26. Juli 2013

Bauhauptgewerbe: Umsatzrückgang von 6 % im Mai

Den Bauunternehmen macht die Witterung weiter sehr zu schaffen - nach dem langen Winter verhagelten im Frühsommer Regen und Hochwasser die Bilanz: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, lag der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Mai um nominal 6,2 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.

Jedes zehnte - im Rahmen des ifo-Konjunkturtests befragte - Bauunternehmen klagte über eine Behinderung der Bautätigkeit aufgrund schlechter Witterung (im Vorjahr: 2 %), in den vom Hochwasser betroffenen Regionen sogar jedes fünfte. Der Bauindustrieverband befürchtet, dass diese Entwick-lung im Juni anhalten könnte, die ifo Daten deuteten darauf hin. Schon jetzt hat sich ein Umsatzminus von 6,4 % für die ersten fünf Monate aufgestaut. Der Aufholprozess wird sich damit in die zweite Jahreshälfte verschieben.

Es ist zu hoffen, dass die Kapazitäten dann ausreichen, um den Auftragsstau abzuarbeiten - mittlerweile hat die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände 3,3 Monate erreicht, den höchsten gesamtdeutschen Wert. Die Bestände haben sich auch im Mai weiter erhöht: Die Bauunternehmen meldeten ein Auftragsplus von nominal 3,9 % (real: +2,3 %). Insgesamt erreichte der Auftragseingang von Januar bis Mai das Vorjahresniveau (real: -1,8 %), angesichts des guten Vorjahreswertes (Jan.-Mai 2012: +8,6 %) ein erfreuliches Ergebnis.

Die Entwicklung in den Bausparten war im Mai sehr widersprüchlich - einem Plus im Auftragseingang stand jeweils ein Minus im Umsatz gegenüber. Am breitesten war die Spanne beim Wohnungsbau: Die Nachfrage stieg um 8,4 % (Jan.-Mai: +2,3 %), die Neubaugenehmigungen von Wohnungen legten in den ersten fünf Monaten sogar um 15,3 % zu. Demgegenüber ging der Umsatz um 8,1 % zurück (Jan.-Mai: -5,4 %). Der Wirtschaftsbau profitierte von mehreren Großprojekten: Die Bauunternehmen meldeten im Mai ein Orderplus von 4,4 % (Jan.-Mai: -2,4 %). In den Umsätzen spiegelt sich das allerdings noch nicht wider: Sie sind um 6,2 % zurückgegangen (Jan.-Mai: -6,1 %). Zudem sind die Neubaugenehmigungen im Wirtschaftshochbau (veranschlagte Baukosten) in den ersten fünf Monaten im Minus (-5,2 %). Auch der Öffentliche Bau entwickelte sich gegenläufig: Die Bauunternehmen meldeten für den Auftragseingang ein Plus von 1,4 % und für den Umsatz ein Minus von 3,8 % (Jan.-Mai: +1,7 % bzw. -8,1 %).

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.