau
  8. Die Formteile in der Verpackung stehen zum Versand bereit, Foto: GK Formbau
  9. Lichtvoute mit Schattenfuge und Kasten zur Balkenverkleidung, Foto: GK Formbau

 

Über den im Jahr neu gestalteten Onlineshop haben Kunden nun die Möglichkeit das komplette Paket inklusive der Lichttechnik direkt fertig nach Hause zu bestellen. Anfragen über spezifische Projekte sind auch möglich. Der Kundenstamm hat sich im Laufe der Jahre erweitert was private Kunden oder gewerbliche Kunden betrifft.

Es ist nun bei vielen angekommen, dass durch Formteile viel Zeit und Arbeit erspart wird. Terminbaustellen sind hierdurch besser zu realisieren. Versendet werden Lichtvouten und Formteile bundesweit inklusive EU Ausland aber auch in Drittländer. 2018 war ein Wachstum des Marktes von zirka 15 bis 20 Prozent in unserem Haus zu bemerken.«

Selber machen


Verschiedene Fräs- oder Sägeaggregate bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten, Foto: Knauf PFTIm Trocken- und Fassadenbau wird viel gesägt und geschnitten. Doch exakte Zuschnitte kosten viel Zeit. Mit entsprechender Technik lassen sich Zeit und Material sparen. Der mobile Form- und Schneidetisch Boardmaster von PFT schneidet Material wie Gipskarton und ähnliche Werkstoffe schnell, präzise und nahezu staubfrei. Mit dem Form- und Schneidetisch Boardmaster spartman Kosten, weil exakter und schneller gearbeitet werden kann, Foto: Knauf PFTDafür sorgen die Absauganlage und eine digitale Positionsanzeige, die das exakte Fixieren der Werkzeuge ermöglicht und somit reproduzierbare Trockenbau-
konstruktionen garantiert. Einsetzbar ist das Gerät zur Herstellung von Wand- und Deckengestaltungselementen, Rohrleitungsoder Brandschutzverkleidungen, Säulen-
und Streifenzuschnitte oder sonstige Ausschnitte. 


 

Auf die Fräse und fast fertig


Moderne Technik im Trockenbau.  Am Schneidetisch können Formteile rationell und ­kostengünstig hergestellt werden, Foto: Flextos Mit Gipskartonplatten lassen sich ausgefallene Formen schnell und einfach in Trockenbauweise realisieren. Die Zeitersparnis, Termin- und Kostensicherheit überzeugt. Mit Falttechnik lassen sich in allen Winkeln V-Fräsungen herstellen, die exakte Fugen ausbilden, sowie präzise Kanten und Ecken oder Deckenauskragungen. Dies bietet optimale Möglichkeiten, wenn etwa versetzte Ebenen gestaltet werden sollen, oder Friese, Lamellen, Gesimse für indirekte Beleuchtungen und Abtreppungen.

Mit Falttechnik lassen sich ausgefallene, innenarchitektonische Konzepte umsetzen. Auch für die tägliche Baustelle hat sie Vorteile: Mit einem einfachen Formteil, wie dem L-Winkel, lassen sich Ecken oder Pfeiler- und Stützenbekleidungen sowie Träger- und Balkenbekleidungen leicht und schnell montieren. Dabei wird je nach Bekleidungsdicke gleichzeitig ein sicherer und kostengünstiger Brandschutz gewährleistet. Auch die Montage von Klima- und Versorgungsschächten sowie Leuchtenkästen geht mit in Falttechnik hergestellten Fertigelementen einfach und schnell.

Hohe Qualität, praktische Vorfertigung

2 Der Fachunternehmer kann die Teile selbst herstellen oder von den spezialisierten Unternehmen beziehen – je nach Logistik geklebt oder zum Kleben auf der Baustelle, Foto: FlextosNorbert Kuri, Projektleiter beim Aus- und Weiterbildungszentrum für elementiertes Bauen in Bühl weiß, die Technik ist gefragt. »Denn man kann im Betrieb vorfertigen. Damit behält der Unternehmer die Wertschöpfung im Haus, ein klarer Wettbewerbsvorteil«, so Kuri. »Für die Herstellung von Formteilen gibt es bereits preiswerte Frästische für den Einstieg, die sich auch für die Baustelle eignen.« In der Werkstatt kann man witterungsunabhängig vorfertigen und braucht die Arbeit nicht zu unterbrechen.

Die Elemente werden erst dann zur Baustelle geliefert, wenn sie dort benötigt werden. Vor Ort wird lediglich noch montiert. Auch bei komplexen Bauvorhaben wird die Montagezeit auf ein Minimum reduziert. Zudem erleichtert eine termingenaue Ausführung die Koordination der Gewerke und trägt zum reibungslosen Ablauf des Bauens bei. Durch die Vorfertigung unter idealen Bedingungen in der Werkstatt bietet der elementierte Trockenbau eine hohe Qualität der Verarbeitung. Zeitaufwendige und teure Nacharbeiten werden reduziert. Bei der Falttechnik gibt es kaum Trocknungszeiten. Nach der Montage der Faltelemente kann ohne Zeitverzögerung weiter gearbeitet werden. So können Arbeitsschritte detailliert geplant und koordiniert werden.

Neben den größeren Maschinen für die stationäre ­Fertigung gibt es auch Fräsmaschinen, mit denen direkt auf dem Plattenstapel gearbeitet werden kann, Foto: FlextosKosten lassen sich leichter kalkulieren, der Auftrag kann wirtschaftlich abgewickelt und Mitarbeiter effizient eingesetzt werden. Der Umgang mit modernen Geräten fördert nicht zuletzt die Mitarbeitermotivation, weiß Kuri: »Bei der Ausbildung von Stuckateuren haben wir gemerkt, dass das Arbeiten an einem lasergesteuerten Frästisch sehr motiviert.«

Die Firma Sauter GmbH aus Singen stellt Formteile in Falttechnik seit über sechs Jahren selbst her. Dafür ließ Geschäftsführer Josef Steidle drei Mitarbeiter einen Tag lang im Betrieb von einem Schneidetisch-Hersteller schulen. Was sich für ihn rechnet. Er nutzt die Schneide- und Falttechnik aber nicht nur für den klassischen Trockenbau: »Wir machen viel Leibungsplatten für Altbauten und setzen das System auch in Neubauten im ­Wärmedämm-Verbundsystem ein«, sagt er. Dafür verwendet er spezielle Dämmplatten, die ab Werk schon mit einer applizierten Putzoberfläche geliefert werden und in den Abmessungen den Standardmaßen im Trockenbau entsprechen.

Tschüss Eckschiene: Rohrverkleidungen können in Fräs- und Falttechnik arbeitssparend und schnell hergestellt werden, Foto: Knauf PFTEine maximale Bearbeitungsgröße von 2,5 Metern Länge und 1,25 Metern Breite ist auf seinem Tisch möglich. Vor allem 90 Grad Winkel und präzise Brandschutzplatten für die Verkleidung von Stahlträgern werden in der Werkstatt produziert. Weil das Sägen auf der Baustelle entfällt, falle weniger Staub an, was der Kunde schätze. »Wenn wir Fluchten an ­Decken herstellen, ist dieses System besser zu hand­haben. Die Übergänge sind sauberer, weil das Einspachteln von Eckschienen entfällt. Das spart etwas Zeit und ergibt einen optischen Vorteil«, sagt Steidle.

Falttechnik in der Werkstatt und mobil

So geht’s: Mit einem Gipskartonfräser und passendem Führungssystem werden auf der Plattenrückseite V-förmige Fräsungen im Winkel von 90 Grad so ausgeführt, dass der Deckkarton unbeschädigt bleibt. Anschließend wird die Platte an der vorgefrästen Stelle gefaltet. Dabei fungiert der Karton gegenüber der Fräsung als Scharnier. Das Verleimen innerhalb der Fräsung sowie eine Kartonverstärkung im Bereich des inneren Winkels sorgt für eine stabile Verbindung, die problemlos verlegt werden kann.

Nach dem Falten bildet der Karton eine glatte, präzise Sichtkante mit absolut geradlinigem Verlauf. Der verleimte Eckwinkel ist hochstabil, eine Eckschutzschiene und die Verspachtelung der Kanten sind nicht nötig. Damit können gleich mehrere Arbeitsgänge eingespart werden. Durch das Einlegen eines Rund- oder Vierkantstabes (üblich sind Durchmesser von 4–6 mm) kann die Stabilität der Falttechnikkante bei mechanischen Stößen zusätzlich erhöht werden. Grundsätzlich ist die V-Fräsung in jeder beliebigen Winkelausführung möglich.

Hergestellt werden die Fräsungen auf speziellen Frästischen. Das Abmessen, Anzeichnen, Anschneiden und Nachhobeln wird in einem Arbeitsgang millimeter­genau ausgeführt. Maß­genauigkeit garantieren ­digitale Messsysteme. Dabei gibt es Tische, die in der Werkstatt betrieben werden, aber auch
Modelle, die sich zusammenlegen und in einem Transporter verstauen lassen. So können Projekte direkt vor Ort bearbeitet werden. Filme zum Einsatz der Tische gibt es im Internet bei Youtube – wenn auch nicht immer auf dem aktuellsten Stand.Mit parallel laufenden Sägeblättern werden die Platten geschlitzt ...(Foto: Dolt)

Knauf PFT bietet mit dem »Boardmaster« vier Modelle an, die sich in erster Linie durch die Länge des Arbeits­tisches unterscheiden. Bei einer Breite von 126 cm gibt es die Ausführungen von 275 cm bis 600 cm. Sie werden wohl eher für das stationäre Arbeiten gedacht. Bei ­Bedarf können sie aber auch in der Werkstatt ab- und am Einsatzort wieder aufgebaut werden. Die Geräte sind vielfältig einsetzbar und eignen sich neben der Verarbeitung von Gipskartonplatten  für weitere Materialien. Dazu gehören Gipsfaserplatten, Brandschutzplatten, MDF-Platten Holzwolleleichtbauplatten oder auch Aluverbundplatten. Es gibt eine große Auswahl an Erweiterungen und Zusätzen.

...so lassen sich runde oder geschwungene Formen herstellen, Foto: Komzet BühlAuch Flextos bietet Schneidetische für den stationären Aufbau. Speziell für den mobilen Einsatz ist der »Supercut XP« konzipiert. Er ist für Messebau, Trockenbau sowie für Baustellen geeignet, die von Werkstatt oder Lagerfläche weiter entfernt sind. Die Maschine lässt sich mit wenigen Handgriffen zusammenklappen und nimmt kaum Platz ein, wenn sie nicht in Gebrauch ist. Zusammengeklappt passt das Gerät problemlos in Kastentransporter oder Anhänger. Zusätzlich lassen sich mit wenigen Handgriffen Maschinenschlitten und beide Arbeitsflächen einzeln lösen. So sind auch Treppen kein Problem.

Flextos hat auch ein Gerät für die Formteilherstellung unmittelbar auf der Baustelle entwickelt. Mit dem »Supercut XPM« können Formteile direkt von der Gipskartonpalette produziert werden. Hierzu wird das Gerät auf die Gipskartonpalette gelegt und justiert – dazu helfen Anschläge oder ein Laser, der den Schnittverlauf anzeigt. Per Knopfdruck fräst es nun mit automatischem Vorschub eine exakte Spur und die Platte ist fertig zur Weiterverarbeitung. Die strömungsoptimierte Absaugvorrichtung soll ein nahezu staubfreies Arbeiten gewährleisten.

Ausbilder Volker König zeigt im BZB Düsseldorf, wie man mit der Maschine und den Formteilen am besten umgeht. Neben den Auszubildenden können sich Fach­unternehmer und ihre Mitarbeiter bei drei Lehrgangsanbietern schulen lasssen (Kasten unten), Foto: DoltDie Bearbeitung von Gipskarton- und Gipsfaserplatten ist auch mit der Mafell Multifräse »MF 26 cc GF-MAX« möglich. Eine handliche, leistungsstarke, staub­arme Alternative zu bislang bekannten mobilen Bearbeitungen mit Oberfräse, Handkreissäge oder herkömmlichem Schneidetisch. Gegenüber den häufig verwendeten Oberfräsen entwickelt die Multifräse mit dem Spezialwerkzeug deutlich weniger Staub beim Fräsen und hinterlässt eine nahezu staubfreie Nut. Zudem wird die Oberfläche der Platten bei der Bearbeitung ­mechanisch deutlich weniger beansprucht.

Info


Lehrgänge
Fortbildungen für die Herstellung von Formteilen und den gekonnten Umgang mit der Technik bietet der Bundesverband Ausbau und Fassade an. An den Lehrgangsorten BZB Düsseldorf, Komzet Rutesheim und Komzet Bau Bühl werden Zertifikatslehrgänge angeboten, die entweder auf den Unternehmer, Meister oder Polier oder auf die Mitarbeiter und Auszubildende im Betrieb zugeschnitten sind. Anmeldungen oder Buchungen von Terminen erfolgen direkt über die Bildungsstätten. Auf Anfrage können die Lehrgänge auch zusätzlich zu den veröffentlichten Terminen durchgeführt werden.


 

Formteile zukaufen

Bestellen kann man Formteile bei Herstellern von Gipskartonplatten. Angeboten werden als Standard 30, 45, 60, 75, 90, 120, 135 und 150 Grad. Mit Fräsungen geliefert werden Bau-, Feuerschutz-, und imprägnierte Platten. »Die Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten mit Formteilen sind extrem vielfältig.

Ein Trend zu einer bestimmten Formensprache ist aktuell nicht festzustellen«, sagt Christoph Rosskopf, Pressereferent der Knauf Gips KG. Architekten, Planer und Fachunternehmer fragen ein breites Spektrum an rechtwinkligen und geschwungenen Formen, an verschiedensten Freiformen wie auch an Kuppeln an, die im Werk produziert und auf die Baustelle geliefert werden. Insgesamt lasse sich eine steigende Nachfrage nach vorgefertigten Elementen für die Gestaltung im modernen Trockenbau beobachten.

Räume lassen sich mit Licht und Trockenbau gekonnt in Szene setzen, Foto: GK FormbauDer Fachunternehmer bekommt von Knauf pass­genau vorgefertigte Bauteile auf die Baustelle geliefert. Der hohe Vorfertigungsgrad der gelieferten Formteil­elemente ermöglicht eine einfache Montage vor Ort. Dadurch lassen sich auch aufwendige und anspruchsvolle Gestaltungsaufgaben verwirklichen. Bauzeiten können minimiert und präziser geplant werden. Ein großer Vorteil bei Terminbaustellen, etwa beim Ausbau von Ladengeschäften, die oft nur sehr eingeschränkte Zeitfenster für die Montage aufweisen.

»Bei komplexeren Gestaltungen und Texturen kann ein Termin vor Ort mit dem ausführenden Fachunternehmer oder beim Planer oder Bauherren erfolgen«, so Rosskopf. Der Fachunternehmer braucht sich nicht um Konstruktionsdetails kümmern. Knauf bietet passende Systemlösungen an. Durch schnelle Montage auf der Baustelle wird der Baufortschritt beschleunigt. Zudem ist eine bessere Kostenplanung möglich.Räume lassen sich mit Licht und Trockenbau gekonnt in Szene setzen, Foto: GK Formbau

So bieten auch andere Hersteller von Gipsplatten wie Siniat oder Rigips einen Service für Gestaltungslösungen für den Trockenbau an. So sind Plattenzuschnitte  mit vorgefrästen Einschnitten erhältlich, die zum Beispiel zu Treppenprofilen zusammengeklebt werden können. Für die feuerfeste Verkleidung von Säulen und Trägern sind vorgeformte Halb- und Viertelschalen erhältlich. Leuchtenkästen, Rundbogenelemente und Kuppeln sind meist im Programm.

Lieferung ab Stückzahl 1

Trockenbau ist der neue Stuck und bietet großen Gestaltungs­spielraum, Foto: Schwaiger Seit über zwölf Jahren fertigt auch die Firma Bleich aus Bühl Formkörper aus Gipskartonplatten an. Seit 2009 mit Vermarktung im firmeneigenen Webshop. »Die Formteile machen heute einen Umsatzanteil von 20 Prozent aus«, sagt Frederick Bleich. Der 30-jährige Stuckateurmeister führt den Familienbetrieb in fünfter Generation. »Die Bauteile können kurzfristig geplant und millimetergenau gefertigt werden«, sagt Bleich.

Findet sich der gewünschte Formkörper nicht im Shop, genügt eine Skizze. »Daraus entwickeln wir den Formkörper. In der Regel begeistern wir den gemeinsamen Kunden mit Musterstücken, etwa 30 cm lang, die wir unseren Kollegen kostenlos zukommen lassen, damit diese den Kunden beraten können. Meist ist das Thema bei Lichtvouten das Größenverhältnis und der Lichtausfall.

Da kann man am besten entscheiden, wenn man das Element in Form eines Musters direkt an der Decke sieht.« Seine Kollegen bestellen bundesweit, die Lieferung erfolgt auch nach Österreich und die Schweiz, per Direktversand ohne Händler. Das garantiere schnelle Lieferzeiten. Individuelle Maße sind kein Problem. »Wir produzieren ab Stückzahl 1.« Etwa jede dritte Bestellung von Formteilen fertigt Bleich nach individuellen Vor­gaben.Runde Lichtvouten sind  ein Hingucker und öffnen den Raum, Foto: Formkonzept Sporbert

Besonders gefragt seien Lichtvouten. Die lassen sich zum Beispiel wirkungsvoll als Gestaltungselement in einen Metall-Unterzug in einer Küche einbauen. »Mit diesem Formkörper, aus einem Stück erstellt, kann man dem Kunden einen echten Doppelnutzen bieten. Rationell, funktionell, einfach aufgebaut, das spart Zeit«, sagt Bleich.


Christine Speckner, freie Journalistin



Marktübersicht

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Verstärkung mit Glasfaser

Einkaufszentrum La Toison d’Or in Dijon. Die gebogenen Stuck- Formteile verstecken teilweise die Haustechnik. Die besondere Herausforderung war hier, ein Gewicht von weniger als 6 kg/m² zu erreichen, Foto: Staff DécorStaff Décor ist ein international tätiger Hersteller von vorgefertigten Stuckelementen und produziert in Werken in Frankreich. Zum Lieferprogramm gehören neben den Standardelementen auch Gipsformteile nach individuellen Anforderungen. Die Spezialität sind Formteile aus GRG (glasfiber reinforced gypsum = glasfaserarmierter Gips).

Die Formteile haben eine Länge von 250 cm und eine Breite von 60 cm und sind in unterschiedlichen Radien gebogen, die Aufhängung erfolgte mittels Drahtseilen, Foto: Staff DécorDiese Elemente können mit Hilfsmitteln verarbeitet werden, wie sie im Trockenbau oder mit Formteilen aus Gipskarton üblich sind. Nach Angaben des Herstellers bietet GRG den Vorteil, dass bei großer Formenvielfalt keine aufwendigen Unterkonstruktionen notwendig sind. In der Kombination herkömmlicher Gipskartonformteile mit GRG (glasfiber reinforced gypsum) lassen sich komplexe Bauaufgaben realisieren.

In der Serie »Statisstaff« werden Elemente bis vier Quadratmeter produziert und mit verschiedenen Aufhängesystemen ausgestattet. Damit  lassen sich auch komplizierte Formen realisieren. Die Produkte aus Hartgips haben ein Gewicht von 6 – 8 kg/m².
Die Formteile haben eine Länge von 250 cm und eine Breite von 60 cm und sind in unterschiedlichen Radien gebogen, die Aufhängung erfolgte mittels Drahtseilen, Foto: Staff Décor

 

 

 

 

 

Nach innen jetzt auch außen

Die quadratischen Reliefplatten im Format 60 x 60 cm werden zur großformatigen Wand- oder Deckengestaltung zusammengefügt, Foto: AH-StuckSeit Jahren fertigt und versendet Axel von der Herberg gipsbasierte Stuckornamente an regionale Handwerksbetriebe zur Vor-Ort-Montage. Ausgezeichnet mit dem Bundespreis Innovation, präsentiert der Heilbronner Stuckateurmeister sich auf der Internationalen Handwerksmesse vom 8. bis 14. März in München mit zwei Produktentwicklungen.Die quadratischen Reliefplatten im Format 60 x 60 cm werden zur großformatigen Wand- oder Deckengestaltung zusammengefügt, Foto: AH-Stuck

Die quadratischen Reliefplatten im Format 60 x 60 cm zeigen pflanzliches Dekor oder moderne, geometrische Muster. Auf Kundenanfrage werden gestalterische Vorgaben bei Abmessung und Design, in enger Kooperation mit Architekten und Handwerkern umgesetzt. Die baugleichen Platten ermöglichen eine fugenlose, niveaugleiche Montage im Dünnbett- oder Schraubverfahren für großflächige Raumgestaltungen.

Damit sei eine zügige und fehlerfreie Verlegeleistung gewährleistet, so von der Herberg. Einsatzbereich sei zum einen der Gastronomie-, Laden- und Messebau, zum anderen ­öffentliche und private Empfangs- und Repräsenta­tionsräume oder auch Wohnlandschaften bis hin zum SPA-Bereich.Stuckateurmeister Axel von der Herberg bietet jetzt auch Formelemente für die Fassade an, Foto: AH-Stuck

Für die Fassaden hat der findige Schwabe jetzt auch dekorative Elemente entwickelt. Der Korpus besteht aus Polystyrol oder Mineralwolle und dient dem witterungsbeständigen, vergüteten Mörtel als Tragschicht. Die Montage an der Fassade erfolgt mit zugelassenem Werktrockenmörtel und kann in Abhängigkeit zum Querschnitt und Gewicht eine zusätzliche mechanische Befestigung erfordern.

Stuckateurmeister Axel von der Herberg bietet jetzt auch Formelemente für die Fassade an, Foto: AH-StuckIn Absprache mit dem Kunden erfolgt die Lieferung bundesweit, termingetreu auf die Baustelle. Als zeitsparenden Handwerker-Service werden Gehrungen entsprechend einem Montageplan ab Werk zugeschnitten.
Auf der Internationalen Handwerksmesse: Halle C2, Stand 219

 

Schneller mit Modulen

Palmengarten Frankfurt am Main: Rekonstruktion von Stuckelementen im Modularverfahren. Unten: Bei der Wiederherstellung des Portals konnte durch die Vorfertigung die Montagezeit stark verkürzt werden, Foto: Stuck-Dekor ChaudotStuck-Dekor Chaudot in Speyer beschäftigt sich in vielfältiger Weise mit Stuck. Das Unternehmen steht für die Herstellung von Stuckelementen wie für die Restaurierung und Reproduktion von historischem Stuck. Das Nachfolgeunternehmen von »Stuck Dekor Staub«  bietet neben dem Serienprogramm auch Stuck und Formteile nach Kundenwunsch.

Voller Stolz verweist Inhaber Marcel Chaudot auf die Stuckarbeiten in der neuen Luxusyacht von Roman Abramowitsch oder auf Arbeiten in mehreren Passagierschiffen wie der »MS Deutschland«.

Palmengarten Frankfurt am Main: Rekonstruktion von Stuckelementen im Modularverfahren. Unten: Bei der Wiederherstellung des Portals konnte durch die Vorfertigung die Montagezeit stark verkürzt werden, Foto: Stuck-Dekor ChaudotEin flexibles Fertigungssystem zur Herstellung von Formteilen erlaubt die Anfertigung von Stuckelementen innerhalb kurzer Zeit – wie zum Beispiel Kuppeln, Kreuzgewölbe, Eingangsportale, Wandpaneele, Lichtdesign etc. Eine weitere Beschleunigung der Einbauzeit ermöglicht das »Modular-Verfahren«. Es basiert auf der Erfahrung, dass für die Montage von einzelnen Elementen sehr viel Zeit benötigt wird.

Durch die Herstellung von vorgefertigten, zusammenhängenden Stuckelementen in der Werkhalle  können Arbeitsgänge auf der Baustelle eingespart werden. Wenn die Elemente bereits werksseitig mit einer leichten Metall-Tragekonstruktion ausgestattet sind, kann damit eine Gewichtsersparnis von bis zu 60 Prozent erzielt werden.

Als konkretes Beispiel erwähnt Chaudot das Projekt »Palmengarten« in einem Gesellschaftshaus in Frankfurt am Main. Bei der Restaurierung des Prunksaales wurden zwei große Durchgangsportale mit dem Modular-Verfahren mit nur sechs Elementen angefertigt. Die Produktionszeit im Atelier machte acht Tage aus. Dadurch konnte die Montage in nur zwei Tagen pro Durchgangsportal ausgeführt werden. Die Nachkalkulation ergab, dass bei einem herkömmlichen Montageverfahren über drei Wochen pro Durchgangsportal benötigt worden wären.

Der Fertigmodul-Lampenreflektor aus Stuck ist für die Kombination mit dem Trockenbau vorgesehen, Foto: Stuck-Dekor Chaudot