08. September 2015

Dämmung und Speichermasse schützen vor sommerlicher Überhitzung

15-09-08_Baumit Ausbau und Fassade - Ausbau und Fassade
Eine Wärmedämmung sorgt dafür, dass an heißen Tagen Innenräume länger kühl bleiben. Foto: Fotolia

Der diesjährige Sommer geht als einer der heißesten in die Geschichte ein. "Wir müssen uns auf zunehmend heißere Sommer einstellen und Wege finden, in unserem Wohnraum mit diesen Temperaturanstiegen umzugehen", so Jürgen Lorenz, Leiter Forschung und Entwicklung Baumit Wopfinger. Das bedeutet nicht nur die Häuser mit Klimaanlagen auszustatten und regelmäßig zu lüften, sondern auch bei den Baumaterialien Hitzeschutz- und Wärmepuffermöglichkeiten zu nutzen.

Im Baumit Forschungspark, dem größten Forschungspark für Baustoffe in Europa, hat man die Temperaturentwicklung bei unterschiedlichen Baukonstruktionen in den vergangenen Wochen genau untersucht. "Unsere Messergebnisse zeigen ganz klar, dass Wärmedämmung nicht nur vor Kälte sondern auch vor sommerlicher Überhitzung schützt", so Jürgen Lorenz, "Unsere gedämmten Häuser wiesen bis zu 5 Grad Celsius tiefere Temperaturen auf, als unser Haus ohne Wärmedämmung. Das bedeutet für die Bewohner ein deutlich angenehmeres Wohngefühl."

Konkret brachte es das ungedämmte (mit 25er Ziegeln gebaute) Gebäude auf Innenraumtemperaturen von über 30 Grad Celsius. Ähnliches war bei den (gedämmten) Leichtbauhäusern zu beobachten. Die mit Ziegel oder Beton gebauten und gedämmten Häuser hingegen erreichten ein Mittel von 26 Grad Celsius, obwohl alle südseitigen Fenster der Forschungshäuser nicht mit Rollläden beschattet wurden.

Fazit: Eine Dämmschicht an der Außenwand wirkt nicht nur positiv im Winter. Sie ist wie eine Thermoskanne, die Kaltes kühl und Heißes warm hält. Die Wärmedämmung sorgt dafür, dass an heißen Tagen Innenräume länger kühl bleiben. Denn die Sonnenwärme dringt nicht so schnell über die Fassade nach innen, und die kühleren Innenraumtemperaturen gelangen nicht so rasch nach außen. Wärmedämmung ist Kälte- und Hitzeschutz zu gleich.
Wandkonstruktion als Speichermasse

Neben der Wärmedämmung hat auch die Speichermasse der Wandkonstruktion einen entscheidenden Einfluss auf die Innentemperatur. Massive, schwere Wände puffern die Sonnenwärme und geben sie erst während der kühleren Abend - und Nachtstunden wieder ab. Dieser Effekt sorgt für konstantere Innenraumtemperaturen und im Sommer für ein generell kühleres und angenehmeres Innenraumklima. Jürgen Lorenz: "Unsere Forschungsreihe beweist: Je ‚massiver‘ die Bauweise der Wandkonstruktion ist, desto geringer sind die gemessenen Innenraumtemperaturen, obwohl alle Wandbildner den exakt gleichen U-Wert aufwiesen."