29. Oktober 2012

Bauhauptgewerbe im August 2012: Auftragsplus von elf Prozent

Die Bauwirtschaft bleibt von der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage unbeeindruckt: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines aktuellen Zahlenbildes mitteilt, ist der Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe im August 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 10,8 Prozent gestiegen (real: + 8,4 Prozent).

Für den gesamten Zeitraum von Januar bis August ergibt sich ein Auftragsplus von nominal 7,6 Prozent (real: 4,8 Prozent). Auch die Umsätze sind im Plus: Der baugewerbliche Umsatz legte im August um nominal 2,0 Prozent zu (Jan. - Aug.: + 1,6 Prozent). Entsprechend positiv bewerten die Bauunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage: 93 Prozent der im Rahmen der Herbst-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages befragten Bauunternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage als gut bzw. befriedigend. Allerdings haben sich die Erwartungen saisonbedingt eingetrübt.

Stütze der Baukonjunktur ist weiterhin der Wohnungsbau: Die Unternehmen nutzten die gute Witterung, um die hohen Auftragsbestände abzuarbeiten: Der Umsatz lag im August um 7,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats (Jan. - Aug.: + 7,4 Prozent), der Ordereingang stieg um 9,1 Prozent (Jan. - Aug.: + 11,2 Prozent). Auch die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes lassen sich von den zunehmend skeptischen Meldungen nicht verunsichern - die Nachfrage im Wirtschaftsbau stieg im August um nominal 12,5 Prozent (Jan. - Aug.: + 5,8 Prozent). Die Stagnation der Umsätze (Aug.: - 0,1 Prozent) ist somit kein Zeichen einer Abkühlung, sondern nur auf einen statistischen Basiseffekt zurückzuführen - der Umsatz ist im Vorjahresmonat zweistellig gestiegen (Jan. - Aug.: + 2,2 Prozent).

Die Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand hat im August ein - hoffentlich nachhaltiges - Ende gefunden: Die Baubetriebe meldeten für den Öffentlichen Bau ein Orderplus von 9,8 Prozent (Jan. - Aug.: + 8,0 Prozent). Es ist aber nach wie vor fraglich, ob dies reicht, um den Umsatzrückgang von mittlerweile 5,8 Prozent auszugleichen (Aug.: - 1,5 Prozent). Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.