03. April 2018

Zukunftswerkstatt in Berlin

Zukunftswerkstatt, Stuckateurhandwerk, Preisverleihung
Unternehmer diskutierten über die Zukunft des Stuckateurhandwerks (v.l.): Klaus-Dieter Müller,Moritz Skala, Gerd Reingen …

Mehr als 130 Teilnehmer aus dem Stuckateurhandwerk kamen zum 1. Obermeister- und Unternehmertag des Bundesverbandes Ausbau und Fassade Ende Februar nach Berlin. Einer der Höhepunkte war die Preisverleihung des Branchentitels »Stuckateur des Jahres 2018«.

2 … und Ralf Thießen (l.) sowie Hermann Blattner 3 Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes bei der Eröffnung der Tagung
2 … und Ralf Thießen (l.) sowie Hermann Blattner 3 Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes
bei der Eröffnung der Tagung

Erklärtes Ziel der Veranstaltung am 22. und 23. Februar war es, dem Stuckateurhandwerk Orientierung und neue Impulse zu geben. »Es geht um die Zukunft unseres Handwerks«, erklärte Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade (BAF) bei seiner Eröffnungsansprache. Die Herausforderungen des Marktes an die Betriebe sollen aufgezeigt, innovative Lösungen vorgestellt und diskutiert werden. Es gehe aber auch um die möglichen Ausrichtungen und Anpassungen der Verbandsorganisation. König ­betonte besonders die Gemeinsamkeit im Stuckateurhandwerk über die verschiedenen Regionen hinweg. Die Veranstaltung bot mit den 130 Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern die Möglichkeit für einen Austausch von Kollege zu Kollege über die Verbandsgrenzen hinweg.

Mehr Fairness im Markt gefordert 

Zur Sache ging es schon im ersten Teil der Tagung. In der Podiumsdiskussion äußerten sich fünf erfolgreiche und innovative Unternehmer des Stuck-, Putz- und Trockenbaugewerkes zu aktuellen, brennenden Themen, wie die Nachwuchsgewinnung, Beziehungsmanagement und die Digitalisierung.

5 Moderatorin Ulrike Trampe (l.) befragte die  angehende Ausbau- Managerin Luisa Blattner über ihre Ausbildung: »Fundierte Fachkenntnisse, Führungsstärke undWeitblick« 5 Moderatorin Ulrike Trampe (l.) befragte die  angehende Ausbau- Managerin Luisa Blattner über ihre Ausbildung: »Fundierte Fachkenntnisse, Führungsstärke undWeitblick«
4 Jörg Ottemeier (l.) und MichaelWalloschek stellten
Aktivitäten für eine stärkere Interessensvertretung
der Stuckateure vor
5 Moderatorin Ulrike Trampe (l.) befragte die
angehende Ausbau- Managerin Luisa Blattner über
ihre Ausbildung: »Fundierte Fachkenntnisse,
Führungsstärke undWeitblick«

Hermann Blattner (Gröber GmbH & Co. KG, Stuttgart) geht mit dem Logo »Next Generation« auf den Ausbildungsmarkt. Einen Schwerpunkt bildet die Ausbildung zum »Ausbau-Manager«, der zur Generierung und Motivation von Nachwuchsführungskräften genutzt werden kann und das Unternehmen mit neuen Ideen und Impulsen voranbringt.

Klaus-Dieter Müller (K. Rogge Spezialbau GmbH, Berlin) hat sich als Mediator weitergebildet. Seine erworbenen Kompetenzen nutzt er, um  zum einen die Kommunikation und das Miteinander im Unternehmen zu ver­bessern und zum anderen auch die Beziehung zu Kunden positiv zu gestalten. Wichtig sei, dass die Unternehmensführung dieses Thema besetze und nicht delegiere.

Wie der Unternehmenserfolg sich mit einem Vize­europameister und dessen Vermarktung steigern lässt, zeigte Gerd Reingen (Stuckateurbetrieb Gerhard Reingen, Düsseldorf) auf. Vor dem Erfolg stehe aber die Investition. Schließlich erfordern die Mitgliedschaft eines Mitarbeiters im Nationalteam und die Teilnahme an internationalen Wettbewerben einen zeitlichen Aufwand, der auch zu Fehlzeiten im Unternehmen führt. Dies würde sich jedoch in jedem Fall lohnen, so Gerd Reingen, da das Image des Betriebes und die Motivation des Mitarbeiters steige.

Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist mehr unternehmerisches Engagement in den Schulen der Region erforderlich, so Ralf Thießen (Gefas Gesellschaft für Akustik und Systembau mbH, Moers). Der Trockenbau-Unternehmer wünschte sich, dass die Öffentlichkeit über die Arbeit eines Trockenbauers und Stuckateurs besser informiert wird.

Die Digitalisierung von Fahrzeugen, Werkzeugen und Prozessen stand bei Moritz Skala (Skala Akustik-Decken GmbH, Isernhagen) im Mittelpunkt seiner Präsentation. Wichtig sei hierbei, die Mitarbeiter einzubinden und somit die Akzeptanz und den Nutzen zu erhöhen. Vor der »blinden Digitalisierung« von Prozessen sollte die Analyse dieser stehen, so Skala.

6 Abschied und Begrüßung beim Festabend: Das Nationalteam der Stuckateuremit den Neuzugängen und den Ausscheidenden. Doch niemand verlässt diese Gemeinschaft ganz.

6 Abschied und Begrüßung beim Festabend: Das Nationalteam der Stuckateuremit den Neuzugängen und den Ausscheidenden. Doch niemand verlässt diese Gemeinschaft ganz

In der abschließenden Podiumsdiskussion forderten die Unternehmer von der Politik faire Wettbewerbs­bedingungen, mehr Fachkompetenz in öffentlichen Vergabestellen und den Brand- und Schallschutz im Trocken- und Leichtbau wieder in Meisterhände zu legen, um die Qualität in diesem sensiblen Bereich zu sichern.

Dass auch Innungen und Landesverbände aktiv sind und ihre Strukturen und Dienstleistungen neu ausrichten können, zeigten für Nordrhein und Westfalen Jörg Ottemeier und Michael Walloschek auf. Stuckateur­innungen können zum Beispiel durch die Initiierung von Juniorenkreisen Veranstaltungsreihen wie einen »Tag der Technik« aktivieren und dadurch neue Mitglieder gewinnen. Beide kündigten an, die bisher getrennten Verbände zu einem Landesverband Nordrhein-West­falen vereinigen zu wollen.

7 Bei der Preisverleihung an das Familienunternehmen Christian Gröber GmbH & Co. KG (v.l.): Rudolf Voos (BAF-Geschäftsführer), das Unternehmerehepaar Iris und Hermann Blattnermit der nächsten Generation Luisa Blattner und Christian Blattner sowie Rainer König (BAF-Vorsitzender)

7 Bei der Preisverleihung an das Familienunternehmen Christian Gröber GmbH & Co. KG (v.l.): Rudolf Voos
(BAF-Geschäftsführer), das Unternehmerehepaar Iris und Hermann Blattnermit der nächsten
Generation Luisa Blattner und Christian Blattner sowie Rainer König (BAF-Vorsitzender)

Einen »Kümmerer« braucht es, um neue Mitglieder zu gewinnen oder inaktive Mitglieder zu reaktivieren. Stephan Bacher stellte ein Maßnahmenpaket vor, mit dem der SAF in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich war und bereits über 200 neue Mitglieder gewinnen konnte. Sein Fazit: Mitgliederwerbung ist keine Einmal-Kampagne, sondern ein fortlaufender Prozess.

Abschließend berichtete Luisa Blattner sehr frisch als angehende Ausbau-Managerin über ihre Motivation sowie ihren persönlichen Nutzen, den sie aus dem Ausbildungsgang zieht. In drei Jahren ermöglicht das Bildungsangebot für Abiturienten die Kombination aus Stuckateur- und Meisterausbildung, erweitert um führungskräftespezifisches Know-how.

Eingerahmt wurde der 1. Obermeister- und Unternehmertag des BAF durch zwei hochkarätige Vorträge. Thomas Wollner (CEO der Rosenberger Gruppe), stellte die Bedeutung der Mitarbeitermotivation und Führung heraus. Matthias Aumann (Vorsitzender Vorstand aumann:grün AG) unterstrich die Bedeutung der Motivation als Basis für das aktive unternehmerische Handeln.

9 Die Sponsoren desWettbewerbs »Stuckateur des Jahres«: Dr. Andreas Metzger, Geschäftsführer Protektor (l.) und Frank Frössel,  Marketingleiter Quick-mix 9 Die Sponsoren desWettbewerbs »Stuckateur des Jahres«: Dr. Andreas Metzger, Geschäftsführer Protektor (l.) und Frank Frössel,  Marketingleiter Quick-mix
8. Ausgezeichnet für die herausragende Spezialisierung
im Bereich der Denkmalpflege: die Sebastian Rost GmbH.
Im Bild: Sebastian Rost (Mitte), eingerahmt von den
Jurymitgliedern Rainer König und Jörg Ottemeier
9 Die Sponsoren desWettbewerbs »Stuckateur des
Jahres«: Dr. Andreas Metzger, Geschäftsführer
Protektor (l.) und Frank Frössel,
Marketingleiter Quick-mix

Gröber gewinnt den Branchentitel

Das festliche Highlight des 1. Obermeister- und Unternehmertages des BAF war der Branchenabend mit der Verleihung des Branchentitels »Stuckateur des Jahres 2018«.

Gewinner ist die Christian Gröber GmbH & Co. KG. Das Stuttgarter Unternehmen überzeugte die Jury insbesondere durch zahlreiche innovative Ansätze, die Förderung der Digitalisierung 4.0 und das Thema der Farbgestaltung. Die Jury war einhellig der Meinung, dass der Preisträger mit seinem Unternehmen für das Stuck-, Putz- und Trockenbauhandwerk Tradition und Zukunft vereint. Der Bereich Unternehmensentwicklung sowie das Marketing werden nicht nur durch Einzelaktionen oder Personen vorangebracht – das ganze Unternehmen von der Führungskraft bis zum Azubi lebt diese ­Aktivitäten und alle sind eingebunden. Ebenso ist die ­soziale Vernetzung aller Bereiche vorbildlich gelöst.

Der Sieger des Wettbewerbs kann den attraktiven und einmaligen Titel »Stuckateur des Jahres 2018« nutzen und erhält ein Preisgeld in Höhe von 15000 Euro.

Die Jury hatte sich auch in diesem Jahr entschieden, zwei Sonderpreise zu vergeben. Sie würdigte damit besondere Leistungen. Die Mathias Kaupp GmbH erhielt den Sonderpreis für eine herausragende Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Der Stuckateurbetrieb zeichnet sich insbesondere für das Sozialsponsoring aus sowie für die besondere Form der Unternehmensführung und das persönliche Engagement des Unternehmers.

Die Sebastian Rost GmbH erhielt den Zusatzpreis für die herausragende Spezialisierung im Bereich der Denkmalpflege. Das Unternehmen führt insbesondere den »traditionellen« Teil des Stuckateurhandwerks in Praxis und Ausbildung fort.

Die Preisträger der Zusatzpreise erhalten neben der Urkunde einen Geldpreis zur Gestaltung eines Mitarbeiterevents.

Der »Stuckateur des Jahres« ist ein Firmenpreis, der jährlich vom Bundesverband Ausbau und Fassade im ZDB ausgeschrieben und an eingetragene Stuck-, Putz- und Trockenbaubetriebe in Deutschland verliehen wird. Der Wettbewerb wird von den Sponsoren Quick-mix Putztechnik und Protektor sowie von ausbau+fassade als Medienpartner unterstützt.

Der Preis »Stuckateur des Jahres« 2019 wird Mitte des Jahres 2018 ausgelobt.

10 DieMathias Kaupp GmbH erhielt  die Anerkennung für herausragende Unternehmens- und Mitarbeiterführung. V.l.: Jörg Ottemeier und Rainer König (beide Jury), Mathias und Michael Kaupp sowie Dr. Roland Falk (Jury) 10 DieMathias Kaupp GmbH erhielt
die Anerkennung für herausragende
Unternehmens- und Mitarbeiterführung.
V.l.: Jörg Ottemeier und Rainer König
(beide Jury), Mathias und Michael
Kaupp sowie Dr. Roland Falk (Jury)

Alexander Schmidt fährt zur Europameisterschaft

Am zweiten Tag ging es zum Berliner Messegelände. Dort kämpften die Mitglieder des Nationalteams der Stuckateure um die Teilnahme an den EuroSkills 2018. Die jungen Stuckateure sorgten für einen spannenden und attraktiven Wettbewerb. Nachdem die Jury, bestehend aus Josef Gruber, Frank Schweizer und Dieter Stempel, zum letzten Mal ihre Punkte vergaben stand fest, dass Stuckateur Alexander Schmidt aus dem bayerischen Großharbach bei den diesjährigen Europameisterschaften am 26. bis 30. September in Budapest das deutsche Stuckateurhandwerk vertritt. Carlo Schmid kam auf den zweiten Platz und ist somit Ersatzmann. Beide erwartet nun ein intensives Training.

Die Wettbewerbsbeiträge des Gewinners des Branchentitels »Stuckateur des Jahres« 2018 und die der ausgezeichneten Unternehmen können Sie auf den Seiten des Bundesverbandes Ausbau und Fassade www.stuckateur.de einsehen.

pd

Bilder von der Preisverleihung und Einblicke in die Arbeiten der Preisträger gibt es online www.stuckateur-des-jahres.de.

Ausgabe 04 / 2018

Artikel als PDF herunterladen

Herunterladen

Bilder aus dem Artikel:

  1. BAF-6 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  2. BAF-1 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  3. BAF-17 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  4. BAF-18 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  5. BAF-2 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  6. BAF-3 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  7. BAF-5 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  8. BAF-7 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  9. BAF-8 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  10. BAF-9 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin
  11. BAF_IMG_7188 Ausbau und Fassade - Zukunftswerkstatt in Berlin