11. Oktober 2021

Auf dem Weg in die Elektromobilität

Foto: Opel

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Mögliche Fahrverbote für Diesel in Innenstädten, aber auch Technik-begeisterung und ein Interesse für den -Umweltschutz können der Grund sein, sich für ein Elektroauto zu entscheiden. Wir haben mit Stuckateuren über ihre Erfahrungen gesprochen.
Wenn Achim Bauer von seinem Elektroauto spricht, spürt man die Begeisterung. „Kunden, die das Auto bewusst wahrnehmen sprechen mich darauf an, in den allermeisten Fällen sind die Reaktionen sehr positiv.“, sagt der Geschäftsführer der Stuckateur Bauer GmbH aus Mannheim. Als von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar Odenwald öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Stuckateurhandwerk interessiert sich Dipl.-Ing. FH Bauer natürlich für Technik.
 
Fotos: privat
 
„Momentan nutze ich einen E-Smart für meine täglichen Fahrten, wie Kundengespräche und Baustellentermine in der näheren Umgebung bis ca. 30 km einfache Wegstrecke, was die meisten täglichen Fahrten abdeckt. Für Transporte nutzen wir die Elektromobilität bislang noch nicht, das wird sich zukünftig aber sicherlich ändern“, sagt Bauer. Und freut sich über die guten Reaktionen der Kunden. „Die Kombination mit einem nahezu lautlosen und lokal emissionsfreien Antrieb bringt weitere Sympathiepunkte“, sagt Bauer. Und hat die Möglichkeiten eines E-Autos vor Augen. „Für Kurzstrecken ergeben sich aus der Kombination der Fahrzeuggröße und des Antriebs nur Vorteile. Für Überlandfahrten, beispielsweise für meine ehrenamtliche Tätigkeit beim Fachverband in Rutesheim, ist das Fahrzeug hingegen nicht geeignet, dazu ist die Reichweite von ca. 130 km im Sommer und 90 km im Winter zu gering. Für solche Fahrten wurde der Smart aber auch nicht angeschafft“, meint er. Ganzheitliches Denken ist für ihn wichtig. „Ich lade das Fahrzeug meist an meinem Wohnhaus an der Wallbox. Wir haben vor zwei Jahren unser Dach erneuern lassen und in diesem Zuge in eine Photovoltaikanlage, eine Speicherbatterie und die Wallbox investiert. Der Smart wird demzufolge mit Solarstrom betankt. Dies war für uns ein sehr wichtiger Aspekt, denn nur mit regenerativ erzeugtem Strom wird die Elektromobilität wirklich nachhaltig“, sagt Bauer. Doch leider sind die Rahmenbedingungen noch nicht ganz reif, um eine ganze Flotte an E-Autos zu unterhalten oder zu betreiben, wie auch Stuckateurmeister Hermann Blattner sagt. Der Geschäftsführer von Stuckateur Gröber in Stuttgart interessiert sich schon lange für Elektromobilität.
 
Fotos: privat
 
Doch ist sie noch zu unrentabel. „Ich hatte bis vor kurzem fünf Elektrofahrzeuge im Betrieb“, erinnert er sich. „Leider sind die Leasingverträge der E-Scooter alle in den letzten Monaten ausgelaufen, sodass ich im Moment nur noch einen E-Smart, aber bald zwei E-Smart haben werde“, sagt Blattner. Und betont dennoch ebenfalls, dass der Wagen bei Kunden gut ankommt.
 

Optimal gefördert ans Ziel

Für die Investition in Elektromobilität gibt es zahlreiche Förderprogramme. Seit 2015 gibt es eine neue Förderung für eine Investition in E-Autos. Obwohl diese zunächst skeptisch betrachtet wurde, zeigt sie sich als Erfolgsmodell. Und seit Februar 2020 gibt es den „Umweltbonus“. Ursprünglich nur bis Ende 2021 geplant, soll er auf Ende 2025 verlängert werden. Die Förderprämie kann über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), somit noch weitere Jahre angefordert werden. Die Förderung ist dabei für Investitionswillige ein echter Gewinn. Ein weiterer Grund ein E-Auto anzuschaffen, kann aber auch eine erhöhte Effizienz sein. So gelten sie als weniger reperaturintensiv. Förderfähig bleiben reine Batterieelektrofahrzeuge, außen-aufladbare Hybride und Fahrzeuge, welche keine lokalen CO2-Emissionen aufweisen. Doch der Staat, der gern von E-Mobilität spricht, hat ein komplexes Fördersystem. Wer ein E-Mobil zum Preis bis zu 40000 Euro will, bekommt noch bis zu 9000 Euro. Wer höher einsteigt, bekommt nur 5000 Euro vom Staat. Dennoch, fördert der Staat durch eine Steuerbefreiung. Wer sein Arbeitsauto bis Ende 2025 einträgt, kann sich bis Ende 2030 von der Steuer befreien. „Guter Rat, ist teuer“, gilt hier nicht, so beraten Handwerksorganisationen und die IHK beim Kauf eines Elektroautos. Und erleichtern so den Einstieg in die Elektromobilität.
 
Infrastruktur der Ladestationen ausbauen
Stuckateurmeister Klaus Steidle interessiert sich ebenfalls für Elektromobilität. „Um Elektromobilität dauerhaft nutzen zu können, muss noch einiges an der Infrastruktur gemacht werden“, sagt der Geschäftsführer der Pulvermüller Stuckateur GmbH aus Möglingen. Im Jahr 2001 wurde Klaus Steidle zum Obermeister der Stuckateurinnung Ludwigsburg gewählt.
 
Fotos: privat
 
Nachwuchswerbung ist ihm wichtig. Der beste Azubi des Jahres 2021 darf ein Jahr kostenlos ein Elektroauto fahren. Der Opel Mokka-e wird in Anwesenheit des stellvertretenden Obermeisters Jürgen Hangstörfer, der Geschäftsführerin der Innung, Nicole Ackermann, Kreishandwerksmeister Albrecht Lang, sowie der Presse offiziell übergeben. So motiviert Innungsarbeit den Nachwuchs zu Höchstleistungen. Zu feiern hat Steidle an dem Tag viel: Der beste Azubi kommt aus seinem Betrieb, zudem wird Steidle 60 Jahre alt. Wolfram Hülscher 
 
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