07. April 2020

Umweltsiegel sichern gesundes Bauen


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Siegel für Baustoffe sollen Orientierung bieten. Da sich noch kein Siegel in allen Bereichen des Baus durchgesetzt hat, verwenden viele Hersteller eine Vielzahl von Zertifikaten.



Baustoffe dürfen in eingebautem Zustand nicht gesundheitsschädlich sein. Viele Hersteller lassen ihre Produkte deshalb von verschiedenen Prüfstellen untersuchen und auszeichnen. Doch so vielfältig die Anforderungen an Baustoffe sind, so verschieden sind auch die Siegel mit den dahinterstehenden Prüfkriterien. Ein Überblick. „Unsere Produkte tragen unterschiedliche Umweltsiegel“, sagt Heike von Küstenfeld vom Hersteller Baumit. Je nach Produkt liegen Einfach- bis Mehrfach-Zertifizierungen vor. Hierzu zählen neben dem Blauen Engel das eco-Institut-Label und Emicode. Die beiden Qualitätszeichen stehen für sehr emissionsarm, halten strengste Grenzwerte ein und stehen unter permanenter und unabhängiger Kontrolle.“

Wohngesundheit wird  für Bauherren wichtiger und für die Hersteller ein Merkmal, mit dem sie sich differenzieren. Fotos: Caparol, Keim, Sto, Natureplus

EPDs und Label erleichtern Verbrauchern die Orientierung
Außerdem sind Baumit-Produkte mit Umweltproduktdeklarationen  (Environmental Product Declaration, EPD) ausgezeichnet. In einer EPD, wie sie vom Institut für Bauen und Umwelt vergeben wird, werden die wissenschaftlich ermittelten Werte aus der Ökobilanz eines Produktes nach einem einheitlichen Schema zusammengefasst und dokumentiert. Sie bilden eine wichtige Grundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung von Bauwerken. Je nach Label wird alle zwei beziehungsweise fünf Jahre von unabhängigen Prüfinstituten geprüft. „Einige wenige Produkte tragen kein Umweltsiegel. Es finden allerdings Bestrebungen statt, auch für diese Produkte eine Label-Zertifizierung vorzunehmen. Unser Ziel ist, zu jedem Produkt aus unserem Produktportfolio ein Umweltlabel vorweisen zu können“, so von Küstenfeld. Beispiele für Produktlabel sind EPD  und eco für die Kalkputze Klima KP 36 W, KlimaLeicht und KlimaSpeed, der „Blaue Enge“ für das Minerwolle-WDVS und das Emicode-Siegel für den SanovaPrimer. Brillux garantiert für seine Produkte im Lack- und Farbenbereich ebenfalls die Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsstandards. Das bestätigen Prüf- und Gütesiegel, unter anderem TÜV Süd und der „Blaue Engel“. Zudem werden eigene Siegel eingesetzt, um auf bestimmte Produkteigenschaften hinzuweisen. Hierunter fallen zum Beispiel „E.L.F.“ (emissionsarm, ­lösemittel- und weichmacherfrei) klassifiziert nach EN 13300, die „Spielzeugrichtlinie“ EN 71-3 (speichel- und handschweißresistent), die Ausweisung der Produkteignung für den „indirekten Lebensmittelkontakt“ oder die Auszeichnung „konservierungsmittelfrei“. So bietet die Vita-Serie von der Spachtelmasse über Tiefgrund und Kleber bis zu Innendispersionen ein Sortiment, mit dem sich der Wandaufbau im Innenbereich konservierungsmittelfrei gestalten lässt. Weitere Brillux-Produkte sind nach dem AgBB-Schema geprüft. AgBB ist der Ausschuss zur Brillux hat zahlreiche Dispersionen im Angebot, die frei sind von Konservierungsmitteln. Foto: Brilluxgesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten, zu dem das Umweltbundesamt zählt. Er hat ein einheitliches Bewertungsschema für Emissionen flüchtiger und schwer flüchtiger organischer Stoffe (VOC) aus Bauprodukten für den Wohnbereich entwickelt (siehe auch ausbau + fassade  3/2020, Seite 32 ff). In unterschiedlichen Zeitintervallen werden Emissionen von leicht flüchtigen, flüchtigen und schwer flüchtigen organischen Verbindungen aus einer Probe gemessen. Bei Caparol stehen Siegel für Innenfarben, die keine Lösemittel und keine Weichmacher enthalten und in Bezug auf Schadstoffe und Emissionen minimiert wurden zur Verfügung. Mit dem Allergiesiegel wird zusätzlich die Verträglichkeit für Allergiker bescheinigt, insbesondere für Personen, die gegen Konservierungsmittel sensibilisiert sind. Der „Blaue Engel“ für Lacke steht für schadstoff- und lösemittelarme Produkte. Bei unabhängigen Labels findet einmal pro Jahr eine Produktprüfung statt. Zusätzlich führt der TÜV Produktionsüberwachungen des Kernsortiments durch. „Dadurch kennen wir die Qualität der Rezepturen und Rohstoffe und können sagen: auch Produkte, die nicht speziell zertifiziert sind, bieten eine hohe Qualität“, sagt Alfred Wassner, verantwortlich für Produktsicherheit bei Caparol. Bei der Kennzeichnung E.L.F. handelt es sich um Siegel für Innenfarben aus dem Hause Caparol. „Diese dienen zur Klassifizierung des Produktsortimentes in bestimmte Qualitäten, ohne dass fremdüberwachte kostenpflichtige Label in Anspruch genommen werden müssen“, erklärt Wassner. Die Einteilungen basieren auf internen Qualitätsprüfungen. Dabei entspricht das E.L.F.-Siegel in etwa den Produkten mit dem bisherigen Blauen Engel oder dem Siegel „TÜV-schadstoffgeprüft“. Das Siegel E.L.F.-plus orientiert sich an den Farben mit dem TÜV-Siegel für Allergiker. Beispiele für Produkte mit Labels bei Caparol sind bei Innenfarben mit dem TÜV-Siegel (schadstoffgeprüft) zum Beispiel Indeko-plus und Malerit, mit dem TÜV-Siegel Allergiker geeignet  zum Beispiel Indeko-plus und IndekoGeo und bei Lacken zum Beispiel Capacryl PU-Satin mit dem Zertifikat „Blauer Engel“. Bei Keimfarben finden ebenfalls zahlreiche Siegel Verwendung. Die diffusionsfähigen Mineralfarben des Herstellers Keimfarben enthalten nur Komponenten, die gesundheitlich unbedenklich sind. Sie sind frei von Konservierungsstoffen, Lösemitteln und Weichmachern.  Bereits 1983 hat Keim eine konservierungsmittelfreie Innenfarbe auf den Markt gebracht.

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