01. Januar 2016

Kontrolle ist besser

SVSchneider_10 Ausbau und Fassade - Kontrolle ist besser

Bauabläufe und Anforderungen beim Bauen sind oft komplex. Kontrolle hilft, Schäden zu vermeiden und Fehler zu beheben, die sich im Arbeitsalltag einschleichen. Ralf Schneider berichtet aus seiner Praxis als Sachverständiger aus dem Gewerk Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS).

Nach der Dämmplattenverklebung am ersten der drei Gebäudekomplexe beim Neubau eines Studentenwohnheims in Mainz wurden von der Projektsteuerung und der Bauleitung des Generalunternehmers zweifelhafte Sachverhalte festgestellt. Das Sachverständigenbüro Ralf Schneider aus Erlensee in Hessen wurde mit einer Begutachtung und der Fremdüberwachung der weiteren Baumaßnahme beauftragt.
In den ersten Überprüfungen wurden folgende Ergebnisse festgehalten:
• Offene Spalten zwischen Oberkante Brandriegel und EPS-Flächendämmung (die Verklebung der Dämmplatten ist von oben nach unten
erfolgt);
• Falscher Baustoff des Brandriegels, sowie dessen Verklebung – nicht
gedübelt;
• Nicht ausreichende Verklebung der Flächendämmung auf dem Stahl­beton-Untergrund;
• Verwertung zahlreicher Abfall- und Restplatten in der EPS-Flächendämmung;
• Mangelhafte Diagonalbewehrung an Fenstern;
• Zu geringer Gerüstabstand zur Oberfläche – gleichmäßige Oberputzstrukturierung nicht möglich.
Bei weiteren Überprüfungen wurden
die Brandriegel und die Verklebung in
Augenschein genommen. Die Ergebnisse: Mangelhafter Einbau der Brandriegel: Mit der Säge wurden Fassaden-Dämmplatten zugeschnitten und die verbliebenen Fugen mit B1-Schaum vorder­seitig ausgeschäumt. Die Konsequenz: Alle eingebauten Brandriegel mussten entfernt und vorschriftsmäßig erneuert werden.
Die Überprüfung der Verklebung: Mit geringster Kraftanstrengung konnte eine Dämmplatte aus der Fläche entfernt werden. Ursache: Der Klebeflächen­anteil war zu gering und die Randwulst war nicht immer vorhanden. Die Konsequenz: Alle verklebten Bereiche mussten vorschriftsmäßig nachgeschäumt werden. Dabei wurde die Nachverschäumung kontrolliert.
Alle weiteren Arbeitsschritte wurden vorschriftsmäßig nach den Vorgaben der allgemein anerkannten Regeln der Technik und der Bauaufsichtlichen Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik Berlin ausgeführt. Der Sachverständige begleitete als Fremd­überwacher den weiteren Bauablauf. So wies er unter anderem auf die Konsequenz der Fassadengestaltung hin: Die Giebelflächen und Teile der Längsseiten sollten in einem dunklen Anthrazit ausgeführt werden. Bei diesem Hellbezugswert (HBW) von kleiner als 20 ist das WDVS (Dicke Armierung, Bindemittelart der Deckbeschichtung etc.) gemäß Herstellervorschrift auszuführen.
Die Baumaßnahme wurde zur Zufriedenheit aller Baubeteiligten weiter­geführt, zwischenzeitlich erfolgreich beendet und steht vor der Nutzung.

Dipl.-Ing. Ralf Schneider
Sachverständiger für das Maler- und Lackiererhandwerk einschließlich Putz, WDVS und Trockenbau

Abbildungen: Schneider                                                                                                                            Ausgabe: 11/2013

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