18. Februar 2013

Baugewerbe: Eigentum fördern!

„Angesichts drastisch steigender Mieten in den Ballungsräumen müssen die politisch Verantwortlichen in der Wohnungsbaupolitik endlich umsteuern. Bis zum Jahr 2025 wird die Zahl der privaten Haushalte weiter ansteigen. Gleichzeitig wird die Nachfrage nach mehr Wohnfläche pro Person ebenfalls anhalten. Allein aus diesen beiden Tendenzen lässt sich erkennen, dass weiterhin Bedarf an neuen Wohnungen besteht.“ So die Feststellung von Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe zur jüngsten Diskussion innerhalb der Union um eine Wiedereinführung der Eigenheimzulage. „Daher gilt es sowohl die Eigentumsvorsorge als auch den Mietwohnungsbau gleichermaßen zu stärken.“

„Nicht nur für die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum, sondern auch für die Altersvorsorge der Bürger muss der private Wohnungsbau deutliche Impulse erhalten. Denn Wohnen in den eigenen vier Wänden ist die beste Altersvorsorge.“ So Pakleppa weiter. „Es ist für uns unverständlich, dass gerade sozialpolitisch engagierte Politiker aus dieser Tatsache keine Schlüsse ziehen.“

Pakleppa fordert darüber hinaus, auch dem Mietwohnungsbau durch eine Erhöhung der AfA von zwei auf vier Prozent neue Impulse zu geben. „Eine moderate Anhebung der Abschreibung verführt nicht zu sinnlosen Bauten, kann aber einen wichtigen Liquiditätsengpass für Investoren gerade in Ballungsräumen schließen.“ Erläuterte Pakleppa den Hintergrund.

Die Wohneigentumsbildung, die einst ein fester Pfeiler bundesdeutscher Sozialpolitik war, ist komplett aus dem Fokus der Politik gerückt. Dabei ist es notwendig, die Bildung von Wohneigentum stärker zu fördern. Denn wer im Alter in den eigenen vier Wänden wohnt, ist vor Altersarmut weitestgehend geschützt. „Aus unserer Sicht war die Eigenheimzulage ein überaus erfolgreiches Instrument dafür. Allerdings könnten auch die Bundesländer tätig werden. Die Nebenkosten beim Kauf einer Immobilie liegen bei bis zu 13 Prozent und belasten gerade junge Familie und Schwellenhaushalte besonders. Besonders die Grunderwerbsteuer wurde in der Vergangenheit in fast allen Bundesländern deutlich erhöht.“ So der ZDB-Hauptgeschäftsführer.

Pakleppa weiter: „Auch andere Modelle sind denkbar. So kann in den Niederlanden der Eigentümer von selbst genutztem Wohneigentum die Darlehenszinsen beim erstmaligen Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses von der Steuer absetzen! Auch wird bei einer Instandhaltungssanierung nur der reduzierte Mehrwertsteuersatz fällig.“