01. Januar 2016

Veredelungen

Vorwerk_6 Ausbau und Fassade - Veredelungen

»Wir veredeln Architektur« ist das Motto der Heinz Vorwerk Stuck und Putz GmbH in Warendorf. Das Stuckateurunternehmen hat mit dem neuen Firmensitz ein gutes Beispiel dafür geschaffen. Er ist zu einem Ort geworden, in dem Architekten und Bauherren Oberflächen erfahren können.

Früher war es ein Lager eines Betriebshofes – jetzt hat das Gebäude schon von außen betrachtet einen neuen Charakter bekommen. Weiße Putzflächen wechseln sich mit hohen, schmalen Fenstern ab. Wir sind in Warendorf in Westfalen, beim neuen Firmensitz des Stuckateurunternehmens Heinz Vorwerk GmbH. Hier sind Besucher willkommen. Großzügig öffnet sich der Raum. Links Büroarbeitsplätze – und rechts geht es zum Show-Room – ein Ort nicht nur zum Schauen, sondern auch um Oberflächen zu ertasten und darüber zu ­reden. Die Gestaltung der Räume ist reduziert. Die Decke aus Holz bewahrt noch den Charakter der ursprünglichen Nutzung. Die hohen Wände sind mit Putz gestaltet und bestechen durch Struktur, Farbigkeit und Charakter. Im Besprechungsraum gibt es noch weitere Inspirationsquellen. Großflächige Putzmuster geben eine Ahnung von den schier unbegrenzten Möglichkeiten der kreativen Oberflächengestaltung. »Ich will Architekten zeigen, was man mineralisch machen kann«, so Geschäftsführer Frank Vorwerk. »Die wenigsten wissen darüber Bescheid.« Die Mustertafeln geben davon eine Ahnung, wie transparent ein gekonnt verarbeiteter Kalkputz mit natürlichen Pigmenten erscheinen kann.

Eröffnung mit einer Feier und einem Tag der offenen Tür
Für die Fertigstellung der neuen Räume hat sich Geschäftsführer Frank Vorwerk viel Zeit gelassen. Vor über zwei Jahren ist das Unternehmen umgezogen, aber bis Besucher die Ausstellung sehen konnten, dauerte es noch eine Weile. Im Mai 2011 feierte das Unternehmen die Eröffnung mit mehr als 100 geladenen VIPs. Unter den Gästen waren auch viele renommierte Architekten. Am Tag darauf lud Vorwerk zum »Tag der offenen Tür«. Das Publikum konnte sich beim Rundgang durch das renovierte Firmengebäude von vielen Wandoberflächen faszinieren lassen. Wie Bilder in einer Galerie hingen die Musterplatten an den Wänden. Sie wirkten wie Kunstwerke. Bei einigen Besuchern kam das sehr gut an und sie bestellten Exponate als Wandschmuck für ihr Zuhause.
Frank Vorwerk weiß, dass er den richtigen Weg eingeschlagen hat: »Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine Einzigartigkeit in der Vielfalt mineralischer Oberflächen erarbeitet.« Und die Entwicklung geht immer weiter. Was in einer Galerie oder im Show-Room ausgestellt werden kann, ist ja nur ein kleiner Ausschnitt des Machbaren - auch wenn ständig die Ausstellung erweitert und aktualisiert wird. Gleich nebenan ist das «Labor«, die Experimentierwerkstatt von Jörg Vorwerk. Hier werden Materialien gemischt und Arbeitstechniken erprobt. Materialien und Handwerklichkeit gehen eine Verbindung ein. Von den Ergebnissen schwärmt Frank Vorwerk: »Die Putze auf mineralischer Basis besitzen eine unglaubliche Tiefenwirkung, als ob man in das Material hineinschauen könne.«
Der Kunde - Bauherr oder Architekt - kann sich hier nicht nur ein Bild davon machen, sondern auch individuell über Farben, Strukturen und Materialien beraten lassen.

Gutes Handwerk kann nicht billig sein
In den Gesprächen geht es dabei nicht um Quadratmeterpreise - jedenfalls nicht nur darum. »Wer gutes Handwerk abliefern will, kann nicht billig sein. Im Premium-Segment muss die Arbeit vernünftig bezahlt werden«, so Vorwerk und zeigt auf einen Lehmputz für 50 Euro. Er bemängelt an seinen Stuckateurkollegen, dass sie zu sehr auf den Preis fixiert sind und den Wert ihrer ­Leistung zu wenig darstellen.
Anders Vorwerk. Das Selbstbewusstsein drückt sich schon im Slogan des Stucka­teurunternehmens aus: »Wir veredeln Architektur« steht auf dem Firmenlogo. Dass dies kein flotter Spruch ist, zeigten zum Beispiel die Putzarbeiten im Raum der Stille im Thyssen-Krupp-Quartier. Bei dem architektonisch anspruchsvollen Projekt war das handwerkliche Können von Vorwerk gefragt, damit einheitliche fugenlose Oberflächen entstehen.
Handarbeit ist auch bei einem anderen Segment wichtig: dem Tadelakt. Jedes Jahr fertigen die Vorwerk-Spezialisten 200 Quadratmeter in dieser Kalkputztechnik. Die Nachfrage dafür kommt aus einem weiten Umkreis - bis hin zum Genfer See.
Die optisch ansprechenden Oberflächen stellen aber nur einen Teil des Leis­tungsspektrums dar. Unverzichtbar im Programm sind die Dämmlösungen für außen und für innen - beides auf mineralischer Basis. Auch hier ist die handwerklich perfekte Ausführung wichtig.
»Aber ohne Kommunikation mit dem Kunden läuft nichts«, weiß Frank Vorwerk. Gerade dort, wo Funktion auf Emotion trifft und der individuelle Anspruch des Bauherrn erfüllt werden muss, geht es nicht ohne Beratung.
Lebensqualität, Ästhetik, Raumklima, Wert­erhalt lassen sich nur im Gespräch vermitteln. Damit hat nun das Stuckateurunternehmen in Warendorf einen Raum.
pd

Abbildungen: Ardex/Roland Borgmann, Münster

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