01. Januar 2016

Freiwillige Zusatzleistungen

Helfensteiner_1 Ausbau und Fassade - Freiwillige Zusatzleistungen

Rund um die Fachkräftesicherung gilt es, engagierte Mitarbeiter zu gewinnen. Noch wichtiger ist es aber, gute Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und dauerhaft zu motivieren. 

In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel. Problematisch ist für viele ­Betriebe auch das steigende Durch-schnitts­alter der Mitarbeiter. Bei zunehmendem Wettbewerb um qualifiziertes Personal wird die Vereinbarkeit von ­Beruf und Privatleben immer wichtiger. Deshalb setzen weitblickende Unternehmen vor ­allem auf eine familienfreundliche ­Personalpolitik und auf flexiblere ­Arbeitszeiten, um ihre Mitarbeiter an den Betrieb zu binden. Betriebliche ­Zusatzleistungen gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Künftig wird bei der Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung die Bandbreite des Wettbewerbs größer. Schließlich konkurrieren Unternehmen nicht nur mit Kollegen der gleichen Branche. Dreh- und Angelpunkt rund ums Per­sonal sind ein gutes Betriebsklima und ansprechende Arbeitsbedingungen. Das Image des Betriebes und der Branche hat großen Einfluss bezüglich der Qualität der Mitarbeiter. Fortschrittliche Fachbetriebe, die ihren Mitarbeitern freiwillige, betriebliche Leistungen ­bieten, genießen einen guten Ruf.

Flexible Arbeitszeiten als Anreiz
Freiwillige Zusatzleistungen sind so ­etwas wie auf den Mitarbeiter ange­passte Lohnbausteine. Es gibt Zuschüsse für das Essen. Das Firmenfahrzeug kann für private Zwecke genutzt werden. Mitarbeiter können im Rahmen der ­betrieblichen Anforderungen beispielsweise ihre Arbeitszeit flexibler gestalten. Der Förderbeitrag für das Sport­studio oder ein vom Betrieb gestelltes Mobiltelefon sind Beispiele, wie Firmen in wichtige Mitarbeiter investieren. ­Besonders häufig anzutreffen sind ­flexible Arbeitszeiten. Aber auch spezielle Weiterbildungs- oder Versicherungs-Angebote sind etabliert. Besonders geschätzt sind bei den Arbeitnehmern zusätzliche Urlaubstage. Vergleichbare Angebote gibt es gratis zum Lohn. Es gibt Unternehmen, in denen freiwillige Zusatz­leistungen unter dem Strich mehr als zehn Prozent des Lohnes ausmachen.

Investition in die Gesundheit
Interessant ist der steuerliche Nutzen von gesundheitsfördernden Maß­nahmen. In diesem Fall müssen die ­Personalkosten nicht erhöht werden, um die Attraktivität des Unternehmens zu steigern. Bis zu 500 Euro im Jahr pro Mitarbeiter sind steuer- und beitragsfrei. Das kann im Einzelfall sinnvoller sein als eine Gehaltserhöhung.
Generell kosten freiwillige Zusatzleis­tungen jedoch Geld. Die Firmenange­bote haben jedoch meist positive ­Effekte. Meist entwickelt sich eine ­stärkere Identifikation der Leistungs­träger zum Betrieb. Nicht selten verbessert sich die Einstellung und Arbeits­zufriedenheit der Mitarbeiter.
In der ­Regel erhöht sich auch die Leis­tungsbereitschaft bei weniger Krankheitstagen. Das Unternehmen profitiert von einer positiveren Außendarstellung. Dies bewirkt, dass der Betrieb im Wettbewerb um gute Facharbeiter attrak­tiver wird.

Negative Folgen möglich
Freiwillige Zusatzleistungen können aber auch negative Auswirkungen
haben: Mitarbeiter gewöhnen sich schnell daran. Die freiwillige Leistungen werden über kurz oder lang nicht mehr wahr­genommen. Ganz zu schweigen, wenn diese auch mal gestrichen werden. Für die Motivation ist das Kürzen von Leis­tungen schlechter, als wenn es diese gar nicht erst gegeben hätte. Zumal Mitarbeiter einen Rechtsanspruch auf betriebliche Leistungen haben, wenn diese regelmäßig gewährt wurden.
Freiwillige Arbeitgeberleistungen wirken dann, wenn diese richtig eingesetzt und kommuniziert werden. Was bringt das lukrativste Angebot, wenn Dritte nichts davon wissen. In der Praxis bieten viele Unternehmen schon lange Zusatzleis­tungen an, ohne diese bewusst einzusetzen oder ihre Wirkung zu prüfen. Wichtig ist, die Zusatzangebote transparent zu machen. Wenn Mitarbeiter nicht wissen, was ihre Firma anbietet, verfehlt das alle positiven Absichten.

Lebenssituation entscheidend
Zusatzleistungen bringen dann Vorteile, wenn sie individuell angeboten und mit den Mitarbeitern vereinbart werden. Entscheidend ist, in welcher Lebens­situation sich der eine oder andere Mitarbeiter gerade befindet. Berufseinsteiger wollen meist Geld verdienen. Mit­arbeiter mittleren Alters vielleicht eher mehr zeitliche Freiräume. Das Angebot im Sportstudio bringt insofern nichts, wenn der Mitarbeiter ein Sportmuffel ist. So oder so: Für viele Unternehmen, unabhängig von der Branche, wird es eine Schlüsselaufgabe, gute und neue Mitarbeiter zu finden sowie diese langfristig im Unternehmen zu halten.

F. Helfensteiner

Abbildungen: 1. Beck/Pixelio                                                                          Ausgabe: 10/2012

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