01. Januar 2016

22 Gewinner räumen ab!

Brillux_1 Ausbau und Fassade - 22 Gewinner räumen ab!

Die besten Fassadengestalter des Jahres 2012 erhielten Mitte September 2013 auf Gut Havichhorst bei Münster eine der gefragtesten Auszeichnungen der Branche. Handwerksbetriebe, Architekten und Eigentümer von 22 außergewöhnlichen Objekten wurden mit dem ­Deutschen Fassadenpreis und insgesamt 20540 Euro Preisgeldern prämiert.

»Die Freude an vollendeter Fassaden­gestaltung scheint im selben Maß zu steigen wie die Qualität der Ausführung durch die Fachleute, die sie planen und handwerklich umsetzen«, fasste Prof. Jürgen Braun, Vorsitzender des zehn-köpfigen Preisgerichts, den positiven Eindruck der Jury zusammen. Das ließ sich auch am hohen Niveau der rund 300 eingereichten Arbeiten ablesen. Die 22 Preisträger des diesjährigen Wett­bewerbs zeigen maßgeschneiderte ­Farbigkeit, Ausgewogenheit im Entwurf, vorbildlich gelungene Anbindung an das architektonische und städtebauliche Konzept sowie besonders feine handwerkliche Leistungen. In allen sieben Wettbewerbskategorien wurden bis zu vier Objekte ausgezeichnet. Die Gewinner feierten ihren Erfolg Mitte September im festlichen Rahmen von Gut ­Havichhorst bei Münster.

Wohn- und Geschäftshäuser
Der erste Preis in der Kategorie Wohn- und Geschäftshäuser geht nach Berlin-Kreuzberg. Hier haben der Handwerksbetrieb DHS Bauconsulting GmbH und Welter + Welter Architekten (alle Berlin) ein schlüssiges Gestaltungskonzept für ein Wohnhaus in einer geschlossenen Straßenbebauung umgesetzt. Die Sichtflächengestaltung im Rahmen ­einer ­Sanierung behält die Fassadenstruktur bei und schafft durch Farb­akzente neue Zusammenhänge. Mit ­intensiven Farbtönen bricht der zweite Preis mit der Uniformität eines Plattenbaus in Senftenberg (Brandenburg). ­Eine asymme­trische Gliederung mit vertikalen und horizontalen Farbbändern trugen die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Senftenberg, Gensel Fassadenbau- und Malerbetrieb (Ortrand) sowie Siegfried Schur Baubetrieb (Boxberg) diese Auszeichnung ein. Ein hoher neuer Weiß­anteil und satte, kleinflächige Farbbetonungen haben eine Wohnsiedlung in Neuss verwandelt. Für diese minimalis­tische, wirkungsvolle Gestal­tungs­sprache wurde der Malerbetrieb Hüsson Farbe Gestaltung Bautenschutz (Düsseldorf), Ingenhoven und Ingenhoven ­Architekten (Neuss) und der Eigen­tümer, der Neusser Bauverein, mit dem dritten Preis belohnt.

Öffentliche Gebäude
Der erste Preis prämiert die konse­quente und kreative Fassadenbelebung in Gelb-, Orange- und Rottönen, mit der sich die Riethschule in Erfurt von ihrer DDR-Plattenbauoptik gelöst hat. Über die Auszeichnung freuen sich die ­Betriebe Restaurierung Sven Bodewald aus Neuhausen und Neubauer Maler – Fußboden aus Bad Berka sowie das ­Architekturbüro Erfurt.
Gefasst wird die neue Feuerwache von Eschersheim bei Frankfurt von einem funktionalen ­Fassadengrau. Durch die Glasfronten ­pulsiert eine Gestaltung in neun Rot­tönen. Diese Arbeit sicherte sich den zweiten Preis, der an die Freiwillige Feuerwehr Eschersheim für die handwerkliche Eigenleistung und an Kölling Architekten (Bad Vilbel) für die sensible Planung verliehen wurde. Der dritte Preis rückt ein neues Jugendclub-­Gebäude in Weimar ins Rampenlicht. Die Gebäudesilhouette und die rostrote Farbigkeit sind durch ein Piratenschiff inspiriert. Die Fassadengestaltung passt sich in die bewaldete Umgebung ein. Maler Peter Darnstedt (Wormstedt) ­sowie die beiden Architekturbüros Dieckmann und Satzinger (Weimar) und Neu + Rein (Erfurt) wurden mit der ­Prämierung geehrt. Eine Anerkennung hat den Malerwerkstätten Heinrich Schmid aus Weimar und Bauplanung-Pfistner aus Erfurt die Farbgestaltung eines Hortneubaus in Udestedt eingebracht. Die farbige Betonung der Fens­terkästen stellt eine gelungene Verbindung zwischen außen und innen her.

Industrie- und Gewerbebauten
Der plastische Neubau der Rettungs­wache in Leverkusen-Steinbüchel zeigt eine markante Gestaltung, in der ein dunkles Anthrazit und eine tiefrote ­Hintergrundfarbe subtil unterstützen. Der Malerbetrieb Ralf Willi Schneider (Leverkusen) sowie die Planer, Peter ­Kulka Architektur (Köln) und das Ingenieurbüro D. Rudolph (Wesel), erhalten die Auszeichnung. In Berlin-Neukölln wurde ein neuer Aldi-Markt erbaut. Die Fassadengestaltung kultiviert den Kontrast von zweierlei Wandoberflächen und mehreren Beige- und Brauntönen zur Gliederung seiner Baumasse. Die Prämierung honoriert die Leistungen des Handwerksbetriebs List Gebäude­instandsetzung (Velten) und des Architekturbüros Claussen und Partner ­(Berlin). Klar und kommunikativ prä­sentiert sich der »Gründer Cube« den ­Lübecker Studenten. Der Bau lebt vom Kontrast zwischen dem geometrischen Körper und der kleinteiligen, temperamentvollen Sichtfläche. Eine Anerkennung erhielten dafür Mißfeldt Kraß ­Architekten aus Lübeck beim Deutschen Fassadenpreis 2013.

Historische Gebäude und Stilfassaden
Das Alte Schulhaus von 1706 in Heidelberg spielt im Stadtbild der Neckarstadt eine prominente Rolle. Genauso markant tritt es mit seiner neuen farbigen Ausgestaltung auf. Fein abgestimmt auf jedes bauliche Detail und harmonisch in der Gesamtwirkung – so zeigt sich der Träger des ersten Preises heute. Der ­Malerbetrieb Christian und Stefan ­Meisel (Dossenheim) und Vano Hofmann-­Merbecks Bauträger aus Heidelberg wurden mit dieser Auszeichnung ­geehrt.
Die Rekonstruktion einer histo­rischen Fassade kann zusammen mit ­einem Wärmedämm-Verbundsystem ­gelingen – das macht der zweite Preis dieser ­Kategorie vor. Er geht in die Bundeshauptstadt an den Gülzow Re-Us Malerei­betrieb aus Berlin. Die sensible Wiederherstellung und Gliederung der Sichtflächen mit vielen neuen Fassadenprofilen und einer typischen Farbigkeit wurde damit prämiert.
Sehr bedacht und mit viel handwerk­lichem Können wurde ein rund 500 ­Jahre altes Fachwerkhaus in Hirschberg an der Bergstraße (Baden-Württemberg) frisch in traditionelle Farben gefasst. Die Jury verlieh diesem Objekt und dem ausführenden Handwerks­betrieb Verputz-, Stuck- und Ausbau Happes aus Schönau den 3. Preis. Eine Anerkennung haben sich der Georg Schmaus Malerbetrieb, Hinz Architektur sowie die ­Eigentümerin Ulrike Hinz, alle aus ­Rosenheim, verdient. Ein spät­klassizis­tisches Wohnhaus erhielt über die neue Farbgebung seine repräsentative Wirkung zurück. In denselben Farbtönen gestaltet, verbindet sich auch das ­Hinterhaus von 1972 mit dem Altbau zu ­einem Ensemble.

Energieeffiziente Fassadendämmung
In Saarbrücken ist die energieeffiziente Sanierung eines Zweifamilien-Wohnhauses mustergültig umgesetzt worden. Das Gesicht des Hauses aus den 1950er-Jahren wurde unter anderem mithilfe eines WDVS optisch beruhigt. Den ­ersten Preis sicherten sich damit die Malerfirma Daniel aus Quierschied und Schneeweiss Architekten aus Saarbrücken. Die neu erbaute Mehrgenerationen-Wohn­anlage »Pöstenhof« in Lemgo besticht durch ein soziales Konzept, dem die da­rauf ­angepasste Architektur und Farbigkeit den entsprechenden Raum gibt. Besonders die farbige Kodierung der kommunika­tiven Lauben­gänge und Hofseite lobt die Jury mit dem zweiten Preis. Dieser Entwurf und seine Umsetzung ­wurden erbracht von KC Krause und Co. ­
Ma­lerbetrieb (Lauenau), H.S.D. Architekten (Lemgo) und der Wohnbau Lemgo. Mehrere Mehrfami­lienhäuser aus den 1960er-Jahren in Witten wurden nicht nur energetisch, sondern auch mit farbgestalte­rischen Maßnahmen optisch ertüchtigt: ­Allein gliedernde Fassadenelemente erhielten eine farbige Betonung. Dieser dritte Preis zeichnet die Arbeit von Malermeister Michael Kiwall aus Dortmund aus. Der Förderpreis »Kunst und Design am Bau« sowie eine Sonderprämierung für ­Gestaltungen aus Österreich und der Schweiz rundeten ­den gelungenen Wettbewerbsjahrgang des »Deutschen Fassaden­preises 2013« ab. Mehr zum Deutschen Fassadenpreis auf www.fassadenpreis.de/preis­traeger2013.html

Abbildungen: Brillux                                                                                                                                Ausgabe: 11/2013

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