26. Oktober 2015

Deutsche Baubranche: Lage stabil, aber weniger Zuversicht

Die Aufbruchsstimmung der vergangenen Jahre in der deutschen Baubranche ist größtenteils verflogen, die Zuversicht im Sektor sinkt. Durch den Boom ab dem Jahr 2010 stehen die deutschen Bauunternehmen jedoch relativ gut da, vor allem im Vergleich zu ihren kränkelnden europäischen Nachbarn. Das geht aus einer aktuellen Branchenstudie von Euler Hermes hervor.

Die Profitabilität der deutschen Bauunternehmen ist allerdings stabil und der Verschuldungsgrad niedrig. Insolvenzen gehen dadurch nach Einschätzung des Kreditversicherers 2015 leicht zurück. Für 2015wird ein Zuwachs von 2% erwartet. Dazu lagen die Wachstumsraten bei der Bruttoproduktion in 2014 bei 3% und zwischen 2010 und 2013 bei +5%..

Fast 17% aller Pleiten in Deutschland gehen auf das Konto der Baubranche – zweithöchster Wert

„Die Baubranche verzeichnet nach dem Groß- und Einzelhandel die meisten Insolvenzen in Deutschland – bundesweit gehen fast 17% aller Pleiten auf das Konto von Bauunternehmen“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Wir erwarten für 2015 einen Rückgang der Fallzahlen um rund 3% auf rund 3.900 Insolvenzen (2014: knapp 4.000 Fälle). Das ist eine gute Nachricht, auch wenn das Niveau insgesamt weiterhin relativ hoch ist.

Öffentlicher Wohnungsbau als Hemmschuh für Branche, privater Sektor wächst wesentlich stärker

Treiber hinter der im europäischen Vergleich relativ guten Position der deutschen Baubranche ist vor allem der private Wohnungsbau und die robuste Nachfrage im Immobilienmarkt. Nach Ansicht der Ökonomen von Euler Hermes dürfte dieser Trend auch weiterhin anhalten. Dagegen ist der öffentliche Wohnungsbau ein Wachstumshemmer der Bauindustrie. Die Entwicklung hinke chronisch dem privaten Bereich hinterher aufgrund der zögerlichen Infrastrukturprogramme.

Die Studie als PDF-Datei hier als Download.