25. Januar 2017

NRW-Bauminister Groschek: Respekt vor erfolgreichem Bau-Nachwuchs

17-01-25_BGV_Siebert Ausbau und Fassade - NRW-Bauminister Groschek: Respekt vor erfolgreichem Bau-Nachwuchs
Der Minister und die jungen Stuckateure (v.l.): Ahmad Tawana aus Brühl, Deutscher Meister bei den Stuckateuren, NRW-Bauminister Michael Groschek, David Reingen aus Düsseldorf, Silbermedaille bei den EuroSkills, und Josef Kroll aus Königswinter, seit kurzem Mitglied der Nationalmannschaft der Stuckateure. Foto: BGV-NRW/Siebert

Er habe größte Hochachtung vor den Leistungen der jungen Bauhandwerker aus NRW, die in den zurückliegenden Wochen bei Deutschen Meisterschaften oder dem Berufswettkampf EuroSkills ganz vorne "gelandet" sind, lobte NRW-Bauminister Michael Groschek. Bei einem Treffen mit sechs jungen Männern "vom Bau" verwies er zudem darauf, sie zeigten, wie interessant und chancenreich Ausbildung und Berufskarriere in diesem Wirtschaftsbereich sind.

Tim Welberg aus Ahaus, als Fliesenleger Goldmedaille bei den EuroSkills, David Reingen aus Düsseldorf, als Stuckateur Silbermedaille bei den EuroSkills, Ahmad Tawana aus Brühl, Deutscher Meister bei den Stuckateuren, Tim Löchte aus Rheine, Deutscher Meister der Brunnenbauer, Henrik Fleischer aus Heiligenhaus, Dritter bei den Meisterschaften als Beton- und Stahlbetonbauer, und Josef Kroll aus Königswinter, seit kurzem Mitglied der Nationalmannschaft der Stuckateure, waren mit Groschek zusammengetroffen.

„Was Sie leisten, wird in der Öffentlichkeit viel zu wenig beachtet und wertgeschätzt“, kritisierte der Minister. Was er über die Berufswettkämpfe erfahren habe, verstärke seinen Respekt für den Bau-Nachwuchs. „Ich bin sehr stolz auf Sie, zumal Sie bei allem Können auch noch den wahren olympischen Geist zeigen.“ Die jungen Leute sollten intensiv als Botschafter tätig werden, um ein Vorbild für andere Jugendliche zu sein. Sie sollten diesen vor Augen führen, welche Karrieren in den Bauberufen möglich sind.

Der 23 Jahre alte David Reingen war als NRW-Landessieger 2013 und als Sieger bei einem Contest der Stuckateure 2014 in das Nationalteam seines Berufs eingezogen und hatte sich dann für die EuroSkills in Göteborg qualifiziert. Nach der Ausbildung bei der Friedrich Jacobs GmbH in Düsseldorf ist er in den elterlichen Betrieb Gerd Reingen in Düsseldorf gewechselt und hat inzwischen die Meisterprüfung abgelegt. Gerade hat er eine Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks begonnen.

Ahmad Tawana, 26 Jahre alt und in Brühl wohnend, hat eine ganz besondere „Vorgeschichte“: Er war erst 2011 aus Afghanistan alleine nach Deutschland geflohen und hatte hier lange Zeit in einem Asylbewerberheim gelebt. Dann nahm ihn Hans-Hermann Hürth in Brühl als Auszubildenden in seinem Stuckateurbetrieb auf. Er ist bis heute begeistert über den jungen Mitarbeiter. Dieser wirft mit seiner Entwicklung zugleich ein Schlaglicht auf die Chancen von Geflüchteten im Baugewerbe.

Josef Kroll, Neuzugang im Nationalteam der Stuckateure, hatte sich dafür in einem Contest in den Bildungszentren des Baugewerbes in Düsseldorf beworben. Der 20-Jährige hatte im Stuckbetrieb seines Vaters Johann Cybikov-Kroll in Königswinter die Ausbildung absolviert und im Sommer abgeschlossen. Direkt danach begann er die Meisterschule.

Ahmad Tawana galt wegen seiner Vorgeschichte die besondere Gratulation von Minister Groschek. „Sie sind ein Beispiel für eine gelungene Integration von Geflüchteten. Und Sie haben unser Land, das Sie zu Ihrem gewählt haben, dann sehr würdig vertreten.“

Der Nachwuchsmangel in den Bauberufen liege nicht zuletzt an Vorurteilen von Eltern und Lehrern. Darin stimmten der Minister und die jungen Leute überein. Sehr beeindruckend war in diesem Zusammenhang die Schilderung von Henrik Fleischer: Seine Lehrer hätten nur wenig Verständnis gezeigt, dass er kein Abitur machen wollte. Nun, wenige Jahre später, habe er sie darauf angesprochen, als er für seine Firma in der Schule tätig war. „Die konnten es nicht fassen, als ich sagte, inzwischen sei ich in der Geschäftsführung und würde bald meinen Meister machen. Das war außerhalb von deren Vorstellungen.“ Groschek nahm das zum Anlass, die Bauverbände aufzufordern, in Richtung der Schulen noch aktiver zu werden.