28. Mai 2010

Ziegelindustrie in allen Bereichen rückläufig

Die deutsche Ziegelindustrie musste in 2009 erneut in allen Produktbereichen deutliche Rückgänge verzeichnen. Erstmals sank der Produktionswert sogar unter die Grenze von 1 Milliarde Euro. Er betrug 2009 nur noch 975,8 Millionen Euro (Vorjahr 1.075,4 Millionen Euro = minus 9,3 Prozent). Zwar konnte der dramatische Einbruch vom vorletzten Jahr mit minus 17,2 Prozent etwas abgefedert werden, aber die Tendenz zeigt weiter nach unten. Selbst wenn man bedenkt, dass im Jahre 2009 Lagerbestände abgebaut worden sind, ist dies eine bedenkliche Entwicklung.


Dazu Martin Roth, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie: »Wir sind uns immer noch nicht sicher, ob die Ziegelindustrie 2010 die lange Talsohle endlich durchschritten hat. Abgesehen vom Jahr 2006, in dem eine leichte Verbesserung der Lage zu erkennen war, ging es tendenziell seit nunmehr genau 15 Jahren immer bergab oder der Markt stagnierte.«


Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sank die Produktion von Mauerziegeln im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 15,5 Prozent. Im letzten Jahr wurden insgesamt 6 Millionen Kubikmeter Mauerziegel produziert (Vorjahr 7,1 Millionen Kubikmeter). In der finanziellen Bilanz der gleiche Trend: Im Jahr 2009 hatte die Mauerziegelproduktion ein Volumen von rund 397,3 Millionen Euro, 2008 betrug der Geldwert der Mauerziegel-Produktion noch 461,1 Millionen Euro (–13,8 Prozent). Damit hält der Produktionsrückgang, der sich bereits im vergangenen Jahr angedeutet hatte, unvermittelt an.


10-05-28%20Mauerziegelneu_klein Ausbau und Fassade - Ziegelindustrie in allen Bereichen rückläufigGrafik in Originalgröße - bitte hier klicken (38.86 KB)


Bei den Dachziegelherstellern sieht die Bilanz für das Jahr 2009 nicht viel besser aus. Laut Berechnung des Statistischen Bundesamtes belief sich die Produktion des vergangenen Jahres auf 630,9 Millionen Stück, im Vorjahr waren es 728,5 (–13,4 Prozent). Auch beim Wert der Dachziegel musste ein Minus verzeichnet werden: Im letzten Jahr wurden 614,2 Millionen Euro erwirtschaftet, in 2009 waren es nur noch 578,5 Millionen Euro in 2008 (–5,8 Prozent). Im Vorjahr hatte der Wertverlust 17,3 Prozent betragen, hier gibt es also eine deutliche Preisberuhigung.


Dazu Verbandspräsident Helmuth Jacobi: »Zumindest gibt es leise Anzeichen, dass sich die Situation auf dem deutschen Immobilienmarkt verbessern könnte. Die Zahl der Baugenehmigungen steigt leicht an und auch in der Medienlandschaft werden die Themen Wohnungsknappheit und Vermögensanlage in Wohnimmobilien wieder diskutiert. Nicht zuletzt durch die gute gemeinsame Arbeit der Aktion »Impulse für den Wohnungsbau« ist es uns gelungen, gemeinsam mit dem Mieterbund und der Gewerkschaft IG BAU das Thema Wohnungsbau wieder auf die politische Agenda zu bringen.«


Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie repräsentiert insgesamt 132 Betriebe mit knapp 9.000 Mitarbeitern.