Ausbau und Fassade - Lexikon
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Lexikon für Stuck, Putz, Trockenbau und Wärmedämmung

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Begriff Definition
Trockenschüttung

Trockenbaumaßnahme mit ähnlicher Aufgabenstellung wie Ausgleichsestriche.
Trockenschüttungen dienen zum Ausgleich von stärkeren Unebenheiten der Rohdecke oder zur Aufnahme von auf der Rohdecke verlegten Rohrleitungen. Sie werden unter Estrichen auf Dämmschicht, insbesondere im Trockenbau unter Fertigteilestrichen eingebaut und mit einer Schrenzlage, ≥0,1 mm dicken PE-Folie oder Trockenbauplatte als Abdeckschicht versehen.

Trockenverlegung

Neben der Nassverlegung eine der Anordnungsmöglichkeiten der Heizrohre einer Fußbodenheizung innerhalb eines Heizestrichs.
Die Rohrleitungen sind unterhalb der Estrichplatte in Nuten der speziellen Dämmplatten angeordnet und müssen über Wärmeleitbleche die Heizwärme an die Estrichplatte weiterleiten.

Trocknung

Physikalischer Erhärtungsvorgang für bestimmte Bindemittel mineralischer oder organischer Putzmörtel oder Anstrichmittel (Ton, Kunstharz-Dispersionen).
Durch Saugfähigkeit des Putzgrundes und Verdunstung wird dem Putzmörtel das Anmachwasser oder organische Lösemittel entzogen, das die Bindekräfte des Bindemittels zuvor blockierte. Putzmörtel oder Anstrichmittel bilden nun, meist unter Verringerung des Volumens (Schwindverhalten), ein mehr oder weniger festes Gefüge.

Unterputz

Auf dem Putzgrund aufzutragende untere Putzlage eines mehrlagigen Putzsystems. Der Unterputz muss geringe Unebenheiten des Putzgrundes (d ≤ 10 mm) ausgleichen, ist Putzgrund für die folgende Putzlage und muss bauphysikalische Aufgaben erfüllen (Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz).

Verbundestrich (V)

Eine nach der Art der Estrichkonstruktion bezeichnete Estrichart nach DIN 18560-3.
Beim Verbundestrich wird der Estrich als Beschichtung direkt auf die Rohdecke aufgebracht, wobei durch den Haftverbund sämtliche zwischen beiden Schichten auftretenden Kräfte aufgenommen und weitergeleitet werden müssen. Dazu muss die Rohdecke ausreichend tragfähig, rau, trocken, saugfähig, rissfrei und sauber sein. Ist dies nicht gesichert, wird eine Haftbrücke aus kunstharzvergütetem mineralischem Zementmörtel oder Epoxidharzen erforderlich.

Verkieselung

Chemischer Erhärtungsvorgang silikatisch gebundener Putzmörtel mit Anteilen von Kaliwasser-glas als Bindemittel (Dispersions-Silikatputze).
Diese Bindemittel benötigen zu ihrer Erhärtung die beiden Reaktionspartner Kohlendioxid (CO2) sowie Wasser (H2O) aus dem Anmachwasser, aus der Luftfeuchtigkeit oder durch zusätzliche Befeuchtung.    

Verlegeart

Eine nach der Art des materialabhängigen Einbauverfahrens bezeichnete Estrichart.
Dabei werden folgende Verlegearten unterschieden:

Verschmutzung

Verunreinigung von Bauteil-, Beschichtungs- oder Belagsoberflächen. Sie sind abhängig vom Gebäudestandort, Schlagregen- und Staubbelastung, Gebäude- und Bauteilkonstruktion sowie der jeweiligen Oberflächenstruktur (Rauigkeit).

Wärmedämm-Verbundsystem

(gebräuchliche Abkürzung: WDVS) Konstruktionssystem für Außenbauteile mit einer auf deren Außenseite angebrachten Zusatzdämmung aus Wärmedämmplatten.

Wärmedämmputzmörtel (T)

Eignungsprüfungsmörtel als wärmedämmender Unterputz eines Putzsystems nach
DIN EN 998-1/ DIN EN 13914 mit einer Wärmeleitfähigkeit von ≤ 0,2 W/(m∙K).

Wärmedämmung

Aus Dämmstoffen bestehender Bestandteil einer Bauteilkonstruktion, der den vorhandenen Wärmeschutz des Bauteils nach den geltenden Anforderungen verbessern muss. Bei Deckenkonstruktionen können neben Unterdecken oder Deckenbekleidungen die Dämmplatten eines Estrichs auf Dämmschicht diese Aufgaben übernehmen.

Wärmeschutz

Maßnahmen der winterlichen und sommerlichen Wärmedämmung eines Bauteils mit dem Ziel, die Übertragung von Wärmeenergie und damit von Wärmeverlusten zu vermindern.
Die Maßnahmen sollen ein gesundes Raumklima für die Nutzer schaffen, Bauschäden durch Tauwasserbildung und Frostschäden vermeiden, Heizenergie durch Verminderung von Wärmeverlusten einsparen, Schadstoffemissionen vermindern, Rohstoffressourcen schonen und dadurch zum Klima- und Umweltschutz beitragen.

Waschputz

Eine der in DIN 18550 genormten Putzweisen für Oberputze.
Waschputze enthalten farbige Gesteinskörnungen in unterschiedlichen Korngrößen bis zu 10 mm und werden zur Gestaltung mechanisch stark beanspruchter Flächen (Sockelputz) eingesetzt. Dabei wird die oberflächennahe farbige Körnung durch Abwaschen der noch nicht vollständig erhärteten Bindemittelschlämme mit einer Bürste freigelegt. Ein vorhandener Zementschleier wird nach Standzeiten von ≥ 1 Tag mit Wasser oder verdünnter Salzsäure entfernt.

Wasseraufnahme

Materialeigenschaft feinporöser mineralischer oder organischer Baustoffe auf Grund ihrer Kapillarität Wassermoleküle aufzunehmen.
Von flüssigem Wasser benetzte Oberflächen solcher Baustoffe nehmen dieses mehr oder weniger stark in ihren Kapillarporen auf und können es dort speichern oder weiter transportieren. Die dadurch verursachte Durchfeuchtung führt zu verringerter Wärmedämmung und kann Bauschäden durch Frosteinwirkung verursachen.

Wasserdampfdurchlässigkeit

Materialeigenschaft von Baustoffen auf Grund ihrer Gefügedichte eine mehr oder weniger hohe Diffusionsfähigkeit für Wasserdampf aufzuweisen.
Sie wird durch die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ eines Baustoffes im Verhältnis zu einer gleich dicken Luftschicht angegeben (Luft = 1; Gipsputz = 10; Beton 80; Metall ∞). Je höher die Zahl, desto diffusionsdichter ist der Baustoff.

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