07. Februar 2017

Ein Schaufenster für das Handwerk

Steiger_3 Ausbau und Fassade - Ein Schaufenster für das Handwerk
Fotos: Steiger
Fotos: Steiger

Der Werkraum Bregenzerwald in Andelsbuch ist Schauraum, Museum, Treffpunkt, Gastronomiebetrieb und Plattform für vielfältige Veranstaltungen. Er wird betrieben von rund 90 Handwerksbetrieben, die hier ihre Produkte und Leistungen hochwertig präsentieren können. Das Konzept beeindruckt durch seine qualitätsvolle Umsetzung. Könnte es auch für andere Regionen Modellcharakter haben? Showroom – Teil 2.

Der Bregenzerwald ist bekannt durch seine ­gewachsene Kulturlandschaft: Dörfer mit stattlichen Holzhäusern schmiegen sich an die Hänge entlang der Bergtäler und prägen das Bild einer idyllischen Alpenlandschaft. Spricht man im Vorarlberg von einer eigenständigen Architekturtradition, bezieht sich dies nicht nur auf Jahrhunderte alte Gebäude, sondern auch auf die Entwicklung des Bauens in den letzten zwei Jahrzehnten:

Aktuell entstehen Neubauten, die durch ihre moderne Gestaltung bei gleichzeitiger Wertschätzung heimischer Materialien und handwerklicher Fertigkeiten auffallen. Der gewachsene Bestand mit seiner Vermittlung der traditionellen Lebens- und Arbeitsweise wird dabei respektiert. Das hat seine Ursache ­sicherlich auch darin, dass 40 Prozent der Beschäftigten in Handwerksbetrieben tätig sind.

Entlang der Bundesstraße 200 in Richtung Mellau kommt der Reisende an zahlreichen Bauten der neuen Vorarlberger Architektur vorbei. Einer davon steht direkt an der Straße in Andelsbuch. Der Werkraum Bregenzerwald verweist mit seiner modernen Architektursprache auf seine Funktion: Der 700 Quadratmeter große, komplett durchfensterte Baukörper versteht sich als Schaufenster für die Bregenzerwälder Handwerker. Besucher sind Einheimische und Kulturtouristen, Bauherren in der Planungsphase und Kaufinteressenten eines besonderen Möbelstücks oder eines regionalen Produktes. Rund 20 000 Gäste lösen zudem jährlich eine Eintrittskarte für eine der Wechselausstellungen.

Verein lobte Wettbewerb aus

Anstoß zum Bau des Werkraumes gab der international erfolgreiche Architekt Peter Zumthor, der beim Bau des Kunsthauses Bregenz mit den Handwerkern vor Ort zusammen­gearbeitet hatte. Diese hatten bereits 1999 einen Verein gegründet, der den Wettbewerb »Handwerk + Form« auslobte, um dem heimischen Handwerk auch auf ­internationaler Ebene gestalterische Impulse zu geben. Der Werkraum verortet seit dem Bau des Raumes ab 2008 den alle drei Jahre ausgeschriebenen Wett­bewerb.

Thomas Geisler, seit Juli dieses Jahres Geschäftsführer, erläutert das Konzept des Hauses: »Das Einzigartige an dieser Institution ist die Idee des Daches, unter dem sich die Menschen versammeln.« Dabei habe das ­Gebäude verschiedene Funktionen zu erfüllen: Als Schaufenster der Werkstätten und als Ort der Konservierung und Weiterentwicklung der Handwerkskultur. Die Präsentation von Architektur, Handwerk und Kultur schließt auch den Genuss mit ein, ein Gastronomie­betrieb lädt die Gäste zum Verweilen an den großen, massiven Holztischen ein. »Der Werkraum ist ein Teil des Gesamtkonzeptes des Bregenzerwaldes«, so Geisler.

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