17. Juni 2013

Dena fordert steuerliche Anreize für Gebäudesanierung

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (Dena) ruft nach Erscheinen eines neuen Sonderberichts der Internationalen Energieagentur (IEA) dazu auf, in Deutschland die Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz zu verstärken. Die IEA weise zu Recht darauf hin, dass dabei ein Schwerpunkt auf Gebäude gelegt werden müsse, weil hier das größte wirtschaftliche Potenzial zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu erschließen ist.

Die Dena empfiehlt deshalb, die Ende 2012 gescheiterte Einführung von steuerlichen Anreizen für die Gebäudesanierung wieder auf die Agenda zu setzen und die neue Energieeinsparverordnung im Bundesrat Anfang Juli ohne weitere Verzögerung oder Abstriche zu verabschieden. Außerdem sollen Unternehmen in ihrem Marketing gezielt auf Energieeffizienz setzen. In der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (Geea) haben sich führende Vertreter aus verschiedenen Branchen mit diesem Ziel zusammengeschlossen.

„Der Bericht der IEA zeigt zum wiederholten Mal: Wir brauchen mehr Energieeffizienz“, betont Stephan Kohler, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. „Nur wenn wir es schaffen, unsere Volkswirtschaft energieeffizient zu organisieren, ist die Energiewende überhaupt umwelt- und sozialverträglich machbar. Dafür müssen wir attraktive Marktanreize setzen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Auch die von der EU vorgegebenen Energieeinsparziele können am besten mit Marktinstrumenten erreicht werden. Starre Verpflichtungssysteme, die bestimmte Akteure zwingen festgelegte Energieeinsparziele zu erreichen, würden die Investitionsbereitschaft für Energieeffizienz nur abwürgen.“

Nach Berechnungen der Dena können die Energiekosten in Deutschland bis 2020 insgesamt um bis zu 128 Milliarden Euro gesenkt werden. Dafür sind bis zum Jahr 2020 kumulierte Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Euro erforderlich. Das heißt: Die hier angenommenen Energieeffizienzmaßnahmen sind wirtschaftlich. Das entspricht einer Reduzierung des Endenergieverbrauchs um 15 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2008. Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen geht die Dena jedoch davon aus, dass der Verbrauch bis 2020 nur um 7 Prozent reduziert wird.