01. Januar 2016

Mineralisch gedämmt, organisch verputzt

Hybrid_-1 Ausbau und Fassade - Mineralisch gedämmt, organisch verputzt

Basaltfasern machen ein neues Dämmsystem schlagfest und nicht brennbar. Damit lassen sich Dämmstoffdicken bis 34 Zentimeter realisieren. Das System toleriert auch intensive Farben.

Natürlicher Basalt, der unter anderem für die Hitzeschilde in der Raumfahrt eingesetzt wird, sorgt für die Eigenschaften des Systems, welches langzeitbewährte organische Armierungs- und Oberputze mit einem mineralischen Dämmstoff (Mineralwolle oder Mineralwolle-Lamelle) verbindet. Das so entstandene Hybridsystem vereint den Vorteil mineralischer WDVS (nicht brennbar) mit denen organischer Systeme (risssicher, mechanisch belastbar, frei zu gestalten).

Mit organischem Putz über die Hochhausgrenze hinaus
Sto Therm Classic S1 ist ein allgemein zugelassenes (Z-33.43-61), nicht brennbares Dämmsystem (A2-s1, d0 nach EN 13501-1) auf Steinwolle-Basis. Aufgrund dieser Eigenschaften lässt es sich selbst an Hochhäusern bis 100 Meter Höhe nutzen. Organische Oberputze können auf diese Weise auch oberhalb der Hochhausgrenzen Stärken wie die hohe Risssicherheit und Schlagfestigkeit ausspielen.
Das System ist zudem bis zu einer Dämmstoffdicke von 34 Zentimetern bauaufsichtlich zugelassen. Damit eignet es sich für Passiv- oder Niedrigstenergiehäuser.

Mechanisch stark belastbar
Das durchgängig zementfreie System verfügt – nicht zuletzt wegen der Fasern aus natürlichem Basalt in der Armierungsmasse Sto Armat Classic S1 – über eine Schlagfestigkeit von bis zu 100 Joule. Die aktuelle europäische Leitlinie (ETAG 004) verlangt für orga­nische Systeme mindestens drei Joule, rein mineralische Aufbauten erreichen bei vergleichbaren Schichtstärken eine mechanische Belastbarkeit zwischen drei und fünf Joule. Die extrem hohe Schlagfestigkeit des neuen Systems geht dabei nicht zulasten der Wasserdampf- beziehungsweise Kohlendioxiddiffusionsfähigkeit.

Intensive Farben
Die neue Fassadendämmung erlaubt, was mineralische Systeme aufgrund der eingeschränkten Tönbarkeit ihrer Oberputze nicht gestatten: höhere Bauten mit intensiven Farbtönen zu gestalten. Nun sind auch sehr dunkle Oberflächen auf nicht brennbaren Aufbauten möglich. Selbst der übliche Hellbezugswert von 20, der bei den meisten Fassadendämmsystemen die Machbarkeitsgrenze darstellt, kann auf Anfrage unterschritten werden. Der dabei eingesetzte Oberputz »Stolit« weist eine hohe Resistenz gegenüber Algen und Pilzen auf. Weder Voranstriche noch Egalisationsanstriche sind notwendig.

Abbildungen: 1.Christoph Gebler 2.Sto AG 3.Sto AG                                    Ausgabe: 11/2012

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