05. April 2017

Feuchteschäden dauerhaft vermeiden

Musterfenster mit zweiter Dichtebene unter der Fensterbank
Fotos: Caparol

Wohngebäude in Deutschland sind durch die exponierte mitteleuropäische Lage besonderen Witterungen ausgesetzt. Auf Fassaden wirken extreme Temperaturschwankungen und viele ­Belastungen ein. Deshalb muss die Gebäudehülle beziehungsweise das Wärmedämm-Verbund­system nicht nur optisch ansprechend ­gestaltet, sondern auch langfristig geschützt sein.

Durch steigende Anforderungen an die Energieeffizienz von Neubauten, bei Sanierungen und Modernisierungen haben die Dämmstoffdicken zugenommen. Aus veränderten architektonischen Ansprüchen und dem vermehrten Einsatz modernerer Baustoffe resultiert zudem, dass Fensteröffnungen größer und neuartige, innovative Dämmstoffe verwendet werden. Letztere sind zwar effizienter und lassen sich dadurch auch bedarfsweise dünner ausführen als bewährte Dämmstoffe wie EPS oder Mineralwolle. Sie besitzen aber von Hause aus andere Material­eigenschaften.

Ein Aspekt dabei ist die Feuchteempfindlichkeit, was dazu führt, dass Anschlüsse innerhalb beziehungsweise an das WDVS wesentlich sorgfältiger gestaltet werden müssen. Planung und Ausführung sind mit mehr Aufwand verbunden und erfordern ein entsprechendes Know-how.

Gesamtheitliche Betrachtung

Die Fassade eines Gebäudes muss bei Planung und Ausführung immer ­gesamtheitlich betrachtet werden. Wandbildner, Fassadenbekleidung, Bauteilelemente (Fenster und Türen) sowie entsprechende Fensterbänke beziehungsweise Sonnenschutzeinrichtungen sind im Blick zu behalten. Auch treffen verschiedene Gewerke und damit am Bau Beteiligte aufeinander. Das macht es erforderlich, dass alle Details an diesen Schnittstellen frühzeitig definiert, mit­einander abgestimmt und koordiniert  werden. Das gilt für Neubauten und ­Arbeiten im Bestand.

An allen Konstruktionen müssen die hohen funktionalen Anforderungen der Schlagregen- und Winddichtigkeit bei gleichzeitiger Minimierung von Wärmebrücken konsequent erfüllt werden. Nur dann sind Feuchteschäden dauerhaft vermeidbar. In der praktischen Umsetzung erfordert das eine hohe Ausführungssorgfalt. Angesichts der Vielfalt von Anschlussmöglichkeiten muss bei der Planung die notwendige Wahl für Sonnenschutz, Fenster und Fensterbank frühzeitig getroffen werden, um die ­Detailplanung und Ausführung auf der Baustelle nicht zu behindern.

Gewerkeloch vermeiden

Eine besondere Herausforderung stellt dabei das sogenannte »Gewerkeloch«  dar. Damit ist eine durch falsche Konstruktion oder mangelnde Absprache ­bedingte Fehlstelle gemeint. In diesem Zusammenhang gilt eine besondere Sorgfaltspflicht, da es in Deutschland bisher keine Norm oder Vorschrift gibt, die die Abdichtung kritischer Stellen einem Gewerk klar zuordnet.

Bei der Ausbildung einer dauerhaft schlagregensicheren Gebäudehülle muss das Eindringen von Niederschlagswasser in Kombination mit Winddruck wirksam verhindert werden. Die Realität zeigt, dass durch unsachgemäße Planung ­beziehungsweise Ausführung ein unerwünschter Wassereintritt im Bereich der Fenster-/Fensterbankkonstruktion auftreten kann. Eintretende Feuchte führt in der Folge zu Schäden im Wandbildner und WDVS. Je nach Wandkonstruktion  weisen die Materialien dabei unterschiedliche Fehlertoleranzen auf. Vor dem Hintergrund der Problematik ­gewerkeübergreifender Arbeiten ist eine besondere Ausführung jeweils sicherer Wasserabführung nach außen erforderlich.

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