01. Januar 2016

Laut und leise


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Für den Wettbewerb »Phantasiewelten« entwerfen und bauen Architektur­studenten und junge Stuckateure den Messestand des Bundesverbandes Ausbau und Fassade (BAF) auf der »Messe Farbe – Ausbau und Fassade« vom 6. bis 9. März 2013 in Köln. Mit dabei ist auch die TU Wien in Kooperation mit dem österreichischen Verband für Stuckateure und Trockenbauer.

Die Teilnahme am Wettbewerb »Phantasiewelten« diente dem Verband der österreichischen Trockenbauer und der Technischen Universität Wien als Basis für eine Kooperation. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte im November 2011 zwischen Gregor Todt (Vize-Präsident des Verbands Österreichischer Stuckateur- und Trockenausbauunternehmungen VÖTB) und Peter Fattinger (TU Wien). Der Vorschlag, gemeinsam am Wettbewerb »Phantasiewelten« teilzunehmen, stieß sofort auf reges Interesse im Kollegium und bei den Studierenden. Das Studententeam aus Johannes Längauer, Rita Mullen und Manuel Ortner stellte bei der ersten gemeinsamen Besprechung zusammen mit den anderen Hochschulteams Mitte Dezember 2011 in Berlin ihr Projekt zum Thema »Akustik und Schall« vor – mit dem Ergebnis, dass es in die Gesamtkonzeption des Messestandes des Bundesverbandes Ausbau und Fassade aufgenommen wurde.

Der Entwurf
Während dieser unklaren ersten Phase der Projektentwicklung wurde die zur Verfügung stehende Fläche immer kleiner und die Ideen immer klarer. Das Thema des Pavillons - Schall und Akustik - eröffnete dem Team ein spannendes Betätigungsfeld im Trockenbau. Bei der Entwicklung der Formensprache orientierten sich die Studierenden an den klassischen Trockenbaumaterialien: Gipsbauplatten und Dämmstoffen. Bei deren Analyse wurden etliche Gegen­sätze in der Materialität, wie hart – weich, schwer – leicht, starr – biegsam und eckig – rund entdeckt. Das Spielen mit vorhandenen und neu geschaffenen Gegensätzen war ab diesem Zeitpunkt der bestimmende Leitsatz, welcher im Entwurf ein interessantes Spannungsfeld erzeugt.
Als raumbegrenzende Form wurde eine rechteckige Kubatur mit den Maßen von 2,4 m x 2,4 m x 3,8 m gewählt, welche sich mit einer Bespannung aus einem semitransparenten Baustellennetz von seiner Umgebung abgrenzt. Die Größe der zwei Bauvolumen wurde an einen möglichst einfachen und schnellen Transport und Aufbau angepasst. Im Inneren dieser »Boxen« wirkt eine amorphe Form raumbildend, welche sich durch beide Pavillonteile zieht und sie dadurch als Einheit verbindet. Der Raumabschluss wird einerseits durch gebogene harte Gipsfaserplatten, andererseits durch orthogonal angeordnete, weiche Dämmmaterialien definiert.
Passend zum Thema Akustik wurden die Eigenschaften »laut« und »leise« in Szene gesetzt. Aufgrund dessen entschied sich das Team für die Entwicklung zweier separater Boxen, einer Schall absorbierenden »Camera Silenta« (ein schalltoter Raum) und einem Schall emittierenden DJ-Stand.
Aktuell befindet sich das Projekt in der letzten Ausbauphase, es bedarf nur noch des Oberflächenfinishs. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten der Universität, des Verbandes und den Vertretern der Industrie hat in allen Phasen des Projekts gut funktioniert und bildet eine gute Basis für eine zukünftige
Kooperation zwischen dem VÖTB und der TU Wien.

TU Wien
Die Technische Universität (TU) Wien ist Österreichs größte Universität im Bereich Technik und Naturwissenschaften. Dem Grundprinzip der forschungsgeleiteten Lehre folgend, werden 18 Bachelor-, 41 Master-, ein Lehramts- und drei Doktoratsstudiengänge angeboten und von 29000 jungen Menschen studiert. Das Zusammenwirken solider Grundlagenforschung mit ingenieurs­wissenschaft­licher Arbeit in unterschiedlichen Disziplinen einerseits und die Zusammen­arbeit in Projekten mit anderen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen andererseits, erlaubt Entwicklungsarbeiten auf fast allen Gebieten der Technik.
Die Fakultät für Architektur und Raumplanung ist mit derzeit rund 4000 Studierenden und über 150 Mitarbeitern die zweitgrößte Fakultät. Geboten wird bedarfsorientierte und berufspraktische Lehre und Forschung. Im Mittelpunkt steht die Ausbildung technischer, ästhetischer und intellektueller Kompetenzen, die zur erfolgreichen Bearbeitung komplexer Gestaltungsaufgaben befähigen. Methodische Klarheit und konzeptionelles Denken gehören dazu ebenso wie die Fähigkeit zur Kommunikation und Kooperation im Team.

Abbildungen: TU Wien                                                                                               Ausgabe: 2/2013