01. Januar 2016

Geld und gesunder Menschenverstand

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Diskussionen um den Euro und die Sorge, ob unser Geld hält, zeigen, dass wir nicht nur eine Geldkrise, sondern auch eine Wertekrise haben. Schlechte Vorbilder tragen dazu bei. Auswuchernde Managergehälter der Großkonzerne sind nur ein Beispiel. Noch vor kurzer Zeit wurden deren Unternehmen mit staatlichen Fördermitteln, sprich Steuergeldern, gestützt. Nicht nur die Eliten, auch breite Teile der Bevölkerung sind dabei, sich von wichtigen Werten abzuwenden und die Substanz unseres Geldes aufzuzehren.

Dass Gier die Wurzel allen Übels ist, ist mittlerweile dem Letzten klar. Das Streben nach immer mehr Gewinn und Rendite ist zu einem Virus in unserer Bevölkerung geworden. Unangemessen hohe Gehälter der Wirtschaftbosse oder Fehlverhalten von Politikern werden zu Recht angeprangert. Wir sollten jedoch nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern uns an die eigene Nase fassen. Das fängt im Kleinen damit an, wenn wir beispielsweise unser Erspartes in Anlagen investieren, die unrealistisch hohe Rendite versprechen.
Geld hat von jeher die Bedeutung von Reichtum, Sicherheit und Macht. Geld bestimmt unser Befinden. Viel Geld ist alles. Umgekehrt, so sagt man, ist Geld nichts. Kann man jedoch ruhig schlafen, wenn man um das Ersparte oder das Vermögen bangen muss?
Es ist kein Zufall, dass Werte wie Ordnung, Verantwortung oder Vertrauen unserem Land wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand bescherten. Diese Werte basieren auf einer Kultur, die in Deutschland einen gesunden Mittelstand hervorbrachte. In Schulen und im Elternhaus werden heute wichtige Werte leider viel zu wenig gelehrt und vorgelebt. Es ist auch zu kurz gedacht, wenn vergleichbare Tugenden nur noch in Kinderbüchern erlernt werden sollen. Wichtig ist, dass Vorbilder Werte vorleben. Umgekehrt untergräbt der Rückgang oder das Fehlen von Werten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand. Betroffen ist gerade unser Mittelstand.

Werte und der Wert des Geldes  
Wer Werte gering schätzt, weiß gar nicht, welche Leistung eine stabile Währung darstellt. Werte und der Wert des Geldes haben nämlich wichtige Parallelen. Der Wert von Geld beruht vor allem auf Vertrauen und Stabilität in die Währung. Vertrauen in das Geld und seine Wertbeständigkeit bilden die Grundlage des Geldwesens. Sicherheit gibt es aber nur, solange das Geld wertvoll bleibt. Das Vertrauen in eine Währung leidet, wenn die Geldmenge für die Ausgaben des Staates aufgebläht wird.

Die Sorge wächst mit jedem Rettungsschirm
Es ist kein Wunder, dass das Vertrauen in die Politik, die seit Jahren von Schulden getrieben wird, sinkt. Die Sorge um die Stabilität unseres Geldes wächst mit jedem Rettungsschirm; die Staatenverschuldung, Banken- und Eurokrise bringen die Stabilität der Währung ins Wanken. Die Zweifel wachsen, ob die Wertschöpfung der verschuldeten Euro­staaten ausreicht, um Zinsen und Tilgung zu bedienen.
Wenn der Wert des Geldes infrage gestellt wird, kommen Erinnerungen an vergangene Zeiten und den damit verbundenen Währungsschnitt auf.
Gut ist, dass in einer solchen Situation sich die Menschen auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen und ihr Geld in sichere Werte anlegen. So gesehen nutzt es dem regionalen Handwerk und der Baubrache im Besonderen, wenn die Menschen ihr Erspartes in Sachwerte, sprich die Immobilie inves­tieren. Die Aufwertung der Immobilien, sei es durch energetische Sanierung, gesundes oder altersgerechtes Bauen ist sicher und sinnvoll. Bei rasant steigenden Energiekosten spielt die Wirtschaftlichkeit der Investitionen gleichermaßen eine wichtige Rolle. Das Handwerk profitiert gegenwärtig enorm von diesen Faktoren. Etwa ein Drittel der Handwerker rechnen für 2012 und darüber hi­naus mit steigenden Umsätzen. Eine vergleichbar positive Stimmung hat es in den letzten Jahren nicht mehr gegeben.

F. Helfensteiner

Abbildungen: FlemishDreams/Fotolia.com                                                                                                               Ausgabe: 5/2012

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