05. Januar 2017

InfoPlus 1/2017 "Erfa bietet echten Nutzen"

Titel_01_2017_250px_R Ausbau und Fassade - InfoPlus 1/2017 "Erfa bietet echten Nutzen"

Interview mit Dr. E. Rüdiger Weng

Der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit Kollegen - kurz: Erfa - ist so gewinnbringend, wie eine gute Betriebsberatung. Erfahrungsaustausch-Kreise sind in allen Branchen ein anerkanntes Mittel, die Wettbewerbschancen eines Unternehmens zu erhöhen. ausbau + fassade initiierte vor über 15 Jahren einen Kreis für Stuckateur- und Ausbau-Unternehmer. Für diesen Leser-Service konnte Dr. E. Rüdiger Weng vom Berater-Team Bau als Partner gewonnen werden.

Herr Weng, was verbirgt sich hinter dem Wort Erfa-Kreis?

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Dr.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. E. Rüdiger Weng (Jg. 1954) studierte Bauingenieurswesen, absolvierte ein Arbeits- und Wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium. Er war Marketing-Leiter in der Baustoffbranche und Bereichsleiter Marketing in einem großen mittelständischen Bauunternehmen. Seit 1999 ist er selbstständig und Mitglied im Berater-Team Bau. Neben seinem Berufsleben hat Weng noch promoviert. Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter für Marketing und Vertrieb an der  Hochschule für Technik Stuttgart und Geschäftsführender Gesellschafter der WM-Q, einem QualitätsVerbund für Planer am Bau.

Erfa-Kreise sind moderierte Erfahrungsaustausch-Kreise. Kreise in denen Unternehmer, die nicht untereinander im Wettbewerb stehen, offen ihre Erfahrungen austauschen und diskutieren.

Ein Unternehmer hat viel zu tun und wenig Zeit. Was bringt ein Erfa-Kreis?
Ziel der Erfa-Kreise ist, durch Beratungen im Kollegenkreis, Betriebsvergleiche - Stichwort Benchmarking - und Präsentationen von Praxis-Lösungen die Erfolgschancen der teilnehmenden Unternehmen dauerhaft zu verbessern.
Der gegenseitige Erfahrungsaustausch kombiniert mit dem Input des Moderators ist quasi eine permanente Unternehmensberatung, eine Plattform für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Wie läuft eine Erfa-Gruppensitzung ab?
Unsere Erfa-Kreise treffen sich in der Regel zweimal pro Jahr je eineinhalb Tage. Die Themen bestimmen dabei im Wesentlichen die Teilnehmer, denn nur sie wissen genau wo sie der Schuh drückt. Sie sind auch aufgefordert zum Beispiel durch Kurzreferate Problemstellungen und Lösungen einzubringen. Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus werden einzelne Themen vertieft beziehungsweise gesondert behandelt: zum Beispiel Ziele und Maßnahmen für das Folgejahr, Strategie-Entwicklung, aktuelle Markt-Situation, Personalmanagement, Akquisition, Arbeitsvorbereitung, Unternehmensvergleich, Social Media, neue Arbeitstechniken etc. und es wird das Unternehmen des Teilnehmers besucht und vorgestellt an dessen Ort das Treffen stattfindet.
Neben der »Arbeit« ist die Geselligkeit ein weiteres verbindendes und wichtiges Element.

Welche Informationen werden getauscht?
Alle Informationen, die zur erfolgreichen Führung eines Unternehmens erforderlich sind. Wichtig sind hier die Offenheit und das Engagement jedes einzelnen Teilnehmers.

Welche Aufgaben hat ein Moderator?
Die Aufgaben des Moderators bzw. Beraters sind die fachliche und organisatorische Vorbereitung der Veranstaltungen, die Leitung und Durchführung und die Nachbereitung. Zur Nachbereitung gehört ein ausführliches Protokoll und die weitere telefonische und schriftliche Unterstützung beziehungsweise Beratung der Teilnehmer über die Veranstaltungen hinaus.
Der Moderator bringt natürlich seinen persönlichen Erfahrungsschatz ein, schlägt Themen vor, lädt Fachreferenten für Sonderthemen ein und initiiert Unternehmensvergleiche.

Welche Kompetenzen bringen Sie als Moderator mit?
Berufspraxis. Ich war über zwölf Jahre Bereichsleiter in einem großen mittelständischen Bauunternehmen, davor vier Jahre Assistent der Geschäftsleitung und Abteilungsleiter in einem Unternehmen der Baustoffbranche. Ende 1999 habe ich mich dann als Mitglied im Berater-Team Bau selbständig gemacht. Von Haus aus bin ich Bauingenieur und Wirtschaftsingenieur. Meine Beratungs-Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der Strategie-Entwicklung, der Akquisition, Marketing und dem Erfolgsfaktor „Kunde“.

Kommt es nicht auch auf die persönliche Chemie an?
Die persönliche Chemie zwischen den Teilnehmern und dem Moderator, aber auch unter den Teilnehmern ist sehr wichtig. Es muss Vertrauen da sein. Nur Vertrauen kann natürlich nicht beim ersten Treffen verordnet werden, es muss wachsen. Dazu ist es auch wichtig, dass neue Erfa-Kreis-Mitglieder nur einstimmig aufgenommen werden können.

Gibt es messbare Erfolge?
Ein großer Erfolg ist mit Sicherheit der, dass einige unserer Erfa-Kreise seit über 15 Jahren bestehen. Das funktioniert nur durch eine hohe Qualität in der Leitung der Erfa-Kreise und dadurch, dass den Teilnehmern echter Nutzen geboten wird.

Mit welchen Kosten sind zu rechnen?
Mit Teilnahmegebühren je Unternehmen, nicht je Teilnehmer. Und es ist üblich, dass zwei Vertreter eines Unternehmens anwesend sind. Die Höhe hängt natürlich von der Dauer der jeweiligen Tagung ab.

Für wen empfiehlt sich die Teilnahme an einem Erfa-Kreis?
Auf jeden Fall für den Chef, aber natürlich auch für die Führungskräfte. Wichtig ist nur, dass nicht heute der und morgen ein anderer Vertreter eines Unternehmens kommt.

Welche Voraussetzungen muss ein Teilnehmer mitbringen?
Offenheit ist eine wichtige Voraussetzung, Engagement eine andere, Bereitschaft zum Mitmachen und sich Einbringen. Ein Erfa-Kreis lebt wesentlich von den Teilnehmern. Wichtig ist, dass viele Informationen fließen, denn dann wird der Nutzen für jeden Einzelnen am schnellsten deutlich.

Interview: Paul Dolt
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