01. Januar 2016

Voll im Trend: Glatte Oberflächen

Knauf-Qdrei_1 Ausbau und Fassade - Voll im Trend: Glatte Oberflächen

Glatte Oberflächen in Q3- und Q4-Ausführung sind bei Bauherren aktueller denn je ­zuvor. Die hochwertigen Oberflächen effizient herzustellen und gezielt zu verkaufen, ist für den ­Fachunternehmer eine willkommene Gelegenheit, um dem Preiskampf zu entgehen.

Ob im privaten oder gewerblichen ­Bereich, glatte Oberflächen liegen ­derzeit bei Architekten und Bauherren voll im Trend. Immer mehr Bauherren realisieren große Fensterflächen über mehrere Stockwerke. In immer mehr ­Ladenlokalen kommen zusätzlich zu großen Schaufenstern und Glasfassaden ausgefeilte Beleuchtungskonzepte zum Einsatz. Richtig ausgeführt sind solche Flächen echte »Hingucker« und sie ­stellen ein Aushängeschild für die Handwerkskunst dar.
Dieser Trend bietet dem Fachunternehmer eine große Chance, dem Preiskampf zu entgehen. Durch Fachwissen und abgelieferte Qualität kann er sich von der großen Masse der Anbieter im Niedrigpreissegment differenzieren und sich ­einen Namen machen, denn es gibt ­keine bessere Werbung als Mund-­Propaganda durch begeisterte Kunden. In der Regel hat es keinen Sinn, dem Kunden ausschließlich die kostengüns­tigste Lösung anzubieten. Diese kann ihn zwar kurzfristig bei der Auftrags­vergabe überzeugen, langfristig jedoch ist der Kunde damit häufig unzufrieden und muss kostenintensive Nachbesserungen oder Sanierungen in Kauf ­nehmen. Nicht selten endet das vermeintlich kostengünstige Angebot im Geld und Zeitverschlingenden Rechtsstreit, der niemandem nützt. Ganz im Gegenteil.

Höhere Qualitätsansprüche
Wer als Fachunternehmer die Erstellung von Trockenbauflächen in komplexen Beleuchtungssituationen anbietet, muss wissen: Eine Q2-Standardverspachtelung reicht bei großen Fensterflächen und komplexen Beleuchtungssituationen nicht aus! Hier ist mit Streiflicht aus allen Richtungen zu rechnen und der Kunde wird bei solch gehobenen Anforderungen kaum sichtbare Fugenabzeichnungen akzeptieren, die bei ­einer Q2-Ausführung sehr wahrscheinlich zu Tage treten werden. Eine Q2-Ausführung mit zwei Spachtelgängen (Füllen der Stoßfugen, Überspachteln der Befestigungsmittel sowie ein breiteres Ausspachteln der Fugen) ist lediglich  geeignet für mittel und grob strukturierte Wandbekleidungen (Raufaser­tapeten), matte füllende Anstriche, die strukturiert aufgetragen werden (beispielsweise mit einer langfaserigen Lammfellrolle) oder für Oberputze mit einer Korngröße von mehr als 1 mm. Fugenabzeichnungen bei Streiflicht sind hier nicht auszuschließen und sogar wahrscheinlich.
Da große verglaste Flächen und in­direkte Beleuchtungen bei Architekten derzeit sehr beliebt sind, werden an die Verspachtelung der Trockenbauflächen höhere Qualitätsansprüche gestellt.
Haben Bauherren bis vor einigen Jahren eine Q3- oder gar Q4-Verspachtelung eher selten nachgefragt, verschiebt sich heute der geforderte Spachtelstandard immer mehr in Richtung Q3-Verspach­telung.

Wohlgefühl durch Licht
Betrachten wir als Beispiel die Filialen eines Modehauses. Die ausgestellten Modestücke werden durch unzählige Scheinwerfer so ins rechte Licht gerückt, dass Streiflicht aus allen ­Richtungen auf die Deckenflächen fällt. ­Modehäuser versuchen dem Kunden ­eine »perfekte Wohlfühlatmosphäre« zu bieten, um die dargebotenen Kleidungsstücke perfekt erscheinen zulassen. Je perfekter alles wirkt, desto mehr wird verkauft. Es geht in diesem Fall nicht nur um Ästhetik. Sichtbare Fugen ­werden dort meist nicht akzeptiert. Das Mittel der Wahl für eine Trockenbau-Decke wäre in einem solchen Fall ­mindestens eine Q3-Verspachtelung, um Fugenabzeichnungen weitgehend zu vermeiden.
Eine Q3-Verspachtelung beinhaltet über Q2 hinausgehend ein nochmaliges ­breiteres Ausziehen der Fugen sowie ein vollflächiges dünnes Abspachteln der gesamten Gipskarton-Oberfläche zum Verschluss der Kartonporen. Ziel des vollflächigen Abspachtelns ist das Vereinheitlichen des Saugvermögens von gespachtelter Fuge und Gipskarton­plattenoberfläche, denn ein herkömm­liches Spachtelmaterial saugt deutlich mehr Farbe auf als Karton. Bei kom­plexen Beleuchtungssituationen würde man ohne das vollflächige Überziehen der gesamten Oberfläche mit Spachtelmaterial die Struktur- und Dickenunterschiede im Farbauftrag als Fugenabzeichnung wahrnehmen. Q3-Oberflächen sind daher zwingend notwendig für feinstrukturierte Wandbekleidungen (Glasvliestapeten) und matte, nicht strukturierte Anstriche oder Beschichtungen (beispielsweise mit einer kurz­faserigen Mohair-Rolle aufgebrachte Dispersionsfarbe) oder Oberputze mit einer Korngröße von weniger als 1 mm. Fugenabzeichnungen bei Streiflicht sind hier zwar weitgehend, aber trotzdem nicht völlig auszuschließen.

Spachtelbuckel entfällt
Eine effiziente und hochwertige ­Alter­native, um Kunden bei komplexen ­Beleuchtungssituationen an der Decke (beispielsweise Ladendecke) zufrieden zu stellen, ist das Knauf System ­»Horizon«.
Das System besteht aus einer Gipsplatte die auf allen vier Seiten ­abgeflachte Kanten besitzt (Knauf ­Horizonboard), ­einem extrem riss­sicheren Spezialfugendeckstreifen (Knauf Kurt) und einer an Saugverhalten und Farbe des Gips­plattenkartons angepassten Spachtelmasse (Knauf Trias). Vorteil: Wegen der Abflachung aller Kanten entsteht kein »Spachtelbuckel« mehr. Der Fugendeckstreifen verschwindet bündig unter der Plattenoberfläche und trägt nicht mehr auf. Damit werden deutlich ebenere Flächen als bei Q3 ­geschaffen. In ­Kombination mit Platte und Fugendeckstreifen sorgt die Spezialfugenspachtelmasse Knauf Trias dafür, dass Fugenabzeichnungen aufgrund von ­Unter-schieden zur Kartonoberfläche (in Saugverhalten und Farbe) der Vergangenheit angehören. Die ­gesamte Oberfläche saugt genauso wie bei einer Q3-Verspachtelung einheitlich und ist frei von Farbkontrasten.
Weiterer Mehrwert von Knauf Trias: Kein merklicher Fugeneinfall mehr. ­Damit kann man sich ein aufwändiges dreimaliges Spachteln der Schnittkanten sowie ein vollflächiges Spachteln und Schleifen sparen, was umgerechnet ­zirka ein Drittel der Spachtelarbeitszeit ausmacht.
Man erhält einfach und schnell unvergleichlich ebene und einheitliche Oberflächen ohne sichtbare Fugen in nur zwei Spachtelgängen.
Perfektion handwerklich unmöglich
Möchte man Fugenabzeichnungen praktisch ganz vermeiden – also ­weitestgehend ausschließen – sind Oberflächen in Q4-Qualität herzu­stellen. Dazu wird aufbauend auf Q2 ­eine mindestens 1 mm dicke Spachtelschicht aufgetragen. Q4-Oberflächen sind geeignet für glatte oder ­strukturierte glänzende Wandbekleidungen ­(beispielsweise Metall- oder Vinyl­tapeten), Lasuren oder Anstriche beziehungsweise Beschichtungen bis zu mittlerem Glanz sowie für Stuccolustro oder andere Glätte-Tech­niken. Jedoch sollte klar sein, dass absolut ebene und schattenfreie Oberflächen handwerklich nicht herstellbar sind. Bei Q4-Oberflächen werden unerwünschte Effekte wie beispielsweise wechselnde Schattierungen oder minimale örtliche Markierungen zwar ­weitestgehend vermieden, lassen sich aber nicht völlig aus­schließen, da die Lichteinflüsse durch Glasfronten je nach Tages- und Jahreszeit stark variieren. Die für die spätere ­Nutzung vorgesehenen Lichtverhältnisse bei künstlicher Beleuchtung müssen bei der Herstellung einer Q4-Oberfläche zum Zeitpunkt der Spachtelarbeiten ­bereits vorhanden oder ­bekannt sein. Ein nachträgliches seit­liches Ableuchten der Wände (um das Haar in der Suppe zu finden), beispielsweise mit einem Halogenstrahler, ist nicht zulässig!

Deutlicher Wettbewerbsvorsprung
Typischer Anwendungsfall für eine Q4-Verspachtelung in Verbindung mit einer glatten Endbeschichtung wäre ein ­Gebäude mit geschossübergreifender Glasfront, wie man sie immer öfter in Dachgeschoss-Giebelwänden oder in Treppenbereichen findet. In einem ­solchen Fall wird der Bauherr wahrscheinlich keine Fugenabzeichnungen akzeptieren. Mittel der Wahl ist hier ­eine pastöse Spachtelmasse wie beispielsweise Knauf Readygips, die Untergrundunebenheiten füllt und spiegelglatte Oberflächen erzeugt. Vorteile von Knauf Readygips: Effiziente Verarbeitung mit einer Airless-Maschine sowie hervorragend leichtes Verteilen und Glätten. Das führt zu sehr glatten und feinen Oberflächen.
Mit diesem Spachtel-Know-how im Hintergrund hat der Fachunternehmer einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung. Zwar kostet ­effizientes Material einige Cent mehr pro Quadratmeter, ­jedoch werden aufgrund von deutlich schnellerer Verarbeitung diese Kosten wieder eingespart. Aber das Wichtigste ist ein begeisterter Bauherr: Die Baustelle ist deutlich schneller fertig, die Oberflächenqualität ist sehr gut und ­die Fugenabzeichnungen gehören der ­Vergangenheit an.

Resümee
Der Trend hin zu Q3- und Q4-Oberflächen und das dazugehörige Spachtel-Know-How eröffnen dem Fachunternehmer die lukrative Chance, gezielt Q3- und Q4-Oberflächen zu verkaufen. Die höheren Materialkosten – von nichts kommt nichts – werden durch die deutliche Arbeitsersparnis um ein Vielfaches kompensiert. Bestes Argument für eine hochwertige Verspachtelung ist das Anlegen einer Musterfläche. Zwar ist diese mit einem gewissen Aufwand verbunden, jedoch wird der ­Fachunternehmer als transparenter und kompetenter Betrieb wahrgenommen, der sich vom Wettbewerb positiv abhebt. Die Erfahrung zeigt: In der Mehrzahl der Fälle »begreift« der Bauherr anhand der Musterfläche schnell, dass es sich lohnt, einen adäquaten Preis für ­eine hochwertige Verspachtelung zu ­bezahlen.

Matthias Schäfer,
Marktmanager Spachtelmassen,
Knauf Gips KG

Abbildungen: Knauf Gips KG/Ducke                                                                                                                        Ausgabe: 2/2012

  1. Knauf-Q3_4 Ausbau und Fassade - Voll im Trend: Glatte Oberflächen
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