07. November 2012

Baugewerbe bleibt für 2013 optimistisch

Vor dem Deutschen Baugewerbetag 2012 am 8. November zeigt sich der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes optimistisch, was die weitere konjunkturelle Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft angeht: „Wir gehen von einem Umsatzwachstum am Bau von 2,3 % in diesem Jahr aus. Für 2013 könnte die Bauwirtschaft mit 3 % bis bestenfalls 4 % sogar noch stärker wachsen, wenn die sich im Wirtschaftsbau abzeichnenden Frühindikatoren tatsächlich zum Tragen kommen. Dies ist der größte Unsicherheitsfaktor unserer Prognose.“

Diese insgesamt positive Entwicklung der Bauwirtschaft bedeutet auch, dass „wir mehr Personal benötigen, so dass die Beschäftigtenzahl im Jahresdurchschnitt um 1,5 % auf 745.000 ansteigen wird.“ So Loewenstein weiter.

I. Wohnungsbau
Die Baugenehmigungen liegen kumulativ per August mit fast 7 % im Plus. Auch die Auftragseingänge weisen mit + 11,2 % stark nach oben. Ähnliches gilt für den Umsatz: 20,14 Mrd. Euro bedeuten ein Plus von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr.

„Für 2013 scheint eine Umsatzentwicklung im Wohnungsbau, eingedenk der Frühindikatoren und Rahmendaten, in einer Größenordnung zwischen + 4 % und + 6 % möglich.“ So Loewenstein. Loewenstein wies Befürchtungen, auch in Deutschland drohe eine Immobilienpreisblase, zurück: „Gegenwärtig gibt es keine expansive Kreditvergabe, die Mietpreise halten mit den Kaufpreisen Schritt. Es gibt Nachholeffekte bei der Nachfrage. Preisentwicklungen sind zu einem guten Teil aus Kostensteigerungen begründet, sie treten zudem regional sehr differenziert auf.“

II. Wirtschaftsbau
Die Baugenehmigungen im Wirtschaftsbau zeigen ein – in Bezug auf die Erwartungshaltung der Unternehmen für die nächsten Monate - erstaunlich positives Bild und erreichen kumulativ ein Plus von 15 % (bemessen nach Baukosten). Der Umsatz im Wirtschaftsbau stieg per August auf 20,67 Mrd. Euro, d.h. um 2,2 %. „Wir erwarten ein Umsatzwachstum von 2,5 % auf 34,5 Mrd. Euro. Hinsichtlich der Umsatzprognose für 2013 scheint trotz guter Frühindikatoren Vorsicht angebracht. Bleibt die Investitionsneigung in der Wirtschaft erhalten, ist eine Umsatzsteigerung von rund 2 % in 2013 möglich.“ Erläuterte der ZDB-Präsident seine Erwartungen. Gleichzeitig schränkte er ein: „Bewahrheiten sich die aus den Umfragen ersichtlichen zurückhaltenden Erwartungen der deutschen Wirtschaft für 2013, wird das diesjährige Niveau nicht zu halten sein.“

III. Öffentlicher Bau
Die Baugenehmigungen für den öffentlichen Hochbau stehen kumulativ bei – 10 %, was im Vergleich zum Frühjahr bereits eine Verbesserung darstellt. Auch die Auftragseingänge im Hochbau haben sich wieder gefangen. Insgesamt liegt der Umsatz im öffentlichen Bau aktuell kumulativ bei 15,43 Mrd. Euro und damit um 5,8 % unter dem Vorjahr. „Dennoch gehen wir davon aus, dass unsere Prognose von - 2,7 % noch erreicht werden wird.“ So Loewenstein.

Für 2013 erwarten die Institute eine anhaltend positive Entwicklung bei den öffentlichen Haushalten. „Auftragseingänge und Umsätze haben sich sukzessive positiv entwickelt. Diese Entwicklung wird sich in 2013 fortsetzen, der Umsatz im öffentlichen Bau kann aus heutiger Sicht + 4 % bis + 5 % erreichen. Dies korrespondiert mit den Einschätzungen der Forschungsinstitute die schon eine reale Entwicklung von bis + 4,3 % erwarten.“ So Loewenstein.