05. Oktober 2021

Holz und Mineralwolle klug verbinden

Foto: Voll Arkitekter
Foto: Voll Arkitekter

Tragfähig, formstabil und brandsicher: Das norwegische Büro Voll Arkitekter baute das höchste Holzhochhaus der Welt – mit Mut, Ideen und Mineralwolle. Für seinen nachhaltigen progressiven Anspruch erhielt das Projekt 2018 den New York Design Award mit Gold.

Am größten See Norwegens verteilen sich auf 85 Metern und insgesamt 18 Geschossen des Hochhauses Mjøstårnet ein Restaurant, ein Schwimmbad, mehrere Büroetagen und darüber Etagen mit 72 Hotelzimmern sowie in den oberen sieben Geschossen 33 Wohnungen.

Die Holzkonstruktion wurde industriell vorgefertigt und in wenigen Monaten auf der Baustelle errichtet. Der hohe Grad an Vorfertigung und fortschrittliche Fertigungsverfahren biegesteifer Holzwände, -decken, -stützen und Holzträger ermöglichten auch bei den Zwischendecken eine schnelle, genaue und hoch belastbare Konstruktion.

Brandschutz auf höchstem Niveau

„Mjøstårnet ist so gebaut, dass es einem vollständigen Brand standhält“, verspricht Evan Andersen, beteiligter Brandschutzingenieur des Büros Sweco. Den wichtigsten Schutz gegen Brandausbreitung bietet dabei Mineralwolle. Die Holzzwischendecken und Trennwände sind mit Mineralwolle gedämmt, da diese einen möglichen Brandüberschlag über die Bauteile hinweg verhindert.

Auch die Fassade besteht aus vorgefertigten Holzrahmenbauteilen sowie einer Verkleidung aus Thermokiefernholz. Sie ist in kleine Hohlkammern aufgeteilt, die jeweils mit Mineralwolle gedämmt und über Hohlraumventile hinterlüftet sind.

Insgesamt wurde auf 5.500 m² Mineralwolle verbaut, was nicht nur brandschützend, sondern auch wärme- und schalldämmend wirkt. Dank Mineralwolle lassen sich bei Mjøstårnet verschiedene Nutzungen sicher und mit hohem Raumkomfort vereinen.

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An der Seeseite lässt sich die Nutzung gut ablesen: Lobby und Restaurant in den unteren Etagen. Darüber fünf Büro- und vier Hotelebenen und sieben Etagen mit Wohnungen und Balkon oder Dachterrasse. Foto: Voll Arkitekter
Fachwerkträger aus Brettschichtholz und ein Kern aus Brettsperrholz bilden das Tragwerk. Die Fassade besteht aus Holzrahmenbauteilen, Mineralwolle und einer Thermoholzverkleidung. Foto: ricardofoto

 

Dübel und Schwerter aus Stahl halten die Träger und Stützen zusammen.  Foto: Anti/Jens Haugen
Baustelle mit Aussicht auf den größten See Norwegens, den Mjøsa.  Foto: Anti/Jens Haugen