09. November 2012

Baugewerbe verleiht Konrad-Zuse-Medaille

Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille von links: Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbe , Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus (Preisträger) und Jürgen G. Hilger (ZDB-Vorstandsmitglied). (Foto: ZDB/Budde)

Im Rahmen seines 5. Deutschen Obermeistertages hat der Zentralverband Deutsches Baugewerbe die Konrad-Zuse-Medaille an Prof. Dr.-Ing. Manfred Helmus von der Ber­gischen Universität Wuppertal verliehen und damit dessen Forschungsergebnisse im Bereich der automatischen Identifizierung von Daten bei der Gebäudeerrichtung, Gebäudenutzung und Baulogistik gewürdigt. Die breite Anwendung der Forschungsergebnisse in der Praxis verspricht erhebliche Rationalisierungspotenziale durch Prozessoptimierung entlang der Wertschöpfungskette Bau. Jürgen G. Hilger, Vorsitzender des Kuratoriums zur Verleihung der Konrad-Zuse-Medaille und ZDB-Vorstandsmitglied, würdigte in seiner Laudatio,

dass Prof. Helmus bei seinen Forschungsprojekten immer mit Unternehmen aus dem Mittelstand kooperiert habe, dies nicht nur aus persönlicher Neigung zum Mittelstand, sondern weil er die Eigenverantwortung  der inhabergeführten Unternehmen schätze. „Im Mittelstand hat Prof. Helmus seinen beruflichen Anfang genommen, zu dessen erfolgreicher Zukunft will er mit seiner Forschung beitragen.“

„R F I D“ steht dabei für Radiofrequenz-Identifikation. Diese Technologie ermöglicht es, Daten mittels Radiowellen berührungslos und ohne Sichtkontakt zu übertragen. Eine stark arbeitsteilig organisierte Branche, wie die Bauwirtschaft, mit vielen Produktionsstätten, sprich: Baustellen, und häufig wechselnden Partnern, kann mit dieser Technologie einen Produktivitätsschub bekommen.

Die möglichen Anwendungsfelder sieht Helmus schwerpunktmäßig in der Zutritts- und Zufahrtskontrolle und Zeiterfassung auf der Baustelle, der Wareneingangskontrolle auf der Baustelle, der Werkzeugregistrierung, der Vereinfachung von Aufmaß und Rechnungsstellung, der Datenversorgung der digitalen Gebäudeakte sowie der Informationsnutzung im Rahmen des Facility Management.

Helmus ging in seiner kurzen Erwiderung auf sein Hauptanliegen ein: „Um eine eklatante Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in der Bauwirtschaft zu erzielen, scheint es um so wichtiger, die Prozessketten unternehmensübergreifend entlang des Lebenszyklus‘ eines Bauwerks tiefer zu betrachten. In der Planung ist durch die Einführung von CAD eine Prozessoptimierung bereits gelungen. Nun müssen durch die durchgängige und transparente Digitalisierung der Herstellungs-, Nutzungs- und Abbruchprozesse Wertschöpfungspotenziale auch hier freigesetzt werden.“

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe verleiht die Konrad-Zuse-Medaille alle zwei Jahre – im Wechsel mit der Deutschen Gesellschaft für Informatik - an Persönlichkeiten, die sich auf dem Gebiet der Informatik im Bauwesen in hervorragender Weise ausgewiesen haben.