07. Februar 2017

Zinsgünstig umschulden

Helefensteiner_Fotolia Ausbau und Fassade - Zinsgünstig umschulden
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Wer sein Girokonto überzieht und somit einen sogenannten Dispokredit nutzt, muss das der Bank teuer zurückzahlen. Trotz historischer Niedrigzinsen zahlen Bankkunden für Überziehungskredite vielfach noch mehr als zehn Prozent Zinsen. Je nachdem, wie tief das Konto in den Miesen ist, lohnt sich eine Umschulung.

Maler- und Stuckateur-Betriebe sind in vielen Fällen im klassischen Sinne Saisonbetriebe. Der Winter sorgt dafür, dass nur auf Sparflamme gearbeitet werden kann. Wenig Arbeit bedeutet natürlich auch geringe Einnahmen. Leider laufen im Unternehmen die Kosten weiter. Hinzu kommt, dass zum Jahresbeginn viele Rechnungen eingehen. Gar nicht daran zu denken, wenn die Kunden es mit der Zahlungsmoral nicht so ernst nehmen. Das alles geht zu Lasten der Liquidität.

Früher oder später droht deswegen Gefahr. Das Unternehmen kann nur noch die wichtigsten Verbindlichkeiten begleichen. Die Umsatzsteuer wird verspätet abgeführt, Kreditlinien über­zogen. Die Mitarbeiter müssen auf ihren Lohn warten. All dies verursacht nicht nur eine Menge Ärger und Rufschädigung, sondern weitere Kosten. Verzugszinsen und Mahngebühren fallen an, Skontomöglichkeiten werden nicht mehr genutzt und Überziehungszinsen sind extrem teuer.

Dispozinsen vermeiden

Wer in der Folge wegen angespannter ­finanzieller Situation sein Girokonto überzieht, zahlt insbesondere bei Dispozinsen kräftig drauf. Die Bank lässt sich nämlich das Sicherheitsrisiko gut zahlen. Will ein Kontoinhaber eine Zahlung leisten, die über sein Kontoguthaben und den eingeräumten Dispokredit hinausgeht, wäre dies eigentlich gar nicht möglich. Stimmt die Bank dennoch zu, spricht man von einer »geduldeten Überziehung«. Die dafür verlangten Zinsen liegen aber deutlich über denen für einen Dispokredit.

Zwar haben viele Banken in jüngster Vergangenheit die Zinsen für das Kontoüberziehen gesenkt. Allerdings nur ­geringfügig. So kürzten beispielsweise die für das Handwerk üblichen Bankpartner ihre Dispo-Konditionen um zirka zwei bis drei Prozent. Mit Werten zwischen sieben und fünfzehn Prozent liegen die Zinskonditionen für Überziehungskredite, je nach Bundesland, jedoch immer noch extrem hoch. Die ­Rating-Einstufung und der Kontotyp sorgen für diese extremen Unterschiede bei den Konditionen. Alles in allem sind die Zinsen für einen Dispo-Kredit – im Vergleich zu Ratenkrediten – nach wie vor maßlos teuer. Das kritisieren auch Verbraucherschützer immer wieder. Mit dem Argument, wonach viel zu hohe Dispozinsen im Vergleich zum sonstigen Zinsumfeld im Umlauf sind.

Lieber Bus statt Taxi

In Bankenkreisen gilt der Dispo als das »Taxi« unter den Krediten. Gedacht zur kurzen Überbrückung von Geldengpässen. Die große Flexibilität schlägt sich in den Konditionen nieder. Dauerhaftes ­Taxifahren kostet bekanntermaßen viel Geld und ist teurer als Busfahren. Dispokredite sollten von daher grundsätzlich nur kurzfristig finanzielle Engpässe überbrücken helfen. Um schnell und flexibel die Liquidität zu sichern. Wer länger­fristig Geld braucht, sollte in Raten­kredite umschulden. Diese sind wesentlich günstiger zu bekommen. Und das schon seit längerer Zeit.

Das beweist ein Zinsvergleich und ein konkretes Beispiel. Handwerker, die ihr um 60000 Euro überzogenes Girokonto mit einem Ratenkredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren in gleicher Höhe ablösen, sparen im Schnitt 5000 Euro pro Jahr. Bei sehr hohen Zinssätzen für den Überziehungskredit sogar noch mehr. Denn beim Dispositionskredit zahlt man, wie in der Muster-Rechnung angenommen – nicht selten zehn Prozent und mehr. Bei einem Ratenkredit liegt der durchschnittliche Zinssatz gerade mal bei zwei oder drei Prozent. Jedenfalls dann, wenn die Bank die Sicherheiten und Bonität als vertrauenswürdig einstuft.

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