01. Januar 2016

Innovativ denken und handeln

Raquet_3 Ausbau und Fassade - Innovativ denken und handeln

»Heute gibt es kaum eine technische Herausforderung im Ausbau, die nicht mit dem Einsatz geeigneter Profile gelöst werden könnten«, so forsch präsentiert sich der Profilhersteller Protektorwerk aus Gaggenau. Wir sprachen mit dem Leiter Marketing Matthias Raquet über Innovationen und Entwicklungen im Markt.

Herr Raquet, was sind für Sie die wichtigsten Trends und Herausforderungen beim Bauen?
Das Geschehen in der Baubranche wird heute bestimmt durch eine Vielzahl von Themen: Modernisierung, Energieeffi­zienz, Nachhaltigkeit, Wohngesundheit, Wärmedämmung, um nur einige zu nennen. Hinzu kommen Gesetze und Vorgaben, die das Baugeschehen beeinflussen. Diese Faktoren führen dazu, dass Bauen immer individueller wird. Gerade hier sehen wir als mittelständisches, inhabergeführtes Unternehmen unsere Chancen, dem Fach­unternehmer speziell zugeschnittene Lösungen anzubieten.

Geben Sie uns bitte ein Beispiel.
Wir können sehr flexibel auf die Anforderungen unserer Zielgruppe re­agieren. Dies gilt für die eingesetzten Materia­lien wie Aluminium, Edelstahl, verzinkter Stahl, Kunststoff und auch für die Einsatzbereiche der Profile und Profil­systeme. Protektor ist im Bereich Putzprofile Marktführer und bietet mit mehreren hundert Profilvarianten ein umfassendes Sortiment an. Aber auch in den Sortimentsbereichen Trockenbau, Fassadenprofile und Dachentwässerung spielt Protektor national und international eine bedeutende Rolle.

Können Sie verraten, was Sie momentan in der Pipeline haben?
Ganz stark im Fokus steht natürlich die Entwicklung von Produkten, die der Markt benötigt, um die Anforderungen an die Energieeffizienz zu erfüllen. Hier sind insbesondere Profile für Wärmedämm-Verbundsysteme gefragt, zum Beispiel wärmebrückenfreie Produkte oder Spezialprofile für die Dämmung von Dächern. Darüber hinaus verfügen wir über materialeffiziente Herstellungsverfahren. Damit lässt sich die
Abhängigkeit von Vormaterialien, wie Stahl und Aluminium, reduzieren. Diese Preise unterliegen erfahrungsgemäß erheblichen Schwankungen.

Wie organisiert Protektor die Entwicklung von Neuheiten?
Wir haben das Ohr sehr nahe am Markt und den Nutzern unserer Produkte. Das heißt, wir erhalten sehr früh Hinweise darauf, in welchen Bereichen im täg­lichen Baugeschehen ein Lösungsbedarf besteht. Natürlich stehen wir auch in engem Kontakt zu unseren Partnern in der Putz- und Trockenbauindustrie. Hier erfahren wir ebenfalls sehr frühzeitig von den Anforderungen, die an Profile gestellt werden, zum Beispiel wenn ein besonderer Korrosionsschutz erforderlich ist oder besondere Eigenschaften bezüglich einer Bewegungsaufnahme vorhanden sein müssen.
Handelt es sich um Optimierungen oder Weiterentwicklungen schon bestehender Profile, ist der Prozess bis zur Markt­­reife in der Regel in wenigen Wochen abgeschlossen. Bei einer Neuentwicklung eines Produktes, für deren Fertigung auch eine neue Technologie entwickelt werden muss, kann es durchaus mehrere Jahre dauern, bis die Produkte angeboten werden können, insbeson­dere auch dann, wenn Patente angemeldet und aufwendige Prüfungen durchgeführt werden müssen.

Was wird aus dem Trockenbau? Wird es bald nur noch geschlossene Systeme auf dem Markt geben?
Über Systeme und hier insbesondere geschlossene Systeme, wird ja viel diskutiert. Wir gehen davon aus, dass der Anteil an geschlossenen und halb­offenen Systemen durch besondere Ansprüche an Gebäude und Bauteile zunehmen wird – zum Beispiel in Bezug auf den Schall- und Brandschutz. Wir können hier flexibel auf offene, halboffene und geschlossene Systeme reagieren. Wir bieten genormte Standardprofile für offene, über DIN-Normen geprüfte Systeme an. Hier hat der Fach­unternehmer die größtmögliche Unabhängigkeit von der einzelnen Komponente. Es ist uns natürlich auch möglich, Spezial- oder Standardprofile eigenständig oder mit Partnerunternehmen auf Basis genormter oder geregelter Dämmstoffe und Beplankungsmateria­lien geprüfte, halboffene Systeme anzubieten.
Den Bereich der geprüften, geschlossenen Systeme können wir durch die Definition spezieller Baustoffe in Verbindung mit Standard- oder Spezial­prüfungen abdecken. Hier seien insbesondere die Systemprüfungen mit unseren Maxi-Tec-Profilen erwähnt.

Welche Bedeutung haben für das Unternehmen Protektor die Auslandsmärkte?
Wir sind primär im europäischen Ausland unterwegs. Neben der Schweiz, Österreich und Benelux sind die Märkte in Frankreich und Großbritannien von großer Bedeutung. In Großbritannien unterhalten wir in der Nähe von Birmingham und Glasgow eigene Produktionsstätten. Relativ neu sind Aktivitäten in der Türkei – ein sehr interessanter Markt mit hohen Zuwachsraten und als Brückenkopf in Richtung Südost-Europa zu sehen. Auch dort haben wir eigene Produktionsanlagen aufgestellt; dadurch reduzieren sich unsere Logistik­kosten erheblich und wir können schnell und flexibel auf die Anforderungen in der Türkei und der benachbarten Märkte reagieren.

Angesichts Ihrer internationalen Erfahrungen: Wie sehen Sie den deutschen Markt?
Natürlich ist der deutsche Markt der für uns wichtigste, allein schon wegen des vorhandenen Potenzials. Er war in den vergangenen Jahren auch nicht den zum Teil dramatischen Schwankungen der europäischen Märkte wie zum Beispiel Spanien, Italien oder Großbritan­nien unterworfen. Dennoch muss man manchmal den Eindruck gewinnen, dass man im Ausland zum Teil aufgeschlossener gegenüber Neuheiten und Trends als in Deutschland ist. Eine der größten Messen, wenn nicht sogar die größte weltweit, zum Thema Nachhaltigkeit und Ökologie in der Baubranche, findet jährlich in London statt – mit reger deutscher Beteiligung.

Welche Rolle spielt für sie das Stuckateurhandwerk?
Für Protektor ist das Stuckateurhandwerk schon immer ein Impulsgeber
gewesen und hat durch Ideen und Anregungen ganz maßgeblich zum Erfolg von Protektor beigetragen. Wir sind in vielfältiger Weise mit Unternehmen verbunden und mit den Bildungseinrichtungen der Verbände vernetzt. Wir führen gemeinsame Veranstaltungen durch. Protektor präsentiert sich regelmäßig auf der KIT, um den Kontakt zu den Entscheidern in der Branche zu intensivieren. Selbstverständlich gehört es auch zu unseren Serviceleistungen, auf der Baustelle zu beraten und anwendungstechnische Fragen vor Ort zu besprechen.

Abbildungen: Protektor                                                                                        Ausgabe: 3/2013

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