13. August 2013

IG BAU: Junge Menschen brauchen eine faire Perspektive

Fotolia_842631_M Ausbau und Fassade -  IG BAU: Junge Menschen brauchen eine faire Perspektive
Das Ziel: eine Perspektive für junge Menschen. (Foto: Fotolia/Pfluegl)
Für viele junge Menschen ist es schwer, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. (Foto: Fotolia/Pfluegl)

Jung, qualifiziert, chancenlos. Die junge Generation in Deutschland sieht ihre Zukunft alles andere als rosig. Sie schwankt daher zwischen Resignation und Protest. Anlässlich des Internationalen Tags der Jugend (12. August 2013) fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Arbeitgeber und Politik auf, jungen Menschen eine Perspektive zu geben.

„Narkose-Nachrichten von offenen Lehrstellen nützen den jungen Menschen nichts. Ihre Erfahrung ist, dass für sie kein Platz ist. Viele suchen lange vergeblich nach einer Ausbildungsstelle. Wer es endlich geschafft hat, muss sich bald wieder darum sorgen, wie es nach der Abschlussprüfung weiter geht“, sagte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. Unlängst hatte eine Umfrage der IG BAU unter Azubis der IG BAU-Branchen ergeben, dass die überwiegende Mehrheit keine sicheren Arbeitsplätze erwartet. Im besten Fall rechnen sie mit einer befristeten Stelle.

Inzwischen wird jedes zweite neue Beschäftigungsverhältnis zeitlich befristet, häufig ohne sachliche Begründung. Eine Festanstellung hielt die Hälfte der Befragten für unwahrscheinlich. „Es wächst eine politisch wie beruflich völlig frustrierte Biedermeier-Generation heran, deren kühnster Traum das eigene Häuschen ist“, warnte Feiger. „Wir müssen dem Nachwuchs eine echte Perspektive bieten. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor der sich die Arbeitgeber nicht drücken dürfen.“

Noch immer sind in Deutschland 1,5 Millionen junger Menschen ohne Berufsabschluss. Die IG BAU fordert für die sogenannten Altbewerber eine zweite Chance. Aufgabe der Politik muss es sein, bessere Schul- und Bildungschancen zu garantieren. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass Jugendliche abgehängt werden, nur weil sie aus sozial schwachen Familien kommen“, sagte Feiger.

Die IG BAU fordert die Wirtschaft auf, mehr betriebliche Ausbildungsplätze anzubieten und den Nachwuchs vernünftig zu bezahlen. Der Anreiz dazu könnte durch eine Umlagefinanzierung erhöht werden. Dieses Modell, wie es in der Bauwirtschaft bereits praktiziert wird, hat sich bewährt. Zudem setzt sich die IG BAU für tarifliche Übernahmeregelungen und die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung ein.