01. Januar 2016

Skulpturale Deckenausbildung

Rigips_Decke_5_Kopie Ausbau und Fassade - Skulpturale Deckenausbildung

Die neue Entrauchungs­anlage im Hauptflur des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara ­erforderte auch eine neue Deckenkonstruktion im ­gesamten Flurbereich. Kunsthochschul­absolvent Andreas Köppe erstellte dafür einen Entwurf in Trockenbauweise.

Eingangsbereiche und Flure in Krankenhäusern sind in ihrem Erscheinungsbild häufig eher schlicht. Ganz anders ­präsentiert sich der Hauptflur im Erd­geschoss des St. Elisabeth- und St. Barbara-Krankenhauses in Halle an der Saale. Die Decke der so genannten ­Magistrale wurde von einem Künstler der nahe gelegenen Kunsthochschule gestaltet. Zahlreiche ineinander verschachtelte geometrische, skulpturale Formen fügen sich zu einem architektonischen Gesamtkonzept. Ausgeführt wurde die außergewöhnliche Deckenkonstruktion in Trockenbauweise. Dabei galt es insbesondere, die kreativen ­Elemente des Künstler-Entwurfes mit der komplexen Haustechnik zu ver­einen.

Künstlerische Gestaltung
Die neu eingebaute Entrauchungs­anlage im Hauptflur des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara erforderte eine neue Deckenkonstruktion im ­gesamten Flurbereich. Das 54 Meter lange, 1997 erbaute Flurstück, in das Besucher und Patienten direkt beim Eintreten in das Krankenhaus gelangen, entsprach nicht nur unter technischen Gesichtspunkten längst nicht mehr den Ansprüchen eines modernen Kranken­hausbetriebes. Die Krankenhausleitung entschied sich daher, die Burg ­Giebichenstein Kunsthochschule Halle mit der künstlerischen Gestaltung ­dieses Deckenbereiches zu beauftragen. Absolvent Andreas Köppe erstellte den Entwurf für die Deckenausbildung und betreute dessen Umsetzung zusammen mit dem Architekturbüro Angelika Erz aus Halle sowie dem Bauunternehmen FCM Fähnrich und dem ausführenden Trockenbauer Tom Otterburg.

Das Gestaltungskonzept
Das Anliegen der künstlerischen Gestaltung war es, den Hauptflur markant hervorzuheben und architektonisch zu beleben. Hierfür wurde die abgehängte Deckenkonstruktion skulptural durch­geformt. Besonders wichtig dabei war die Einbindung der gesamten Haustechnik in das Gestaltungsbild. Lüftungs­leitungen, Beleuchtung, Rauchmelder, Lautsprecher und Revisionsklappen sollten in die Gestaltung ästhetisch integriert werden.
Bei der Suche nach dem geeigneten Material für die Ausarbeitung der ­erwünschten Formen wurde schnell klar, dass sie nur in Trockenbauweise zu realisieren sein würden. »Die Umsetzung dieser Deckengestaltung macht wieder einmal deutlich, welche inno­vativen Leistungen mit den Trockenbauprodukten möglich sind. Ich staune heute noch, wenn ich diese Decke ­sehe«, so die Geschäftsführerin der FCM Fähnrich GmbH Elfia Fähnrich.

Die Umsetzung
Nachdem die alte Deckenkonstruktion vollständig abgerissen war, wurden zunächst einige Leitungen im ­Zwischendeckenbereich umgelegt. Eine besondere Herausforderung stellte die freie Umhausung sämtlicher technischer Anlagen mit Trockenbaukonstruktionen dar. Durch eine lichte Geschoss­höhe von vier Metern konnte die neue Konstruktion mit Noniusabhängern auf teilweise bis zu 2,60 Meter abgehängt und der Deckenraum optimal für die Umhausung der technischen Anlagen in unterschiedlichen Höhen genutzt ­werden. Nur durch eine enge Zusammenarbeit und nahezu tägliche Absprachen zwischen allen Beteiligten konnten die geometrischen Formen und ­Proportionen präzise realisiert werden. Für die Unterkonstruktion kamen auf Maß geschnittene Rigips-Profile zum Einsatz, die Bekleidung der geometrischen Formen wurde mit »Rigips Bauplatten RB 12,5 mm« realisiert.
»Wir mussten alle Gipskartonplatten ­direkt auf der Baustelle maßgenau ­zuschneiden. Eine Vorfertigung wäre aufgrund der individuellen Formen gar nicht möglich gewesen«, berichtet Trockenbauprofi Tom Otterburg. »Wie in Krankenhäusern üblich, hatten wir es dort mit relativ umfangreichen und kom­plexen Haustechnik-Installationen zu tun, so dass wir uns regelmäßig mit dem Künstler und unserem technischen Ansprechpartner über Details und die passende Trockenbaulösung ausgetauscht haben. Hier folgte wirklich eine ›Einzelanfertigung‹ der nächsten.«

Saubere Luft als Nebeneffekt
Rund ein Drittel der Deckenfeld-Unterseiten erhielten eine Beplankung mit »Rigiton Air«-Akustiklochplatten. Diese Deckenplatten von Rigips sorgen nicht nur für eine gute Akustik, sie helfen auch dabei, das Raumluftklima deutlich zu verbessern.
Dank eines natürlichen silikatischen Komplexes reduzieren diese Platten Schadstoffe und schlechte Gerüche und verbessern damit die Luftqualität nachweislich.

Das Spiel mit dem Licht
Dank einer hochwertigen Oberflächengestaltung in der Qualitätsstufe Q 4 und einer Verspachtelung in mehreren Arbeitsgängen mit dem Rigips »Vario Fugenspachtel« verstärkt ein einzigartiges Licht- und Schattenspiel die skulpturale Wirkung der Decke. Die tatsächlich vorhandenen Geometrien werden durch immaterielle Schlagschatten ­kontrastiert, die dem Deckengebilde ­etwas »Unwirkliches« geben.
Im fließenden Grenzbereich zwischen Kunst und Handwerk sah die Fachjury der Rigips Trophy dieses perfekt umgesetzte Ausbauprojekt und würdigte die Leistungen der FCM Fähnrich GmbH mit dem Gewinn der bronzenen Trophäe. Insbesondere durch die enge und kontinuierliche Abstimmung zwischen dem ausführenden Trockenbauunternehmen sowie dem Künstler, dem Architekten und der technischen Abteilung des Krankenhauses wurde ein den Raum belebendes Gesamtkonzept überzeugend realisiert.

Ausgabe: 1/2013

  1. Rigips_Decke_1_Kopie Ausbau und Fassade - Skulpturale Deckenausbildung
  2. Rigips_Decke_2_Kopie Ausbau und Fassade - Skulpturale Deckenausbildung
  3. Rigips_Decke_3_Kopie Ausbau und Fassade - Skulpturale Deckenausbildung
  4. Rigips_Decke_4_Kopie Ausbau und Fassade - Skulpturale Deckenausbildung
  5. Rigips_Decke_5_Kopie Ausbau und Fassade - Skulpturale Deckenausbildung