01. Januar 2016

Dämmen mit Lehm

Thae_1 Ausbau und Fassade - Dämmen mit Lehm

Im Albrecht-Thaer-Haus in Celle wurde 1802 das erste deutsche Landwirtschaftliche Lehrinstitut gegründet. Heute ist es ein Denkmal, das als Wohnhaus dient. Energetisch wurde es mit einer Innendämmung modernisiert.

Um den historischen Gebäudebestand für die Zukunft nutzbar zu machen, muss eine Anpassung an die modernen Anforderungen wie Wohnkomfort, Wohngesundheit und Energieeinsparung erfolgen.
Üblicherweise werden Gebäude von außen gedämmt. Da dies bei Fachwerken und anderen wertvollen Fassaden nicht möglich ist, bleibt hier nur die raumseitige Wärmedämmung. Diese ist jedoch bauphysikalisch sehr anspruchsvoll und birgt Risiken für das Gebäude. Aus diesem Grund werden für energe­tische Sanierungen Materialien benötigt, die Feuchtigkeit kapillar aufnehmen und abführen. Der Bestand wird entlastet und der langfristige Erhalt wertvoller Bausubstanz ermöglicht.
Ein Beispiel für eine gelungene Sanierung ist das von einem der berühmtes­ten Bürger Celles, dem Arzt und Begründer der modernen Landwirtschaft, Albrecht Thaer gebaute und nach ihm benannte Herrenhaus an den Dammasch-Wiesen, in dem er 1802 das
erste deutsche Landwirtschaftliche Lehrinstitut gründete. Hier erzielte er unter anderem mit der Methode des Fruchtwechsels große Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft.
Das zweigeschossige Gebäude wurde in Fachwerk-Bauweise erstellt und wie für den Klassizismus üblich, ist die geputzte Fassade klar und einheitlich gegliedert. Nicht zuletzt durch die belebte Nutzungsgeschichte, die natürlich viele bauliche Veränderungen mit sich führte, befanden sich diverse unterschiedliche Materialien in und an der Gebäudehülle, die im Vorfeld bewertet wurden, um ­eine möglichst optimale energetische Sanierung dieses bedeutenden Denkmals durchzuführen. Das Schimmelpilzrisiko an der historischen Konstruktion und die Behaglichkeitskriterien in Wohn- und Arbeitsräumen erforderten zwingend den Einbau einer Wärmedämmung.
Der denkmalpflegerische Anspruch, das ursprüngliche Fassadenbild sowie Teile der Bestandswände komplett zu erhalten, und der Wunsch des Bauherrn nach einer auf den historischen Bestand abgestimmten Lösung, führten hier zu der Entscheidung für Cellco Wärmedämmlehm. Dieses kapillaraktive Innendämmsystem wurde vom Celler Bauunternehmen Wehner fachgerecht eingebaut.
Die Firma Haacke ist seit 1879 auf Wärmeschutz spezialisiert. Die natür­lichen Rohstoffe expandierter Kork, ­Kieselgur, Holzvlies und Lehm werden als verarbeitungsfertiger Wärmedämmlehm im feuchten Zustand oder als ­getrocknete Wärmedämmlehmplatte geliefert und ergeben eingestampft oder montiert eine homogene, kapillar leitende Innendämmung. Dieser patentierte Dämmstoff ist optimal auf die Voraussetzungen in historischen Fachwerk­gebäuden eingestellt und damit wird ohne Vorarbeiten eine hohlraumfreie Dämm­ebene erstellt.
Die Verarbeitung von Cellco Wärmedämmlehm ermöglicht den Verzicht auf eine Untergrundvorbehandlung und wirkt stabilisierend auf die historischen Gefachfüllungen. Auch konstruktiv bedingte Hohlräume in den Fachwerkwänden können mit dem Cellco Wärmedämmlehm in einem Arbeitsschritt mit ausgefüllt werden.

Abbildungen: Haacke                                                                                                          Ausgabe: 6/2012

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