01. Januar 2016

Alles im grünen Bereich

Stuckateure und Maler stehen in einem ewigen Konkurrenzkampf – das ist zumindest die landläufige Meinung. Markus Steininger beweist das Gegenteil. Er ist Stuckateur- und gleichzeitig Malermeister – in einer Person. Das passt gut.

Wer Markus Steininger in seinem Büro in Stuttgart trifft, sieht erst mal grün. Ein überdimensionierter hellgrüner Frosch als Wandgestaltung begrüßt den Gast und lässt unweigerlich eine posi­tive Stimmung aufkommen. Grün ist die Firmenfarbe des Betriebes und findet sich so ziemlich überall – an Wänden, Stühlen, Bekleidung, Tassen und natürlich auch auf den Firmenfahrzeugen. Ein echter Hingucker eben.

Einfach anders
Markus Steininger ist eben anders als andere Stuckateure. Auch seine Firmengeschichte ist vielleicht etwas ungewöhnlich – aber dafür sehr erfolgreich.  Er lernt das Malerhandwerk im elter­lichen Malerbetrieb. Nach dieser Ausbildung hängt er gleich noch eine Lehre zum Stuckateur dran. Doch Markus Steininger will mehr. Also macht er zunächst ­seinen Meister im Malerhandwerk und entscheidet sich dann kurzerhand dazu, auch im Stuckateurgewerbe einen Meisterbrief zu erwerben. Frei nach dem Motto »Doppelt hält besser«.
Eine Zeit lang arbeitet er im elterlichen Betrieb mit, den sein Vater bereits im Jahre 1964 gegründet hat. Doch weil Steininger nach weiteren Herausforderungen strebt, gründet er kurzerhand seinen eigenen Stuckateurbetrieb. Da man langfristig schlecht auf zwei Hochzeiten tanzen kann, fusioniert Steininger einige Jahre später beide Betriebe. Ein genialer Schachzug, hat er doch so zwei treue Kundenstämme, auf die er zurückgreifen kann. »Mein Kundenstamm besteht zu fast 100 Prozent aus Privatkunden«, schmunzelt er und fügt hinzu: »Da ist immer Arbeit da.« Arbeit ohne Preiskampf.

Aus alt mach neu
Mit seinen sieben Mitarbeitern bewegt sich Steininger hauptsächlich im Renovierungsbereich. In seinen Räumen in Stuttgart hat er eine kleine Ausstellung eingerichtet, in der die Kundschaft sich Wandgestaltungen in verschiedenen Kalktechniken an eigens hergestellten Musterplatten ansehen kann. Natürlich macht er auch seine Beratung vor Ort: »Ich frage immer zuerst, was gewünscht ist und habe dann einen Musterkoffer dabei, um den Kunden eine Auswahl zeigen zu können«, sagt er.
Auch im Bereich Schimmelsanierung ist Steininger unterwegs. Eine spezielle ­Zusatzausbildung machte ihn zum zertifizierten Fachbetrieb für Schimmel­sanierung. »Besonders extrem ist es in den Wintermonaten, aber auch im ­Sommer ist der Markt groß« , so Steininger. Mit Feuchtigkeits-Messgeräten ausgerüstet, stellt er den Stand ­einer Wohnung fest und beseitigt das Übel. Die Renovierung von denkmalgeschützten Häusern gehört ebenfalls zu seinem Betätigungsfeld. Damit auch dort alles reibungslos läuft, arbeitet Steininger mit einer Kooperation von anderen ­Gewerken zusammen. »Ich organisiere die verschiedenen Handwerker, die für die Baustelle benötigt werden. Der ­Kunde bekommt am Ende das fertige Resultat«, so Steininger. Zurückgreifen kann er hier auf Schreiner, Fliesenleger oder Betriebe aus dem Sanitär- und Heizungsbereich. Die Kooperation ist damit ein Gewinn für jede Seite.

Büro-Organisation auf neuestem Stand
Sein Büro hat Steininger ebenfalls im Griff. Hier unterstützen ihn seine Ehefrau und seine Schwester. Letztere hat ebenfalls einen Meisterbrief und arbeitet auch produktiv auf den Baustellen mit.
Seit 2009 arbeitet Steininger mit »Cats-Waricum«, der betriebswirtschaftlichen Software für Stuckateure und Maler, die er auf zwei Arbeitsplätzen einsetzt. In den vorherigen Jahren setzte er eine Software ein, die seinen Anforderungen nicht mehr genügte. »Ich habe die Software von Cats schon auf Messen gesehen und mich dann dafür entschieden. Bei meinem damaligen Programm ist oft was schiefgegangen. Und auch der Service funktionierte nicht«, erzählt Steininger und fügt grinsend im schwäbischen Dialekt hinzu: »Isch wechsel’ nimmer.« Er kalkuliert alle seine hochwer­tigen Arbeiten und nutzt natürlich auch die Projektüberwachung für den perfekten Überblick. Außerdem
arbeitet Steininger mit dem mobilen ­Erfassungssystem »Catsmobil«, mit dem er direkt auf der Baustelle das Aufmaß auf einem Smartphone erfassen und zurück ins Büro senden kann. Für die Zukunft plant er das komplette »mobile Büro« »Ich warte gerade auf meinen neuen Tablet-PC, damit ich mit der Cats-Software überall von unterwegs aus so ­arbeiten kann, als wäre ich im Büro.«

Aktiv sein
Als engagierter Stuckateur- und Malermeister ist Steininger natürlich auch in Sachen Innungsarbeit aktiv. Da gibt es keine halben Sachen. Er arbeitet sowohl in der Stuttgarter Maler-, als auch in der Stuckateurinnung im Vorstand mit. Sein Betrieb zeigt deutlich auf, dass die beiden Gewerke keine Konkurrenten sein sollten, sondern »gemeinsame ­Sache« machen können.

Abbildungen: 1.-2. Cats                                                                  Ausgabe: 10/2012