01. Januar 2016

Bewährtes neu entdeckt

Caparol_1_Kopie Ausbau und Fassade - Bewährtes neu entdeckt

Wände dürfen wieder handwerkliche Spuren tragen. Wie beim Boden sind ­authentische und natürliche Oberflächen gefragt. Es darf ruhig etwas rustikaler zugehen. Gleichzeitig besteht der Wunsch nach Extravaganz, der durch schimmernde Oberflächen erfüllt wird.

 

Im Zeitalter der Massenproduktion wächst der Wunsch nach individuellen Produkten – Stuckateure und Maler ­haben dadurch die Chance, ihren ­Kunden mit verschiedenen Kreativtechniken einzigartige Wandgestaltungen anzubieten. Dabei zeigen sie ihr handwerkliches Können und hinterlassen ­eine persönliche Handschrift.
Um dem Handwerk neue Ideen für trendgerechte Oberflächen an die Hand zu geben, hat Caparol – basierend auf bekannten Produktklassikern – 16 neue, zeitgemäße Kreativtechniken entwickelt. Statt dafür neue Produkte in den Markt einzuführen, wurde das ­Potenzial genutzt, das bereits in vorhandenen Materialien schlummert. Mit den neuen Techniken greifen die Ober-Ramstädter wachsende Trends auf: Zum einen Extravaganz, mit Oberflächen die effektvoll schimmern, zum anderen Natürlichkeit mit eher zurückhaltenden bis rustikalen Oberflächen. Schiefer-, Beton- sowie andere Stein- oder ­Metall- und Perloptiken gehören zu den Favoriten. Viele der Techniken eignen sich vor allem für moderne Gewerberäume. Aber auch im Wohnbereich ­setzen die Oberflächen Akzente. Die ­folgenden drei Beispiele zeigen das kreative Potenzial, das in etablierten Produkten steckt.

Authentisch und rustikal
Die Technik »Arma Reno 700 Travertin« greift den Trend von Natursteinoptiken auf. In nur drei Arbeitsschritten wird ­eine Travertin-Steinwand kreiert, die verblüffend echt wirkt. Wichtig bei ­dieser Technik ist die optimale Untergrundvorbereitung, der Untergrund ­sollte mindestens die Qualitätsstufe Q2 erfüllen. Der aufgetragene Putzgrund 610 wird mit Arma Reno 700 mit einer Stärke von 10 mm überzogen und mit einer Zahnkelle durchkämmt und anschließend mit einem Fassadenspachtel geglättet. Nach leichtem ­Anziehen wird die Oberfläche mit der Strukturbürste wieder etwas aufgerissen. Löcher und Krater sind durchaus erwünscht und ergeben ein rustikales Bild, nur der Putzgrund sollte nicht durch die Putzschicht zu sehen sein. Nach leichtem Anziehen der strukturierten Putzfläche glättet der Verarbeiter mit der Venezianerkelle nach.
Im zweiten Schritt zieht der Hand­werker in die angetrocknete, aber nicht trockene, Spachtelmasse mit Hilfe der Wasserwaage ein Fugenbild ein. ­Ungleichmäßige ­Fugenbilder sind bei Travertin typisch. Nach zwei Tagen Trocknung kann mit einem ­Lasurpinsel eine Silikat-Lasur im Kreuzschlag aufgetragen und mit dem Schwamm verrieben werden. Durch die Krater, Risse und Fugen entsteht eine große Tiefenwirkung, die dem Charakter einer Steinwand entspricht. Lasierend, deckend, Sandsteinfarben – viele ­Gestaltungen sind bei dieser Technik möglich.

Rustikal mit Multi-Struktur
Ein weiteres Beispiel für eine rustikale und doch edle Optik erreicht man mit »Multi-Struktur Schiefer«. Im Vergleich zu echten Schieferelementen können hier ganze Wände durchgängig ohne Fuge in wenigen Arbeitsschritten gestaltet werden. Hierzu wird Multi-Struktur mit der Rolle satt aufgetragen. In die feuchte Fläche wird eine zerknüllte und wieder aufgezogene Abdeckfolie vorsichtig eingedrückt und wieder abgezogen. Dies sollte bahn­weise geschehen und kann die vorab strukturierte Bahn überlappen.
An­schließend werden die hervorstehenden Spitzen der leicht angezogenen Oberflächen mit einem Modellierspachtel vorsichtig im diagonalen Verlauf ­geglättet, ohne die Textur der Oberfläche zu zerstören. Nach Trocknung des ­Multi-Struktur rollt der Handwerker Amphibolin im Farbton Caparol Color Schiefer 0 gleichmäßig und deckend auf. Auf die trockene Fläche wird Deco-Lasur Matt im Farbton 3D Granit 20 aufgetragen und mit dem Gummirakel im diagonalen Verlauf nachgezogen. Hierdurch entsteht ein schöner Matt-Glanz-Effekt und der schiefertypische Farbton.

Schimmernde Farbwechsel
Zur extravaganten Gestaltung zählt die Technik »Switch Grünspan Patina«. So gestaltete Wände erscheinen tief und ausdrucksstark: Die Fläche wird zunächst mit Amphibolin im Farbton 3D Granit 20 deckend gestrichen und mit der ­Venezianerkelle im Kreuzgang ­möglichst glatt nachgespachtelt. Ist aufgrund der Untergrundgegebenheiten eine Grundierung erforderlich, so ist auch diese mit der Venezianerkelle nachzuglätten. Das Effektpigment »Switch Lagoon« wird zu drei Prozent in etwas Wasser angeteigt und an­schließend in Deco-Lasur glänzend ­eingerührt. Die Lasur wird mit der Rolle auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen und mit der »Arte Twin-Kelle« im Kreuzgang glatt ­abgespachtelt.

Faszinierende Oberfläche
Nach Trocknung der Zwischenbeschichtung wird das Effektpigment »Switch Desert« zu einem Prozent zunächst in Wasser angeteigt und anschließend in Deco-Lasur glänzend eingerührt. Die Lasur wird mit der Rolle auf den Untergrund aufgetragen und mit der Arte Twin-Kelle im Kreuzgang möglichst glatt abgespachtelt. Die glatte Verarbeitung beider Materialien sorgt dafür, dass sich der Farbwechseleffekt der ­Pigmente erhöht. Diese Ober?äche fasziniert den Betrachter besonders durch die Verwendung zweier polarisierend farbiger Switch-Pigmente übereinander. Je nach Betrachtungswinkel und Licht­einfall nimmt man eher rötlich schimmernde Kupfer- beziehungsweise blaugrün schimmernde Grünspanfarbtöne wahr. Wie bei allen Beschichtungen mit ähnlichen Effekten lebt eine solche Fläche von der richtigen Inszenierung in Verbindung mit Licht.

Markus Wedel,
Caparol Technik

Abbildungen: Carapol Lacke Bautenschutz/Blitzwerk                                                                     Ausgabe: 1/2013

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