01. Januar 2016

Schwäbische Familienbande

Maler-Kuttler_1 Ausbau und Fassade - Schwäbische Familienbande

Der Maler- und Stuckateurbetrieb von Harald Kuttler im schwäbischen Kusterdingen bei Tübingen ist wortwörtlich ein echtes Familienunternehmen. Er hat seine Brüder im Unternehmen angestellt, zusammen bilden sie ein schlagkräftiges und effektives Team, welches allein durch Empfehlungen die Auftragsbücher füllt.

Maler- und Stuckateurbetriebe gibt es in Deutschland viele, aber wohl kaum einen, in dem drei Brüder so erfolg­reich und ­harmonisch zusammen­arbeiten wie die Gebrüder Kuttler im schwäbischen ­Kusterdingen (Landkreis Tübingen). ­Harald Kuttler (Jahrgang 1963) ist ­Malermeister und ­Geschäftsführer des elf Mann starken Betriebs. Bruder Hans, mit 51 Jahren der älteste Spross der Kuttler-Sippe, ist kaufmännischer ­Angestellter und für die Materialbestellung, die Preisangebote und die gesamte Büro-Organisation verantwortlich, während sich Frank (47 Jahre) als an­gestellter Stuckateur handwerklich auf den verschiedenen Baustellen im ­Umkreis von Tübingen betätigt.

Meisterbrief vor 25 Jahren
Das Handwerksunternehmen in der 8000-Seelen-Gemeinde gibt es schon seit über 50 Jahren – Vater Georg Kuttler hatte den Betrieb schon 1960 ­gegründet. Sein Sohn Harald wollte zwar in die Fußstapfen des Seniors ­treten, aber nicht im heimischen ­Betrieb ausgebildet werden: Anno 1981 begann er eine Maler-Ausbildung beim Betrieb Albert Bopp in Reutlingen. Nach seiner Lehre blieb er noch ein halbes Jahr als Geselle, im Anschluss folgte der Zivildienst. Während dieser Zeit erkrankte Georg Kuttler schwer und verstarb noch im Jahr 1986. Als Folge ­dieses Schicksalschlags übernahm ­Harald das väterliche Geschäft und meldete sich sogleich in der Meisterschule in Reutlingen an. 1988 erhielt er den Meisterbrief im Malergewerk. Seither ist er auch offiziell Geschäftsführer des schwäbischen Familienbetriebs (vorher hatte die Mutter ­kommissarisch das ­Unternehmen geleitet). Von 1995 an brachten sich Hans und Frank ins ­Unternehmen mit ein. Seitdem laufen die Geschäfte der »Kuttler-Brothers« wie am Schnürchen – im Juli dieses Jahres konnte Harald Kuttler sein 25-jähriges Jubiläum als Geschäftsführer feiern.

Kreativer Beruf
»Die Verbindung zwischen gestalterischen und technischen Elementen hat mir in diesem Beruf schon immer gefallen«, erzählt Harald Kuttler, während er an einem sonnendurchfluteten Julimorgen in seinem Kusterdinger Büro sitzt. »Natürlich haben wir schon als Kinder im Betrieb mitgeholfen, das hat uns früh beeinflusst.« Als Schwerpunkte des Leistungsspektrums seines Unternehmens zählt er den Renovierungsbereich, Neubau, Komplettumbauten, Dämmung und Tockenbau, aber auch klassische Putzaufträge auf. In den vergangenen Jahren hat sich Kuttler eine große Stammkundschaft  aufgebaut – alles ohne große Werbemittel, geschweige denn einer eigenen Internetseite. Bei ihm läuft alles über Empfehlungen. Harald Kuttler: »Wir ­liefern ordentliche Arbeit zu fairen ­Preisen ab. Das Ver­trauen unserer ­Kunden ist sehr groß, viele fragen uns gar nicht nach dem Preis. Sie wissen, dass sie am Ende zufrieden sein ­werden.«

Gute Organisation
Die Auftragsbücher sind bis zum Ende des Jahres voll – da kann er sich sogar eine 45-Stunden-Woche leisten, die er hauptsächlich auf den aktuell zehn Baustellen und mit Kunden-Beratungsgesprächen verbringt. Da Harald Kuttlers ­Betrieb gut organisiert ist, kann das ganze Jahr durchgearbeitet werden, ­ohne dass im Winter Überstunden abgebaut werden müssen. »Meine Brüder nehmen mir zum Glück viel Arbeit ab. Und ich habe ja noch meine eigene ­Familie. Wenn ich Freizeit habe, gehe ich mit meinen Söhnen ­Matthias und Sebastian zum Bogenschießen, das macht uns allen einen Riesenspaß.«
Allen Unkenrufen zum Trotz hat Harald Kuttler 2013 sehr viele Aufträge im ­Bereich Wärmedämmung geschrieben. Die ­negative Berichterstattung in den ­Medien hat seiner Meinung nach nicht zu weniger Nachfrage bei WDVS ­geführt: »Bei den niedrigen Zinsen auf der Bank inves­tieren die Immobilien­besitzer ­lieber weiterhin in die eigenen vier Wände. Auch das Thema Brandschutz im privaten und öffentlichen Raum war 2013 ein Umsatz­bringer.«

Holzfaser Wärmedamm-Verbundsysteme
Eine weitere Spezialität seines Betriebs sind WDVS auf Holzbasis. Schon seit zehn Jahren arbeitet er mit diesem ­Material, anfangs zögerlich – heute mit voller Überzeugung. Mit der Reutlinger Zimmerei ­»Syndikat« besteht beispielsweise seit langer Zeit eine fruchtbare Partnerschaft. Letztere stellen die Untergrundkonstruktion und die Holz-weichfaserplatte her – Harald Kuttlers Team erledigt die Putzarbeiten, also die Kratz- und Gewebespachtelung, den Oberputz und Anstrich. »Die Verarbeitung muss natürlich stimmen«, betont der 50-Jährige. »Die Armierungsdicke muss passen. Dann funktioniert das WDVS auf Holzbasis tadellos!«
Erfahrungsgemäß wollen viele Kunden keine Mineral- und Steinwolleplatten oder Styropor an ihrem Haus verbaut sehen, sondern natürliche, nachwachsende Rohstoffe. Harald Kuttler zählt die Vorteile auf: »Holz kann im Gegensatz zu Styropor ­Wärme speichern und Wasserdampf aufnehmen – das sind zwei enorm wichtige Vorteile. Außerdem sind Holzfaserplatten umweltverträglicher und höchstens zehn Prozent teurer als Mineralfaserplatten. Ich kann WDVS auf Holzbasis nur empfehlen!«

dm

Abbildungen: Mioc/Kuttler                                                                                                        Ausgabe: 9/2103

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