06. April 2017

Keine Chance für Schadstoffe

Die Wände der Gruppenräume in der Kita Geesthacht wurden mit Greenline Gipsfaserplatten beplankt
Fotos: Sentinel Haus Institut GmbH

Ein gutes Beispiel für ein gelungenes Konzept, das die Belange von Kindern und Mitarbeitern ­gleichermaßen berücksichtigt, ist der Erweiterungsbau einer Kita in Geesthacht, der von der ­Kommune bewusst an hohen gesundheitlichen Standards ausgerichtet wurde. Die Beplankung der Innenwände erfolgte mit einer speziellen Gipsfaserplatte, die über eine beidseitige Beschichtung Schadstoffe aus der Raumluft aufnimmt und dauerhaft in unschädliche Stoffe umwandelt.

Neun Gruppen waren in der Kita Regenbogen untergebracht. Mit 165 Kindern war die Einrichtung die größte ihrer Art in Geesthacht. Aber die Räumlichkeiten für die auf drei ­Gebäude aufgeteilten Gruppen waren in die Jahre gekommen und energetisch, aber auch architektonisch und bautechnisch unzulänglich. Vor allem fehlte es an Platz. So fand beispielsweise die Hausaufgabenbetreuung in einem Durch­gangs­raum zum Haupthaus statt. Bei den eingeschränkten Platzverhältnissen hatte die Kommune keine Chance, dringend benötigte Räume für weitere ­Gruppen einzurichten, damit die steigen­de Nachfrage nach Betreuungsplätzen ­befriedigt werden konnte.

Hinzu kam, dass die Bausubstanz der vorhandenen Bauten stark sanierungsbedürftig war. Die 30 Kilometer südöstlich von Hamburg gelegenen Kommune entschloss sich schließlich zum Abriss eines Teils der Altbauten. An ihrer Stelle sollte ein neuer Erweiterungsbau für die vier dort untergebrachten Gruppen sowie für zwei weitere Krippengruppen gebaut werden.

Bunte Akzente

Entstanden ist ein kompakter, ein­geschossiger L-förmiger Baukörper. Er bietet Platz für je zwei Hort-, Elementar- und Krippenräume. Alle Gruppenräume sind über einen langgestreckten Spielflur mit einander verbunden, in dem hinter halbhohen Wänden auch die Garderoben untergebracht sind. Von hier aus erfolgt der Zugang zu den einzelnen Räumen. Die Gruppenräume der Elementar- kinder verfügen zusätzlich über einen kleinen Nebenraum als Rückzugsort. Für die Krippenkinder stehen Schlafräume und Wickelplätze zur Verfügung.

Die Verbindung zu dem rechtwinklig angeordneten Gebäudeteil mit den ­Krippengruppen erfolgt über ein sogenanntes Foyer mit Nebeneingang. Es ist ­optisch dem polygonalen sogenannten Mehrzweckraum angepasst, der die Verbindung zwischen dem Haupthaus und dem Neubau herstellt. Im Alltag fungiert er als Bewegungsraum für die Kinder, kann darüber hinaus aber auch für Seminare, Vorführungen, Feste und Elternabende genutzt werden. Alle Räume sind mit Terrassen ausgestattet, bodentiefe Verglasungen sorgen für helle, gleich­mäßig ausgeleuchtete Räume. Sorgsam positionierte farbige Flächen setzen bunte Akzente und erleichtern die Orientierung.

Wohngesundheit im Fokus

Der neue Kita-Anbau sollte nach den Vorgaben des Bauherrn ein gesunder Lern- und Lebensort für die dort betreuten Kinder sein. Im Hinblick auf die besondere gesundheitliche Sensibilität von Kindern setzen Architektin Meike Heinsohn vom Hamburger Büro Architekten Möller Seifert und die Architektin Gabriele Maria Plaßmann vom Fachdienst Immobilien- Hochbau der Stadt Geesthacht bei der Realisierung des Kita-Erweiterungsbaus daher auf Fermacell Gipsfaserplatten »Greenline« für den Innenausbau. Bei der Verarbeitung orientieren sie sich von Anfang an an den strengen wohngesundheitlichen Vorgaben des Freiburger Sentinel Haus Instituts (SHI), das klar definierte Regeln für gesundes Bauen entwickelt hat. Demnach werden sämtliche für die Raumluft relevanten Baustoffe – unabhängig von ihrem ökologischen Image – vor der Verarbeitung auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit hin untersucht. Der Check bezieht sich auf ihre Zusammensetzung und auf mögliche gesundheitsschädliche Emissionen. Sind bei dem Einsatz eines Baustoffes gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen, werden gleichwertige, aber emissionsarme Alternativen empfohlen. Experten des Sentinel Haus Instituts überwachten die Einhaltung des Konzeptes. Nach Fertigstellung des ­Gebäudes wurde die Beachtung der strengen Kriterien von einem unabhängigen Sachverständigen durch Raumluftmessungen überprüft.

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