14. November 2012

600 Gäste beim Deutschen Baugewerbetag 2012


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Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, zog in seiner Eröffnungsrede zum Deutschen Baugewerbetag 2012 vor 600 Gästen in Berlin eine positive Bilanz: „Wir leisten einen Beitrag von rund 4 % zum Bruttoinlandsprodukt – das hört sich nach wenig an, es ist aber mehr als die öfter im Interesse der Öffentlichkeit stehenden – und manchmal auch gehätschelten - Branchen, wie die Kfz-Industrie, die Metall- oder Elektrobranche oder die Chemische Industrie leisten.

Die deutsche Bauwirtschaft ist mit mehr als 2 Millionen Beschäftigten einer der größte Arbeitgeber in Deutschland. Die Bauwirtschaft produziert standortgebunden im Inland; sie produziert keine Konsumgüter, sondern langfristige Investitionsgüter für den Standort Deutschland. Sie ist maßgeblich für die gute Binnenkonjunktur verantwortlich. Und das mit heimischen Arbeitnehmern, die genau wie wir Unternehmer hier ihre Steuern und Abgaben zahlen.“

Der Präsident des ältesten und größten Bauverbandes in Deutschland erinnerte aber auch daran, dass insbesondere von europäischer Ebene Ungemach für den deutschen Mittelstand drohe und der europäische Anpassungsprozess in ein soziale und wirtschaftliche Abwärtsspirale münden könne. Als Beispiele führte Loewenstein Aufweichungstendenzen bei der Entsenderichtlinie, die Beschäftigung von Arbeitnehmern aus Drittstaaten unterhalb deutscher Arbeitsstandards und die drohende Verschlechterung der Zahlungsfristen. Loewenstein begrüßte zwar die Senkung der Beiträge zur Rentenversicherung, erklärte aber, dass die Rücknahme der der Vorfälligkeit der Beiträge stringenter gewesen wäre, insbesondere im Interesse der Liquidität der Unternehmen.

In ihrer Rede lobte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel den Einsatz des Nationalteams des Deutschen Baugewerbes bei den EuroSkills 2012 im belgischen Spa: „Die Leistungskraft, die Sie bei der Europameisterschaft gezeigt haben, ist auch so etwas wie eine Gesamtbotschaft des leistungsstarken deutschen Baugewerbes und eine Zukunftsbotschaft, dass Qualität nicht nur Vergangenheit und Gegenwart ist, sondern auch in Zukunft hochgehalten werden soll. Sie zeigt auch ein Stück Deutschland, auf das wir mit Recht stolz sind und das viele andere in der Welt – im Übrigen gerade in Europa in diesen Tagen, in diesen Krisenzeiten – gern hätten, nämlich eine gut ausgebildete Jugend, gut ausgebildete Fachkräfte.“

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, griff in seiner Rede die Agenda 2010 auf, die vor 10 Jahren von seiner Partei in die Wege geleitet wurde. Deutschland habe sich vom „armen Mann in Europa“ im europäischen Vergleich an die Spitze entwickelt. Dies sei auch ein Verdienst der Agenda 2010, die konsequent in der rot-grünen Regierungszeit umgesetzt wurde.