03. Juni 2013

Die BZB holen spanische Lehrlinge

Viele Ausbildungsstellen bleiben in Deutschland unbesetzt, weil es an geeigneten Bewerbern fehlt. So auch im Bausektor. Die in den letzten Monaten und verstärkt in den letzten Wochen aufkommenden Presseberichte zum Thema Anwerbung spanischer Lehrlinge hat die Bildungszentren des Baugewerbes dazu ermutigt, tätig zu werden.

Durch eine Förderung seitens der Bundesagentur für Arbeit können junge Menschen aus dem europäischen Ausland ein Praktikum in einem deutschen Betrieb machen, um sich für eine Ausbildung im dualen System zu empfehlen. Die Bildungszentren des Baugewerbes e. V. (BZB) sind seit Wochen im engen Kontakt mit ihren spanischen Partnern und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Bonn. Die BZB haben mit dem spanischen Bauverband FLC (Fundacion laboral de la construccion) ein Projekt entwickelt, gezielt motivierte junge Spanier mit Schulabschluss für eine Ausbildung in Deutschland zu interessieren. Nach einem vorbereitenden Sprachkurs von mindestens 4 Wochen sollen diese dann im Sommer nach Krefeld kommen, um ein 4-wöchiges Praktikum in einem deutschen Betrieb zu machen. Danach steht dann die Entscheidung an, Ausbildung in Deutschland: ja oder nein.

Es ist geplant, die Spanier während des Praktikums im Gästehaus des BZB Krefeld unterzubringen und konzentriert während ihres Aufenthaltes zu betreuen.

Durch intensive Kommunikation mit den Bauunternehmen im Baugewerbe und weiteren Handwerksbetrieben konnten wir bereits über 15 Unternehmen für dieses Projekt gewinnen. Diese wollen ihre freien Lehrstellen besetzen und haben definitiv in Erwägung gezogen, auch jungen Spaniern über das Praktikum hinaus eine Chance zur Ausbildung zu geben. In Spanien liegen bereits über 60 Bewerbungen auf die Praktika- bzw. Lehrstellen vor. Um die möglichst vielen Kapazitäten ausnutzen zu können, können sich auch Betriebe des Handwerks in Krefeld aus baunahen Gewerken für die Kooperation in diesem Projekt melden. Sollten weitere Firmen Interesse haben, Ihre freie Ausbildungsstelle mit einem jungen Spanier zu besetzen, sollten diese sich an Herrn Dipl.-Ing. Markus Crone, Leiter des BZB Krefeld, wenden. Die Gesamtkoordination und Zuweisung der spanischen Jugendlichen übernehmen die BZB. Für die Firmen besteht außer der verbindlichen Zusagen und einer "Entlohnung" von 200,00 € im Falle eines durchgeführten 4-wöchigen Praktikums keinerlei finanzielles Risiko.

Auch in Baden-Württemberg gibt es Chancen für junge Spanier als Stuckateure
Der baden-württembergische Fachverband der Stuckateure hatte am 20./21. April arbeitslose spanische Jugendliche zu einem Assessment-Center im Berufsschulzentrum Leonberg zu Gast. 32 junge Männer bestanden den Eignungstest und können auf eine Lehre als Stuckateur in Deutschland hoffen. Nach dem Assessment-Center besuchen die Bewerber jetzt eine zweimonatige Sprachausbildung in Madrid. Dann folgt ein Praktikum und ab September die Lehre in einem der zahlreichen Betriebe in Baden-Württemberg, die am Projekt mit teilnehmen. Mehr dazu in der Ausgabe 6/2013 von ausbau + fassade.