18. Februar 2013

Ökologisch wohnen: Ja. Dafür zahlen: Nein!

Die Deutschen sind umweltbewusster geworden: 81 Prozent ist das ökologische Wohnen sehr wichtig. 2007 hatte das Thema nur für halb so viele Menschen eine hohe Relevanz. Allerdings ist die Bereitschaft, mehr Geld dafür auszugeben, in den letzten fünf Jahren drastisch gesunken. Das geht aus einer repräsentativen Studie im Auftrag von ImmobilienScout24 hervor.

Das Thema „Umweltbewusstes Wohnen“ hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen: Heute ist 81 Prozent der Deutschen das Thema sehr wichtig. Im Jahr 2007 waren es nur 40 Prozent. Gleichzeitig ist die Bereitschaft gesunken, Geld für ein ökologisches Zuhause auszugeben. Noch vor fünf Jahren war immerhin fast ein Viertel (23 Prozent) bereit, dafür ohne Weiteres tiefer in die Tasche zu greifen. 70 Prozent hätten zumindest etwas mehr gezahlt. Heute sind die Bundesbürger knauseriger: Nur noch 13 Prozent würden auf jeden Fall mehr ausgeben, 57 Prozent nur mit Einschränkungen.

Hausbesitzer würden eher zahlen als Mieter, Frauen sind sparsamer als Männer
Dieser widersprüchliche Trend zeichnet sich besonders stark bei Mietern ab: Für ein Viertel ist das ökologische Wohnen zwar sehr wichtig, sie würden aber auf keinen Fall mehr dafür bezahlen. 40 Prozent wären immerhin bis zu einem gewissen Punkt bereit, mehr auszugeben. Bei den umweltbewussten Hausbesitzern sind es 53 Prozent, die zumindest ein wenig mehr investieren würden. 17 Prozent würden keine zusätzlichen Kosten hinnehmen. Überraschend ist der Fakt, dass Frauen seltener bereit sind, ihr Geld in ein ökologisches Zuhause zu stecken: Ein Viertel der Frauen (26 Prozent) würden, obwohl sie die Thematik sehr wichtig finden, auf keinen Fall mehr ausgeben, bei den Herren denken „nur“ 18 Prozent so.

Wenig Kenntnisse und Angst vor hohen Kosten schrecken ab
Obwohl fast allen Deutschen ein umweltfreundliches Zuhause wichtig ist, gibt es verschiedene Faktoren, die sie davon abhalten, noch mehr ökologische Materialen und Techniken einzusetzen. Für die Hausbesitzer sind die hohen Kosten das ausschlaggebende Argument (63 Prozent). Jeder fünfte Eigentümer hat zudem zu wenige Kenntnisse in diesem Bereich. Die Mieter sehen das Hauptproblem hingegen darin, dass sie selbst wenig Einfluss auf die baulichen Maßnahmen in ihrer Wohnung haben: Zwei von drei denken so. Sehr verbreitet unter Mietern ist auch die Annahme, dass man als einzelne Person sowieso nicht viel im Umweltschutz bewirken kann. 18 Prozent sind dieser Ansicht, bei den Besitzern sind es nur 5 Prozent, die diesen Gedanken hegen.

Wärmeisolierungen sind mittlerweile Standard
Deutsche Eigenheime sind bereits gut mit ökologischen Techniken ausgerüstet. Zu den üblichsten Ausstattungen gehören Wärmeisolierungen am Dach (66 Prozent), an den Fenstern (66 Prozent) und an den Wänden (61 Prozent). Zudem besitzt bereits ein Viertel aller Hauseigentümer eine Anlage zur Regenwasserrückgewinnung. Etwa jeder Fünfte nutzt eigene Solarkollektoren. In Mietwohnungen kommen solche Technologien erwartungsgemäß seltener zum Einsatz. Immerhin verfügt fast jeder zweite Miethaushalt über wärmeverglaste Fenster (46 Prozent) und Wärmedämmungen an den Wänden (44 Prozent). Für die Umfrage hat das Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag von ImmobilienScout24 1.019 Personen repräsentativ befragt.