11. November 2016

Algen: Strategien zur Vermeidung

Baumit_1 Ausbau und Fassade - Ausbau und Fassade
Foto: Baumit
Foto: Baumit

Algen sind eine sehr einfache Lebensform. Sie benötigen für ihr Dasein lediglich Luft und Feuchtigkeit. Eine Ansiedlung erfolgt dort, wo Oberflächen ein längeres Feuchte­depot aufweisen. Dadurch sind Fassadenflächen, die eine schlechtere Abtrocknung ­zeigen und zur Bildung von Kondensationsfeuchtigkeit neigen, anfälliger für einen Befall.

Dieser Zustand liegt unter anderem vor, wenn in der kälteren Jahreszeit der Wärmefluss vom beheizten Innenraum zur Außenfläche geringer ist. Je kälter die Oberfläche ist, desto schlechter ist der Abtrocknungsvorgang. Dünnlagige Putzschichten besitzen eine geringere Wärmespeicherfähigkeit, was auf den Dämmplatten eines Wärmedämm-Verbundsystemes zu einer schnelleren Abkühlung führt. In der Nacht findet eine langwellige Abstrahlung der Wärme von Oberflächen an die Umgebung beziehungsweise die Atmosphäre statt. Wenn dabei aus dem ­Gebäude nicht genügend Wärme nachgeliefert wird und die letzte Schicht auf der Fassade zu wenig Wärmespeichervermögen besitzt, kühlt die Putzober­fläche unter die Taupunkttemperatur der Außenluft ab. Beim Unterschreiten des Taupunktes kondensiert Wasser an der Oberfläche, was besonders an Nordfassaden über mehrere Stunden verbleibt. Dieses Phänomen ist auch von ­Autoscheiben bekannt, die morgens einen Feuchteaufschlag – ohne eine ­Regenbelastung in der Nacht – zeigen.

Faktoren Feuchtigkeit und Wind
Doch wie kommen die Algen an die Fassade? Je nach Standort, Jahreszeit oder Witterung enthält jeder Kubikmeter Luft Hunderte bis weit über 100000 mikroskopische Pilzsporen, daneben Algen und Bakterien von der Größe weniger tausendstel Millimeter. Dieses »Aeroplankton« wird mit dem Wind verbreitet und siedelt sich, unter günstigen Bedingungen, auf nahezu allen Oberflächen an. Feuchtigkeit ist dabei die ausschlag­gebende Grundlage. Ein Befall ist an Fassadenflächen erkennbar, egal ob Beton, mineralische Flächen oder gestrichen mit organisch oder anorganisch gebundenen Farben. Ältere Gebäude zeigen eine Verschmutzung durch Algen und Pilze hauptsächlich an den bewitterten Fassadenseiten. Ist die Feuchtekonzentration in einem genügenden Umfang und einem ausreichenden Zeitraum vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Besiedelung in einem höheren Maß gegeben. Wo immer der Schlagregen die Fassade durchnässt, bilden sich zunächst einzelne Algen- oder Pilzkolonien. Nach einer Vermehrungsphase kann der Regen daraus Zellen ablösen, die sich weiter unten wieder anheften. Mit der Zeit entstehen dadurch an den Stellen, an denen das Wasser immer abläuft, die typischen »Ablauf­spuren«.

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