25. Februar 2013

Angebot an barrierefreiem Wohnraum noch immer zu gering

Trotz einer steigenden Anzahl von Wohnungsneubauten im Jahr 2013 reicht das derzeitige Neubauniveau nicht aus, um den steigenden Bedarf an altersgerechtem Wohnraum zu befriedigen. Das ist ein Ergebnis des KfW Eigenheimbau-Indikators.

Auch wenn die Zahl der Neubauten seit 2006 in diesem Jahr erstmals wieder über die Marke von 200.000 steigen wird, so die Prognose der Förderbanker, ist der Anteil altersgerechten Wohnraums daran eher gering. KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner: „Investitionen in die eigenen vier Wände bleiben auch 2013 attraktiv. Davon profitiert der gesamte Wohnungsbau in Deutschland. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort.“ Dennoch reiche das derzeitige Neubauniveau nicht aus, um den weiter steigenden Wohnungsbedarf, insbesondere an altersgerechtem Wohnraum gerecht zu werden, erläutert Zeuner.

„Dabei steigert eine barrierefreie Ausstattung den Wert einer Immobilie – gerade vor dem Hintergrund der großen Nachfrage – enorm“, weiß der Experte für barrierefreies Bauen und Wohnen und Geschäftsführer des Portals barrierefrei.de, Marco Gedert. Der Diplom-Ingenieur erklärt, „eine vorausschauende Bauweise zahlt sich im Alter aus: Schwellenfreie Übergänge in der Dusche oder beim Zugang zum Balkon, Haltegriffe und möglichst wenig Stufen verringern die Sturzgefahr und sind nicht nur für alte Menschen, sondern auch für Familien mit kleinen Kindern komfortabel.“ Eine intelligente Bauweise passt sich den Lebensbedürfnissen der Bewohner an. Viele Menschen wollen auch im Alter in den eigenen vier Wänden leben. „Wer also heute schon an morgen denkt, spart vielleicht sogar den Weg ins Pflegeheim“, plädiert Gedert für barrierefreie Bauweisen.