01. Januar 2016

Bleiben Sie dran!

Helfensteiner Ausbau und Fassade - Bleiben Sie dran!

Wer an Zielen, Aufgaben oder Ideen dranbleibt, der hat meist auch Erfolg. Nicht umsonst ist eine der zentralen Eigenschaften erfolgreicher Menschen die Beharrlichkeit. Gemeint ist Durchhaltevermögen, auch wenn einem ab und zu Knüppel in den Weg gelegt werden oder wenn Niederlagen einen zu Boden werfen.

Nicht nur im Berufsleben begegnen uns Menschen, die regelmäßig Aktivitäten beginnen, diese aber nicht zu Ende ­bringen. Mit viel Enthusiasmus stürzen sie sich ständig in neue Projekte. ­Anstatt die alten Aufgaben zuerst zu ­erledigen, wird ständig etwas Neues ­angefangen. Betroffene Kollegen sind macht- und ratlos, weil nichts zu Ende gebracht wird. Zwangsläufig gibt es ­viele uner­ledigte Baustellen und ­dadurch unnötiges Durcheinander.
Andere Personen wiederum geben in Gesprächen nichts als heiße Luft von sich. Es ist erstaunlich, was sie so alles machen und anstoßen. Außer leeren Worten wird jedoch nichts bewegt. Weil sie sich nicht daran halten, ihre gesprochenen Worte in Taten umzusetzen. Ganz zu schweigen von den Kollegen, die sich in Einzelheiten verzetteln. Schnell wird das ­eigentliche Ziel aus den Augen verloren. Aber das ist nur ein Beispiel von vielen.
Sie haben sich vorgenommen, die längst fällige Schlussrechnung einer großen Baustelle fertig zu machen. Statt konzentriert an der einen Sache dranzu­bleiben, reagieren sie ständig auf ­andere Dinge. Auf den Posteingang ihrer E-Mails oder die vielen Telefonanrufe. Beim Telefonieren und Abarbeiten der E-Mails werden immer wieder neue Aufgaben begonnen. Sogar die Baustelle ruft, um den Mitarbeitern restliches Material vorbeizubringen. Am Abend lässt sich festhalten: Es wurde zwar ­einiges getan, aber nichts fertiggestellt. Schon gar nicht die Schluss­rechnung!

Inneren Schweinehund überwinden
Im Berufsalltag gibt es viele Beispiele, wie zu wenig an einer Sache drangeblieben wird. Werbeaktionen werden gestartet, jedoch nicht bis zur erfolg­reichen Marktdurchdringung konsequent durchgezogen. Innovationen ­werden vielversprechend initiiert, ­je­doch nur sporadisch vermarktet. Und so ­manches Projekt ist nach eupho­rischer Ankündigung nach kurzer Zeit wieder in der Schublade verschwunden. Im ­Privatleben gilt genau das Gleiche. Wer hat sich nicht schon vorgenommen, ­regelmäßiger Sport zu treiben? Zwei ­Tage in der Woche leichtes Joggen, das soll der Plan sein. Den Anfang zu ­machen und trotz Muskelkater durch­zuhalten ist gar nicht so einfach.
Nach kurzer Zeit ist jedoch der innere Schweinehund überwunden. ­Danach läuft es fast wie von selbst. Doch früher oder später kommt die Hoch­phase im Unternehmen und die Zeit wird knapp. Mehrere Wochen fällt das Joggen flach. Wenn es dann wieder ­ruhiger wird und die Sportschuhe geschnürt werden, stellt man fest, dass es so anstrengend ist, wie am Anfang. Der Körper ist ­wieder auf dem ursprüng­lichen ­Niveau.

Zügel nicht locker lassen
Übertragen auf ein Unternehmen gilt Ähnliches. Mit viel Begeisterung wird geplant. Ziele werden festgelegt, um bessere Erträge zu erwirtschaften. ­Ergebnis- und Liquiditäts-Planungen werden aufs Papier gebracht. Der Bank werden Unterlagen eingereicht. Dank der Umsetzung guter Maßnahmen verbessert sich die betriebliche Situation. Mehrere Monate wird dieser Weg dis­zip­liniert begangen. Als Dank und Anerkennung wird der wirtschaftliche Erfolg geerntet. Die Bank ist zufrieden und meldet sich seltener. Privat kann man sich endlich wieder Dinge leisten, an die vor Kurzem noch nicht zu denken war.
Sie ahnen gewiss, was dann passiert: Bei allem Erfolg stellt sich so etwas wie »Wohlbehagen« ein. Die Zügel werden lockerer gelassen. Auf wichtige Kleinigkeiten wird nicht mehr geachtet. Die Mitarbeiter spüren diese lockere Haltung und deren Leistung ­lässt spürbar nach. Nach kurzer Zeit meldet sich die Bank wieder. Zum Banktermin werden die Unterlagen unvollständig und verspätet eingereicht. Die eigenen Rechnungen werden viel zu spät versendet. Lieferantenrechnungen werden nicht mehr mit Skonto, sondern erst nach der zweiten Mahnung bezahlt. Kurzum: Die Bank erhöht den Druck. Sie fassen den Entschluss, alles wieder konsequenter anzupacken. Leider ist das schwieriger, als gedacht. Die Bank betrachtet inzwischen alles was Sie tun, mit kritischeren ­Augen. Man glaubt nicht mehr daran, dass Sie durchhalten werden. Einfacher wäre es ­gewesen, gleich dranzubleiben.

Klare Ziele formulieren
Was lernen wir daraus? Disziplin und Durchhaltevermögen haben viel damit zu tun, Projekte nicht nur anzufangen, sondern auch zu Ende zu bringen. Auch dann, wenn es schwerfällt. Wer klare Ziele hat und an Aufgaben und Ideen dranbleibt, wird meist mit ­Un­abhängig­keit und Aner­kennung belohnt. Durchhaltevermögen ­beweist dabei derjenige, der trotz eines Scheiterns oder nach Niederlagen ­wieder aufsteht. Trefflich beschreibt es das ­Zitat, wonach »es die Kunst ist, ­einmal mehr aufzustehen, als man ­umgeworfen wird«. Das gilt für das ­Unternehmen ­genauso wie im privaten Alltag.

F. Helfensteiner

Abbildungen: 1. Querschnitt/Pixelio         Ausgabe: 11/2012

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